Studentenjob/Ferienjob "Fundraising", wer hat Erfahrungen damit gemacht?

4 Antworten

Der Job ist ziemlich easy, was die Organisationen immer abstreiten und Ablehnung erfährt man (leider) nicht so viel.

Ich war 5 Wochen bei Kober und ich muss ehrlich sagen, eine assozialere Arbeit habe ich nochnie gemacht. Erst mal muss man wissen dass man da nicht fürs WWF oder DRK arbeitet, du arbeitest für Kober, das hat nichts mit der Organisation zu tun. Du und vorallem dein Gruppenleiter werdet nach dem Schneeballsystem bezahlt. D.h. der Gruppenleiter hat großes Interesse dran dass du viele Leute aufschreibst. Überhaupt ist es so, dass die Organisation erstmal (ca. die ersten2 Jahre) nichts von den Spenden bekommt, das fließt an die Fundraisingfirma. (Da kann man sich schonmal ausrechnen wie wenig der eigene Verdienst eigentlich im Vergleich zu den Einnahmen der Firma ist).

Am Anfang eines Einsatzes trifft sich die Gruppe (ich glaube immer) mit einem Vorsitzenden oder Chef der gemeinnützigen Organisation für die geworben wird. In meinem Falle hat sich der nette Herr von den Maltesern bei uns bedankt, uns gelobt und dann noch erwähnt dass sich beim letzten Mal viele Bürger ein bisschen überrumpelt vorkamen, dass wir schon seriös arbeiten sollten etc. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Die Werberpraxis sieht so aus: So gut wie jeder Werber benutzt das "Nachbarn-Argument", das bedeutet die ziehen an der Tür Ihre Liste raus und sagen sowas wie: Schaun sie mal die Frau Maier von nebenan ist auch schon mit 10 euro im Monat dabei, da machen sie doch bestimmt auch mit. Das ist schlicht und einfach Verletzung des Datenschutzes. Einer aus meiner Gruppe hat mit der Story von seinem Opa (den gibt es nicht), der einen Schlaganfall , jetzt teilweise gelähmt, nur überlebt hat weil der rettungswagen rechtzeitig kam und jetzt 20 euro im Monat spendet, richtig viel Kohle gemacht. Ansich ist es auch ok ner Harz4-Empfängerin ein Abo über 5 euro im Monat rauszuleihern, weil die bekommt man schneller ran als die Leute in den Villen. Der Motivationsspruch am Morgen war : heute duschen wir sie aus! Hat mich irgendwie an Nazideutschland erinnert, auch wenn es natürlich nicht so gemeint war. Mein Fazit von diesen 5 Wochen war, dass es unglaublich viele naive Leute gibt die sich abziehen lassen und dass es unglaublich viele unmoralische Leute ohne Achtung vor sich selbst gibt die die Anderen abziehen.

Ich war selber erstaunt wie unglaublich viel Geld man den Leuten für irgendeine Organisation aus der Tasche ziehen kann. Wer ein eingiermaßen positives Menschenbild hat wird da eh nicht lang bleiben weil er keine gleichgesinnten findet und was ganz wichtig ist: Falls du dich doch entschließt diesen Job zu machen, präg dir deine Werte und Normen ein und denk nach 3 Tagen nochmal daran was du dir für Grundsätze vorgenommen hast, das vergisst man ganz schnell weil die Gruppendynamik extrem ist. Für die Selbstverarsche immer noch das beste Argument: Das ist ja für die gute Sache. Wenn dir Entscheidungsfreiheit am Herzen liegt, du nicht geldgeil bist und Situationen reflektieren kannst machst du diesen Job nicht lang. Geh lieber kellnern, da verdienst du genauso viel und lernst noch was fürs Leben.

ps.: Manche Organisationen sagen der Job macht sich gut im Lebenslauf. Dazu: Das stimmt nicht! Wenn du einen Job in einer Großkanzlei haben willst oder irgendeine Führungsposition in einer guten Firma kommt der Job gar nicht gut, da wird eher der Bewerber genommen der in den Ferien immer auf dem Bauernhof gearbeitet oder ähnlich harte Abrbeitgemacht hat, es ist nämlich relativ bekannt dass ehrliche Arbeit was anderes ist.

Ja, die Firma KOBER ist bekannt im DRK. Die o.g. Schilderungen dürften zutreffen, deshalb distanzieren sich immer mehr DRK-Kreisverbände und -Ortsvereine von dieser Firma. (Gleiches gilt für die Firma HSP - Holub, Steiner und Partner bzw. andere vergleichbare Unternehmen).

Firmen wie KOBER und HSP u. a. (alle beispielhaft benannt) arbeiten heute für den BUND, morgen für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder die MALTESER, übermorgen für das DRK oder die JOHANNITER und wenn möglich auch für andere Organisationen. Klar, dass das Gebaren dieser Firmen bei immer mehr DRK-Verbänden und der Bevölkerung auf Ablehnung stößt!

Das Problem ist, dass ehrenamtliche (also aktive) Mitglieder von gemeinnützigen Organisationen sich nicht mehr den (häufiger vorkommenden) abschätzigen bis beleidigenden Kommentaren von angesprochenen Personen aussetzen wollen und können - sie sind zudem häufig mit der Übernahme der örtlichen ehrenamtlichen Arbeit ausgelastet.

"XY-Zimmermann und Nachfolger(innen)" haben an sich gute Arbeit geleistet bei der Abwehr von "Tunichtguten", leider müssen aber anerkannte Hilfsorganisationen mehr und mehr die Zeche dieser sog. "TV-Aufklärung" wegen der GENERELLEN ABLEHNUNG ihrer Ansinnen aufgrund von TV-Sendungen zahlen.

Wenn wir meinen, bei Starkregen, Hochwasser, Großbränden und Sportveranstaltungen sowie Ortsfesten o.ä. auf das DRK verzichten zu können, brauchen wir in der Tat Organisationen wie das DRK nicht mehr... Ansonsten brauchen lokale Organisationen wie das DRK vor Ort dringend regelmäßige Förderer und Spender zur Finanzierung ihrer Tätigkeit! Fragt doch einfach mal nach, was die um eine Unterstützung anfragende Organisation bei ihnen in der Gemeinde wirklich auf die Beine stellt. Wo ist der nächste Stützpunkt der Organisation?

Früher war die DRK-Haussammlung ein- bis zweimal im Jahr Gang und Gäbe, heute will es wegen dieser TV-Warnungen niemand der Ehrenamtlichen mehr machen!

Nutznießer waren zunächst Firmen wie "KOBER" oder "HSP". Deren oftmals unqualifiziertes Personal konnte aber mit den häufig aufbrausenden Ablehnungen bis hin zu Beleidigungen nicht umgehen, zumal sie in der Tat "rein gar nichts mit dem Wertekanon" des DRK zu tun hatten. Über das ihnen zugedachtes Ziel "schossen" die von KOBER, HSP und Co. eingesetzten Kräfte häufig - und leider entsprechend den ihnen entgegenschallenden negativen Reaktionen - hinaus.

Es gibt aber auch genügend "persönliche Beauftragte des DRK" insbesondere im DRK in Rheinland-Pfalz, die diese dringend benötigte Hilfeleistung für DRK-Kreisverbände oder -Ortsvereine ohne den Vergütungsanteil für Firmen wie KOBER oder HSP stemmen und nicht mit der gleichen Mißachtung gestraft werden sollten.

Schaut also einfach ein bißchen genauer hin, wenn ihr auf eine DRK-Unterstützung angesprochen werdet. Ich befürchte, andere Organisationen als das DRK haben diese Entwicklung noch nicht wirklich verstanden. Das DRK (zumindest in Rheinland-Pfalz) hat die Zeichen der Zeit jedoch erkannt und darauf reagiert.

Reagiert also einfach auch selbst auf eine freundlich und sachlich vorgetragene Bitte um Unterstützung der lokalen DRK-Arbeit "mit gleicher Münze". Ein wirklich dem DRK verbundener lokaler Beauftragter wird nicht unsachlich werden bei einer Versagung der Bitte um eine Unterstützung des lokalen DRK-Vereins oder bei der Frage nach Details des örtlichen DRK-Hilfsangebots!

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Sammel für dich selbst - das ist ehrlicher und du kannst die Kohle steuerfrei behalten.

Was da angeboten wird ist Betrug - an den Spendern und an dir. Wenn du über 1000 Euro behalten darfst - denk mal nach, was die nächsten Ebenen der Bettelhierarchie abgreifen und was dann noch beim "guten Zweck" ankommt.

Okay, ob es sich für einen selbst lohnt, diesen Job zu machen, scheint fraglich. Aber für die Organisationen ist das ja wohl ein "alternativloses" Mittel, oder? Ich kenne keine große Organisation, die nicht darauf zurückgreift.

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@Felisto

Trotzdem kannst du leicht abschätzen, dass am guten Zweck wenig ankommt. Wenn du ehrlich bist und das dem Spender korrekt sagt, wirst du nichts einnehmen.

Es gibt Großspender - Firmen, die das steuerlich und werblich nutzen können und öffentliche Mittel, die alle über Steuern finanzieren - die kommen dann etwas direkter ans Ziel.

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@Felisto

bei uns gingen 50% in den Vertrieb und 50% dann an die Organisation und die haben auch noch Verwaltung und teilweise kommt noch weniger an !

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Jaja alles Blödsinn !!!

Ich habe das ein paar Jahre lang gemacht und ich war gut richtig gut in Vergleich zu den anderen aus meinem Team ! Wenn ich über 1000 Euro Brutto !!! hatte dann war es ein super duper Monat ! Das sind auf deutsch Drückerkolonen ergal wie sie das nennen ! Arbeitszeit ist eigentlich 45 Stunden und mehr auch 60 waren bei uns keine seltenheit pro Woche und du musst sehr felexibel sein ! Du verdienst nur Anteilig voin dem was du gesammelt hast ! Lass es sein, da haste merh wenn du für dich selber bettelst in der Fussgänger Zone !

1000 Euro brutto sind Werte von vorherigen Jahren, die haben die Gehälter angezogen auf 1300 Euro netto (mit kostenfreier Wohnung), und das ist der Startgehalt siehe http://deinferienjob.net/Kober-Ferienjob-2012.html kann aber abweichen von anderen Fundraising Ferienjobs. vergleichen !

das verdient keiner, entweder geben die Leute vor der geplanten Zeit auf, oder sie verdienen ca. 2000€ - war richtwert bei meiner Gruppe bei Kober

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