Sollte man Kinder zur Beerdigung mitnehmen?

14 Antworten

Das kann man nicht pauschal beantworten. Es kommt drauf an, wer gestorben ist und wie alt das Kind ist. Meine Tochter war das erstemal mit 8 Jahren auf einer Beerdigung eines Schulfreundes. Sie wollte dort unbedingt hin und nachdem ich ihr erklärt hatte, was dort passierte war sie drauf vorbereitet. Ich kann mich erinnern, das ich als 4jährige mit bei der Beerdigung meines Lieblingsonkels war. Das war für mich ein trauiges und beeindruckendes Erlebnis zugleich. Am meisten hatte mich die Musikkapelle die am Grab spielte beeindruckt, und das habe ich bis heute nicht vergessen. Ich denke wenn man Kinder auf eine Beerdigung vorbereitet sind und auch mitwollen, sollte man sie ruhig mitnehmen. Wenn die Kinder aber nicht mit wollen, würde ich sie auf keine Fall zwingen, auch wenn es nahe Angehörige sein sollten.

ich frage mich gerade warum es wichtig ist wer gestorben ist?? Scheinbar doch jemand den die ganze Familie kennt, oder ein Teil, so jedenfalls dass es Thema in der Familie ist. Eigentlich ist das Alter und auch der Verwandtschaftsgrad doch egal. Wenn das Kind mit will, sollte man es mitnehmen, natürlich darauf vorbereiten. Das ist Leben. Meiner Tochter habe ich schon vorher gesagt, dass ich sicher ganz doll heulen werde, was denn auch geschah. Natürlich nur auf Wunsch des Kindes teilnehmen lassen. LG Lotusblume

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@Lotusblume12

Ich persönlich würde ein dreijähriges Kind (als Beispiel)das sehr viel versteht und in seine Welt einordnet noch nicht mitnehmen. Ich kann auch extra ab Grab Abschied nehmen, ohne den großen Zirkus drumherum den oftmals "treue" Angehörige verursachen, dem Kind zumuten zu müssen. Aber wie geschrieben es kommt hauptsächlich auf das Verstehen (selbst 10 jährige verstehen es manchmal nicht) an.

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@Capuccino

Welches 3-jährige Kind versteht so viel, das es den Tot in seine Welt einordnen könnte? Für mich haben kleine Kinder nichts auf einer Beerdigung zu suchen, was ja nicht zwangsläufig heißen muß, ein Kind nicht mit dem Tot zu konfrontieren.

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@PatBo

Welcher Erwachsene versteht es denn? Ich denke die Erwachsene, die keine Scheu vor dem Leben und damit vor dem Tod haben, werden ihre Kinder integrieren in das Leben zu dem der Tod gehört. Das ist bei allen Lebewesen so. Gesellschaftliche Riten verändern sich, heute ist ja auch immer häufiger nur eine Trauerfeier angesagt und nicht mehr ein Loch, wo der Sarg hinunter gelassen wird. Je mehr ich mir darüber Gedanken mache um so sicherer bin ich, dass wenn Erwachsene damit umgehen können, auch die Kinder reinwachsen. Auch Kinder sterben, das ist ja keine Gnade des Alters. Wenn Kinder es wollen ist es womöglich anstrengender, da man sich selbst damit anders beschäftigt. Kinder fragen, wo Erwachsene womöglich für sich selbst keime Antwort haben. LG Lotusblume

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@Lotusblume12

Hierin gebe ich Lotusblume völlig Recht.

Außerdem: grade Kinder in diesem Alter können den Tod noch als etwas ganz Natürliches akzeptieren. Sie beerdigen ganz liebevoll tote Vögel oder sonstige Kleintiere und interessieren sich des öfteren sehr dafür, wie das mit dem Grab ist (Können wir die Uroma später mal wieder ausgraben, dass ich sie noch mal sehen kann?" hat unser Kleiner mal gefragt.)

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In der Regel auf jeden Fall. Man soll Kinder mit dem Tod vertraut machen, der ja selbstverständlicher Teil auch ihres Lebens ist und es ist darum absolut nicht notwendig, dieses Ereignis zu verheimlichen bzw. gar nicht als existent zu behandeln. Das wäre eine der größten Lebenslügen. Je nach Alter müssen sie jedoch entsprechend vorbereitet werden.

Was soll ein 3 jähriger auf einer Beerdigung?

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@PatBo

.. demjenigen, der gestorben ist nochmal Tschüß-Sagen?

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@Lissa

Ja. Auf der letzten Beerdigung, auf der ich war, hat ein etwa dreijähriges Kind laut zu schreien angefangen: "Ich will meinen Opa wiederhaben! Ich will meinen Opa wiederhaben!" - Das fand ich einen notwendigen Gefühlsausbruch, der auch auf eine Beerdigung gehört. Auch für mich als nichtverwandter Gast war das ein Eindruck davon, wie dieser Mann seiner Familie nun fehlt.

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Es kommt auf das Alter der Kinder an und darauf, wer gestorben ist.

Irgendwann muss sich jedes Kind mit dem Tod auseinandersetzen, sei es, dass ein geliebtes Haustier stirbt (schlimm genug) oder ein Mensch aus der näheren Umgebung (viel schlimmer).

Mit der Beerdigung gibst du dem Kind, sich offiziell von dem/der Verstorbenen zu verabschieden un nochmal zu sehen und zu hören, dass dieser Mensch auch von anderen geschätzt wurde.

Das Problem liegt oft eher darin, dass wir selbst mit dem Tod und dem endgültigen Abschied ein Problem haben. Sei es, dass es Schuldgefühle gibt, weil zu Lebzeiten Vieles nicht geklärt wurde und es jetzt zu spät ist. Und daraus resultiert ein schlechtes Gewissen, dass uns daran hindert, unbefangener mit dem Thema umzugehen.

Hei, so eine Beerdigung steht uns jetzt bevor. Wir wissen aber, das Kinder noch diese "besondere Antenne" haben und wir werden unsere 8 und 5 jährgen Töchter mitnehmen. Wir haben grad noch genug Zeit gehabt, sie auf dieses Thema vorzubereiten, als die Omi im Sterben lag. Wenn wir die Kinder jetzt ausschliessen würden, dann empfinden sie es wohl eher als Strafe. Wir haben Ihnen gesagt, das viele Menschen weinen werden und dass sie selbst weinen könnten. Und das ist völlig okay. Damit es ihnen ein wenig leichter fällt, haben wir Vorschläge gemacht, was auf den Trauerschleifen geschrieben sein sollte. Eine gewisse Angst spielt mit - da sind wir Eltern gefordert zu unterstützen und immer wieder - auch später - zu erklären. Wichtig ist hierbei, dass die Kinder loslassen können und das will auch gelernt sein. Wie schon viele geschrieben haben: Das ist auch ein wichtiger Teil des Lebens.

Beerdigung heißt Abschied nehmen. Warum soll es ein Kind nicht dürfen. Meine kleine Schwester war 4 Jahre alt, als unsere Großmutter starb. Ich, 14 hatte sie an der Hand, auf die Frage, wo Oma ist, erhielt sie die Antwort, im Himmel, dort passt sie weiter auf dich auf. Damit hat sie sich zufrieden gegeben. Später zu Hause hat sie natürlich wieder gefragt, wir haben viel mit ihr zu dem Thema gesprochen. Das ist wichtig, den Kleinen Rede und Antwort zu stehen.

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