Vergangenheit Loslassen mit PTBS?

10 Antworten

Hat das ein Arzt diagnostiziert? Bei einer Diagnose müsstest du eigentlich auch die notwendige Hilfe bekommen. Ich habe auch eine ausgeprägte PTBS und weiß, dass ich damit leben muss. Linderung haben mir aber diverse Therapien verschafft, wo man lernt, das Erlebte anders zu bewerten. Man kann die Vergangenheit nicht löschen, sie ist ein Teil von dir. Was auch immer mit Loslassen gemeint ist, das wird von Leuten vorgeschlagen, die sich nicht ansatzweise vorstellen können, was diese Krankheit bedeutet.

Ja ist diagnostiziert

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Die Leute haben aber Recht.

Was passiert ist, ist passiert. Das kannst du nicht mehr ändern.

Aber du kannst verändern, wie dich die Vergangenheit immer noch beeinflusst. Das ist deine aktuelle Entscheidung.

Das es dir an manchen Tagen schlecht geht ist scheiße. Aber du entscheidest wie du damit umgehst. Wenn du zb auf einen Ausflug mit Freunden verzichtest, weil es dir an dem Tag eventuell nicht gut gehen könnte, dann ist das deine Entscheidung.

Klar, ich denke mir auch oft das ich das nicht ändern kann und weiß es ja selbst. Es ist Teil meines Lebens und damit komme ich auch klar. Aber es sind ja trotzdem diese Symptome die einen da wieder kaputt machen.

Beispiel: Es ist etwas passiert, wo schlimm für eine Person war, sie aber keine psychische Folgen davon hat. Diese Person akzeptiert das das halt passiert ist und lebt normal weiter.

anderes Beispiel: einer Person ist etwas passiert, wovon sie psychische Folgen hat wie zum Beispiel die PTBS.
Dann ist das ja ne ganz andere „Liga“ die Person kann nicht einfach sagen oh ja hm das ist jetzt halt passiert muss ich so akzeptieren. Die Person hat ja dann Flashbacks etc. wie will diese Person dann richtig mit der Vergangenheit abschließen wenn sie dann immer Flashbacks oder eben auch andere Symptome hat?

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@Doggers

Doch, genaus so ist es. Auch eine Person, die noch "Nachwirkungen" vom Erlebten hat, kann selbst entscheinden, wie sie mit diesen Nachrikungen umgehen möchte.

Es ist deine Entscheidung ob du "zur Sicherheit" zu Hause bleibst oder ob du dich von eventuell an diesem Tag auftretenden Flashbacks nicht davon abhalten lässt, dein Leben wieder zu leben.

Das ist zugegeben nicht einfach. Und deshalb solltest du in eine Therapie gehen. Dort lernst du nicht nur zu verarbeiten sondern auch ganz handfeste Methoden, wie du zb eine Panikatake soweit in den Griff bekommst sodass sie für dich keine Gefahr mehr darstellt.

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Vorweg, tut mir Leid, dass ichs so "unpersönlich" mache und aus einem vorherigen Post VON MIR zu einem jungen Mädchen, das mal sexuell missbraucht wurde kopiere. Ich fand den Text aber recht gut.

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Hey

Ich hatte mal PTBS. Meine resultierte allerdings aus starkem Mobbing vom Kindergarten bis zu 7.-8. Klasse. Aufgrund dessen musste bzw. wollte ich damals auch mehrmals die Schule wechseln. Die Tatsache, dass ich, das eigentliche Opfer, von den anderen (Schüler und Lehrer) als Problemverursacher dargestellt wurde und meine Eltern auch nicht wirklich auf meiner Seite waren, hat dies zusätzlich noch verstärkt.

Ich war damals auch mehrmals bei Therapeuten, die mich auch nicht wirklich verstanden haben und dann letztendlich auch nur weiter zum Kinderpsychologen geschickt haben, weil sie dachten ich hätte ADHS oder ähnliches. Naja eigentlich egal.

Das Ganze hat dann aufgehört als ich mich gegen das Mobbing auf erwachsene Art und Weise gewährt habe. (Also nicht mit physischer Gewalt) Außerdem hab ich im etwa gleichen Zeitraum eine Beziehung anfangen können, die mich mental sehr unterstützt hat. Natürlich hat man während der Beziehung auch noch jede Macke gesehen, die ich davon getragen hab. Als die Beziehung dann irgendwann zu Ende ging, war ich natürlich auch erstmal wieder etwas am Boden zerstört, weil ich dieses Gefühl der Zuneigung echt geliebt habe und es vermisste. Mittlerweile ist das ganze nun schon etwas her und ich steh da drüber und führe ein halbwegs normales Leben. Naja an sich ist es eigentlich komplett normal und ich lasse mir kaum etwas anmerken. Ich bin zwar gerade in keiner Beziehung und würde mir eigentlich wieder jemanden neben mir wünschen, der mir ein wenig seelische Unterstützung bieten kann und sich anhört was ich gerne in Worte fassen möchte.

Ich denke, dass es bei mir aber emotional immer noch weniger anstrengend ist als bei dir. Dennoch denke ich, dass du einfach versuchen solltest darüber zu stehen. Vor allem wenn dich deine Mitschüler aufgrund deiner PTBS mobben, würde ich versuchen darüber zu stehen. Das sind nämlich wahrscheinlich alles nur Idioten die überhaupt nicht wissen was sie da tun. Wenn du mit dir selbst irgendwann wieder ins reine kommt, würde ich mir eine gute Freundin oder Freund suchen und mal ausführlich darüber mit ihr/ihm reden. Das tut nämlich echt gut.

Außerdem muss ich anmerken, dass es deutlich wurde, als sich mein Personenumfeld geändert hat. Die Leute wurden klüger und erwachsener. Die meisten wussten dann bald gar nichts mehr über meine schlechte Vergangenheit und haben normal mit mir geredet bzw. wollten mich normal kennenlernen. Anfangs fühlte ich mich dabei unwohl. Später dachte ich mir aber "wieso nicht, lass dich doch einfach mal drauf ein." Mittlerweile habe ich viele gute Bekanntschaften und ich kann offen und ehrlich mit allen reden.

Das positive an all dem ist, dass ich dabei eine Art Resilienz entwickelt habe, als ziemlich praktisch erweist.

Nichtsdestotrotz würde ich nur mit einem Partner privat über all das schlechte in meinem Leben reden und auch nur dann, wenn er bei mir ist, weil es sonst zu schmerzhaft wäre. Wobei ich auch schon mit anderen Freunden, die ich online kennengelernt habe über vieles geschrieben habe.

Wenn man die Vergangenheit loslaesst/ ueber sie hinweg kommt, dann hat man diese Flashbacks usw. so gut wie nie.

„Ja du musst deine Vergangenheit loslassen und in die Zukunft schauen“

Das ist jedoch nur der Ratschlag von einer unausgebildeten Person die dir einfach nur helfen moechte, wie ich jetzt zB.

Wenn du wirklich eine PTBS hast, solltest du eine Theramie in anspruch nehmen.

Das siehst du vollkommen richtig. Da hilft dann halt auch nur noch eine Traumatherapie beim Psychologen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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