Verfassung 1793

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Hey,

schau dir die deutsche Fassung der Verfassung an. Dann denke darüber nach, zu welcher Zeit die Verfassung verabschiedet werden sollte. Und DANN denke SELBST über die Vor- und Nachteile dieser nach. Ich werde dir etwas auf die Sprünge helfen:

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Verfassung_von_1793

Lies dich etwas ein... ;-)

Diese Verfassung gilt als überaus demokratisch, leider trat sie nie in Kraft. Es wurde von 1793-1794 eine Terrorherrschaft ausgeübt, die die Verabschiedung gar nicht erst möglich machte...

Die Verfassung galt als die der ersten Französischen Revolution. Davor war die Gesellschaft in drei Stände aufgeteilt. Die Französische Revolution hatte folgende Ursachen:

  • Kriege
  • Ständegesellschaft
  • Absolutismus
  • Merkantilismus nicht mehr wirksam,da auch andere Länder dieses Prinzip eingeführt haben
  • Hungersnöte
  • Hohe Staatsverschuldungen

Also hatte die Französische Revolution bzw. ihre Verfassung durchaus Vorteile (die sich durch die oben genannten Probleme ergeben), allerdings auch Nachteile:

  • Allein die "Anschaffung" der Verfassung war ein Vorteil, da nun Demokratie herrschen sollte. Der Absolutismus wäre damit abgeschafft gewesen und das Volk hätte nicht mehr unter der Königsgewalt gestanden. Es gab nun eine Gewaltenteilung.
  • In der Verfassung tauchen auch die bereits 1789 erklärten Menschen- und Bürgerrechte auf. Es gab keine Stände mehr, jeder musste Steuern zahlen.
  • Die Gesetzgebung lag bei einer gewählten Nationalversammlung. Beim Wahlrecht können je nach Gruppenzugehörigkeit und Sichtweise die Vor- und Nachteile unterschiedlich beurteilt werden. Das Wahlrecht hatten Männer über 25 Jahren, die eine bestimmte Mindestsumme an Steuern zahlten. Es gab also sogenannte Aktivbürger aufgrund eines Wahlrechts nach Vermögen/Einkommen (Zensuswahlrecht). Die Aktivbürger konnten Beamte, Richter und die Wahlmänner wählen, die dann die Nationalversammlung wählten. Abgeordnete der Nationalversammlung konnte auch nur werden, wer eine Mindestsumme an Steuern zahlte.
  • Das Gesetz wurde zwar 1793 verabschiedet, ist aber nie in Kraft getreten. In dieser Verfassung war ein Element der freien Demokratie festgeschrieben. Das heißt, alle Männer über 25 Jahren waren wahlberechtigt und konnten in direkten Wahlen "ja/nein" ankreuzen. Ihnen wurde also die Möglichkeit einer Volksabstimmung gegeben.
  • Das Problem war allerdings der König. Der konnte nämlich nicht nur Leute ernennen und entlassen, sondern auch sein Veto gegen Gesetze der Nationalversammlung einlegen. Es konnte also sein, dass ein Gesetz lange Zeit nicht in Kraft treten, geschweige denn verabschiedet werden konnte, da es so aufgeschoben wurde. Erst, wenn in zwei Legislaturperioden zugestimmt wurde, hat man das Gesetz verabschiedet. Viele hielten dies für zu undemokratisch, da der König ja doch noch eine gewisse Macht hat, was zumindest die Ernennung/Entlassung und das Vetorecht angeht. 
  • Das Veto konnte zu einer Blockade führen und bei Reibungen zwischen Nationalversammlung und König die politische Gestaltungsmöglichkeit behindern. Wenn ein König von seinem Vetorecht stark Gebrach machte, konnte es zu einer Lähmung der Politik oder einem Konflikt kommen. Die Verfassung konnte nur funktionieren, wenn der König wirklich im Rahmen einer konstitutionellen Monarchie mit der Nationalversammlung dauerhaft zusammenarbeiten wollte.

Ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte - mach es nächstes Mal aber bitte selbst! Ich habe mich dumm und dämlich recherchiert, um dir antworten zu können...

LG ShD

Oh, vielen Dank für den Stern! :))

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