Unterschied Leihen-Borgen?

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Leihen ist erlauben, dass jemand etwas benutzt, was mir gehört. Ich überlasse ihm einen Teil meines Eigentums. Oder ich bitte jemand, mir etwas von seinen Sachen zu überlassen. Im ersten Fall verleihe ich, im zweiten leihe ich aus. Wie gotisch leiƕan zeigt, ist das germanische Wort mit lateinisch re-liqui 'ich habe zurückgelassen' verwandt, daher die Bedeutung 'jemand etwas überlassen'.

Teile ihres Grundbesitzes haben die mittelalterlichen Fürsten ihren Untergebenen als Lehen und Lohn für ihre Dienste gegeben. Das Substantiv zu leihen ist Lehen. Davon wiederum kommt das hessische lehnen, das an Stelle von leihen gebraucht wird.

Leihen kann man Bücher aus der Bibliothek, Eier bei der Nachbarin, das Auto der Eltern, sogar Arbeitskräfte und sein Ohr, indem man zuhört.

Borgen ist eine Ableitung von althochdeutsch borga 'Achtung, Aufmerksamkeit', borgên war 'Rücksicht nehmen, schonen', daher auch 'Zahlungsaufschub gewähren oder darum bitten, Kredit geben oder nehmen'. Borga wiederum ist abgeleitet von bergan 'verwahren, sichern, verstecken'. Davon stammt auch bürgen 'Sicherheit leisten' und Bürge 'Gewährsmann'.

Zu dieser Wortgruppe gehört auch die mittelalterliche "Burg", die in Kriegsnot nicht nur die Ritter, sondern auch die Bewohner des Umlands in sich "barg" und "Geborgenheit" bot. Nach dem Krieg war alles zerstört. Die Bauern konnten ihre Steuern nicht mehr zahlen und mussten den Vogt bitten, die Schuld zu "borgen" (erlassen). Vielleicht hatte der Vogt ja ein Herz und "borgte" (lieh) ihnen auch die Mittel für den Wiederaufbau. Falls er selbst noch Geld hatte.

Borgen und leihen wurden schon vor 200 Jahren im gleichen Sinn verwendet: 'vorübergehend überlassen oder sich geben lassen'. Leihen wird heute häufiger gebraucht und hat viel mehr Zusammensetzungen als borgen.

Vom Ursprung her ist allerdings ein Unterschied zu erkennen: Borgen war ein Notbehelf. Man borgte, weil man etwas zum Überleben brauchte, wie am Beispiel der kriegsgeschädigten Bauern gezeigt. Beim Leihen dagegen geht es darum, dass jemand etwas hat, was er gerade selbst nicht benötigt, ein anderer aber brauchen kann. Der Fürst hatte mehr Land, als er bewirtschaften konnte, und verlieh Teile davon an seine Vasallen. Ich kaufe keine Romane, die ich nur einmal lese, sondern leihe mir welche.

Quelle: http://www.heinrich-tischner.de/

Ich kann etwas verleihen, aber nicht verborgen. Ich kann mir nur von jemand anderem etwas borgen. Oder anders ausgedrückt:
Ich leihe dir etwas, du borgst es von mir.

Wie schon Shakespeare sagte: "Kein Borger sei, und auch Verleiher nicht". Das sagt Polonius zu seinem Sohn Laertes in "Hamlet". Im Original "neither a borrower nor a lender be", 1. Akt 3. Szene.

Es gibt aber auch Leute, die diesen Unterschied nicht kennen und beides synonym verwenden.

Sicherlich haben meine "Vorantworter" recht, dass sie die beiden Verben als Synonym bezeichnen. Trotzdem finde ich einen (zugegeben) subjektiven Unterschied. Dieser drückt sich in der Dauer des Vorgangs aus. Wenn ich etwas "verleihe" kann dies für eine konkrete oder unbestimmte Zeitspanne sein. Wenn ich jemanden etwas "borge", will ich dies kurzfristig wieder zurück haben. Also, wie gesagt, mein subjektives Verständnis !!! lg mike

Leider haben hier einige geschrieben, das seien Synonyme. Das stimmt nicht.

Die Person, die etwas hergibt, die "verleiht". Du kannst nicht sagen, sie "verborgt" etwas.

Die Person, die das haben will, die borgt sich das aus. Hier kannst du auch sagen, die Person leiht sich das aus.

Beim Leihen... gibt es eine Leihgebühr. Borgen ist vielleicht nur eine zeitweise ...kostenlose Überlassung von irgendetwas

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