Sind das eindeutig jüdische Nachnamen?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, sie sind nicht eindeutig jüdisch. Es sind in erster Linie deutsche Nachnamen, die AUCH von Juden getragen werden. Das heißt also nicht, dass jeder Goldberg automatisch jüdische Vorfahren haben muß.

Liebe_r emnro,

In unseren Kreisen wird der Nachname traditionell zumeist vom Vater an seine Kinder weitergegeben. Als Jude gilt jedoch, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde.

Es gibt also Nichtjuden mit stereotyp "jüdischen" Nachnamen (denn ein Kind eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter ist kein Jude). Umgekehrt gibt es aber genauso Juden mit Namen, die so gar nicht jüdisch klingen. Religion kann man einem Menschen nicht ansehen. Sogar die Sprache, die er spricht, hat nicht wirklich etwas auszusagen. Wenn ein New Yorker jiddischen Slang benutzt, dann weil er New Yorker ist und nicht notwendigerweise, weil er Jude ist. Wenn ein Israeli Ivrit/Hebräisch spricht, dann, weil das die geläufigere Landessprache ist, als Arabisch und nicht notwendigerweise, weil er Jude ist. Wenn man die Religion eines Menschen wissen will, muss man meist fragen. Davon, dass es einen meist nichts angeht, mal abgesehen.

Alles Liebe

Sasha

Jein.

Eine einfache Frage um einen schillernden Sachverhalt. Bei deinen Beispielen sind alle Leute, die mir dazu einfallen, Juden. Aber das heißt ja nicht unbedingt etwas. Zunächst einmal ist man auf der sicheren Seite, wenn man sagt, dass es deutsche (deutschstämmige) Namen sind. Einige dieser Namen sind typisch für Juden, aber das reicht nicht für eine eindeutige Zuordnung (G'tt sei Dank!). Wir haben es immerhin mit 1700 Jahren jüdischer Anwesenheit in Deutschland zu tun und mit Namensregelungen am Reißbrett.

Es gibt sicher eindeutig jüdische Namen - Karfunkelstein z.B. habe ich noch nie bei einem Nichtjuden gesehen. Goldstein allerdings schon - als Stiefsohn eines Juden ... Stammes- oder spezifische Berufsnamen wie Levi und Cohen/Kohn/Kahn sind natürlich einwandfrei jüdisch. (Das heißt allerdings nicht notwendig, dass die Namensträger auch Juden sind.)

Dann gibt es typisch jüdische Namen, z. B. die Farbennamen. Wenn jemand Weiss, Schwarz, Grün(baum), Gelb etc. heißt, ist die Wahrscheinlchkeit hoch. Aber "Roth" gehört auch in diese Gruppe. Nun gibt es heutzutage eine Menge Menschen, die Roth heißen ...

"In Deutschland gibt es 26783 Telefonbucheinträge zum Namen Roth und damit ca. 71421 Personen mit diesem Namen" (Verwandt.de). In ganz Deutschland gibt es gerade mal so viele Juden. (Nun ja, mittlerweile wieder ein paar mehr.) Also kann man wohl sagen, dass nicht alle Roths Juden oder jüdischer Abstammung sind. Logischerweise - da die deutschen Namen für Juden auf Eigenschaften (Herkunft, Beruf, körperliche Merkmale) hinweisen, die genauso auf Nichtjuden zutreffen können. Wikipedia:

"Roth kann ein Übername sein, der für die Eigenschaft der Farbe Rot steht. Es ist ein verbreiteter jüdischer Familienname, der ersatzweise für die Fahnenfarbe vom Stamm Ruben steht. Ebenso kann eine Ableitung von Rotbärtig oder aus Roth stammend herangezogen werden."

Rosenthal, Rosenbusch, Rosenberg sind typisch jüdische Namen. Dann aber trägt einer der wichtigsten Rassenideologen der Nazis den Namen Rosenberg ... Marianne Rosenberg, eine deutsche Schlagersängerin, hat Sinti-Wurzeln; es gibt eine deutsche Ortschaft mit Namen Rosenberg - viele Leute, die in den Jahren der Einführung fester Nachnamen aus Rosenberg weggezogen sind, dürften diesen Nachnamen verpasst bekommen haben.

Am schönsten in Hinsicht auf die biologische Deutung von Germanentum und Judentum über die Schiene der Nachnamen finde ich zwei Beispiele:

Man stelle einmal den Juden Paul Newman und den "Arie.r" *dolf H*tler nebeneinander und wende die sogenannte Rassenlehre der Nazis auf die beiden an ... :D Und dann sehe man sich den Nachnamen des langjährigen deutschen Nationaltorhüters und Vorzeigewikingers Oliver Kahn mal genauer an ...

 

(Als meine Freundin in Amsterdam zum Schabbat in die Synagoge ging, kam eine Gruppe von großgewachsenen strohblonden Kerlen in den Gebetsraum.

Das war eine Delegation von westfriesischen Juden ... :D )

 

Deine Frage wird übrigens anders beantwortet werden, je nachdem, ob ein (religiöser) Jude oder ein Nichtjude sie beantwortet: Nach der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, ist derjenige Jude, der mütterlicherseits jüdisch ist (oder konvertiert ist). Es gibt keine "Halbjuden" oder "Vierteljuden".

Geht man davon aus, hat der Name, der ja patrilinear weitergegeben wird, mit dem Judentum nur begrenzt zu tun.

Man kommt dann zu Ergebissen, denen zufolge man auf die Frage eindeutig mit Nein antworten müsste: Wenn der Jude Wilhelm Goldstein die Nichtjüdin Margarete Müller heiratet, ist Jitzhak Goldstein nach der Halacha kein Jude. Wenn der Nichtjude Daniel ten Brook die Jüdin Sabine Finkelkraut heiratet, ist ihr Sohn Thorstein ten Brook hingegen eindeutig Jude. Man mag es nicht glauben ...

 

Darin sind die zahlreichen agnostischen, atheistischen Juden noch gar nicht enthalten. Und dann gibt es noch eine soziale Definition von Juden, die nirgendwo niedergeschrieben ist und sich ethnisch (und ethisch) begründet. Juden helfen Juden. Da kann man auch der Sohn eines Juden und einer Baptistin sein. Wenn es denn sein muss. Auch anderen, ganz nebenbei: Die treibenden Kräfte der sozialen Errungenschaften in Deutschland in den letzten 150 Jahren waren ganz wesentlich deutsche Juden.


 

Im heutigen modernen Denken haben wir uns angewöhnt, die Frage biologisch zu betrachten.

Aber auch dann muss man deine Frage mit Nein beantworten - es sei denn, du willst 16tel-Juden und ähnliches einführen, und irgendwann bist du dann dabei, jeden als Juden zu bezeichnen, dessen "Blut" - man verzeihe mir die Formulierung - durch "jüdisches Blut verunreinigt ist". 32stel-Juden ... wie gesagt: Seit 1700 jahren leben Juden in Deutschland. Eine genetische Untersuchung vor ein paar Jahren hat festgestellt, dass 10 Prozent der Deutschen genetisch jüdische Vorfahren haben. Das kann deine Nachbarin Esther Weintraub genauso betreffen wie Gero von Stahlheim in der Wohnung über dir.

Bei den biolog(ist)ischen Antworten kommt man aber ganz schnell in unangenehme Bereiche, die nicht mehr nur wissenschaftlich beantwirtet werden können, sondern ethische Fragen aufwerfen - um mit Charlie Chaplin zu sprechen: For his entire public life, he (Chaplin) fiercely refused to challenge or refute claims that he was Jewish, saying that to do so would always "play directly into the hands of anti-Semites." (engl. Wikipedia: Charlie Chaplin)

In diesem Sinne, Schalom!

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