Sind Pferde treu zu Menschen?

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Teils teils. Ein Pferd ist weder eine Katze und schon gar kein Hund. Sie tragen durchaus eine gewisse Loyalität mit sich, manche sind ihr eigener Herr und sind entsprechend selbstbewusster und dann auch ggf. entsprechend ranghoch, andere lieben ihren Reiter heiß und innig, kommt aber auch ein wenig auf die Vorgeschichte des Pferdes an.

Ob ein Pferd in dem Sinne hinter dir steht, kommt m.M.n. drauf an, wie man es erzogen hat und ob es dir vertraut, mal abgesehen von den Charakterzügen des Tieres. Liebe ist übrigens eins der wenigen Dinge, die sich vermehrt, wenn man es teilt ;-)

Aus Erfahrung weiß ich (hatte bereits Pferde und hab derzeit eine Stute vom Züchter und einen Traumahengst), dass mit der Vorgeschichte, die ein Pferd mitmacht so ziemlich alles fällt und steht, was gerade die Bindung und das Vertrauen angeht.

Es gibt Pferde, die vertrauen ohne wenn und aber und es gibt Pferde, die an sich selbst denkend nach Hause stürmen, wenn der Reiter abgebuckelt wurde im Gelände. Pferde, und Tiere ganz allgemein, spüren wenn man sie akzeptiert und respektiert, das bekommt man meist auch zurück. 

Beste Beispiele für die These, dass auch Pferde spüren, wenn sie es gut haben und wenn sie geliebt werden, habe ich schon oft erlebt. Die Stute meiner Tochter zum Beispiel kam in erbarmungswürdigen Zustand zu uns - zu dünn, stumpfes Fell, die hinteren Eisen abgerissen, misstrauisch, Kopfscheu und absolut nicht an Menschen oder auch anderen Pferden interessiert - eine absoluter Einzelgängerin, die bis dahin durch viele Hände gegangen war. 

Schon nach wenigen Wochen begann ihr Fell wieder zu glänzen, hatte sie zugenommen und begann zu vertrauen. Erst unserer Tochter und dann auch dem Rest der Familie. Fremde mag sie immer noch nicht und auch bei den Pferden unterscheidet sie ganz deutlich in: gehört zur Familie und gehört nicht zur Familie. Sie ist nun einige Jahre bei uns und loyal bis zum geht nicht mehr. Für unsere Tochter hat sie im Parcours immer alles gegeben. Die beiden waren ein absolutes Dreamteam und hocherfolgreich, bis wir sie aus dem Sport verabschiedet haben, Sie chillt nun ihren Lebensabend zusammen mit "ihrem" Pony, doch die Verbindung zwischen ihr und unserer Tochter ist so stark wie eh und je.

Bei dieser Stute ist der Treu-Effekt extrem und es gibt auch Pferde, die von ihrer ganzen Persönlichkeit her nicht besonders an irgend jemandem hängen, doch ich habe den Eindruck, dass die meisten Pferde ihren  Lieblingsmenschen haben und für den auch viel bereit sind zu tun - allerdings vielleicht nicht alle gleich, sondern auf ihre ganz besondere spezielle und persönliche Weise.

Und es gibt Pferde, die werden gerne geritten und sind äußerst ehrgeizig und engagiert an der Arbeit und wieder gibt es welche, die sind eher faul und  lustlos. Die, die unpassende Sättel haben, schlecht gymnastiziert sind und wenig Muskulatur im Rücken haben, werden sich am allerwenigsten darüber freuen, wenn ihnen ein Mensch in den Rücken plumpst, aber wenn ich zum Beispiel an meinen Wallach denke, dann weiß ich, dass er zu denen gehört, die wirklich Spaß an der Arbeit haben. Er kann am hintersten Ende der Weide sein und vertieft in der Fellpflege mit seinem besten Kumpel, wenn ich rufe, kommt er sofort angaloppiert. Pausetage findet er blöde und momentan ist er teilweise sehr überengagiert und will beim Reiten ständig Lektionen vorweg nehmen, wenn er meint, dass diese vielleicht gefordert werden könnten. Bevor ich mit dem Putzen anfangen darf, hat er sein ganz eigenes Ritual: er legt mir ganz liebevoll die Seite seiner Schnute an die Wange und verharrt so mehrere Augenblicke. Ich finde das wunderschön. 

es gibt pferde, die bleiben sogar stehen, wenn sie merken, dass ein völlig fremder mensch auf ihrem rücken  unsicher werden und ins rutschen kommen - dabei wäre es doch ein leichtes, den reiter mit einem kleinen hopser loszuwerden.

es gibt auch pferde, die zeitlebens nie ganz berechenbar sind.

alle tiere, die in hierarchischen strukturen leben, sind untereinander sehr sozial. das kann sich auch auf den menschen übertragen, weil die denkstuktur dieser tiere einfach so angelegt ist. doch sogar innerhalb einer spezies gibt es immer wieder varianten. pferde gehen auch innerhalb ihres gruppenverbandes oft enge zweierbindungen ein. und innerhalb der gruppe gibt auch nicht das ranghöchste pferd unbedingt den ton an.

diese beiden besonderheiten lassen sich das pferd dem menschen mit guten führerqualitäten meist problemlos unterordnen. es bringt dem pferd einen vorteil, mit dem erfahrensten mitglied der gruppe (in der zusammenarbeit soll das der mensch sein) eine enge bindung einzugehen. da pferde von dieser bindung profitieren, werden sie im normalfall stets bemüht sein, den menschen nicht zu verletzen. es kann sogar vorkommen, dass pferde ihren menschen vor angriffen von andern pferden oder andern tieren/menschen schützen.

auch bei hunden ist die gruppe das wichtigste. zudem benötigen hunde (wölfe) das rudel, um zu jagderfolg zu gelangen. der beste jäger (mensch), ist für die gruppe ungeheuer wichtig und wird daher möglichst unterstützt (und eingeschleimt)

katzen hingegen leben zwar auch gesellig, jagen aber nur selten gemeinsam. sie sind weniger gruppendynamisch strukturiert und schliessen sich (meist) dem menschen deshalb weniger stark an. katzen sind autonomer und nicht so auf eine gruppe angewiesen.

pferde sind also nicht "treu", sondern von ihrer veranlagung her so strukturiert, dass sie ihrem menschen gegenüber als wichtigem teil der gruppe sorge tragen.

tarpane lebten bevorzugt paarweise oder im kleinfamilienverband. ihre gruppenstruktur war ungünstig für das zusammenleben mit dem menschen. diese autonomie hat letztlich ihr aussterben begünstigt, weil sie nicht "zähmbar" waren (ähnich wie zebras).

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