Sind 2000€ netto viel für einen Single?

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Für eine ungelernte Tätigkeit wäre es ein extrem hohes Gehalt, für eine Arbeit mit einer Ausbildung je nach Beruf mäßig bis normal, und für eine Tätigkeit, für die man ein abgeschlossenes Hochschulstudium braucht, wäre es ein niedriges Gehalt.

Die Möglichkeit des guten Auskommens richtet sich nach dem Wohnort, da man grob gesagt ein Drittel des Nettoeinkommens für Wohnkosten aufzubringen hat. Es gibt Orte, an denen man nicht einmal eine 40 m²-Singlewohnung für 700 € Warmmiete bekommen kann, sondern hier mit 900 - 1000 € Wohnkosten zu rechnen hat. An anderen Orten kann man man für 600 € eine 60 - 70 m²-Wohnung (mit Nebenkosten und Heizung) mieten.

Die anderen Lebenshaltungskosten sind innerhalb Deutschlands einheitlicher.

Dann richtet sich der Geldbedarf noch an den eigenen Ansprüchen z.B. für die Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Mobilität, Freizeitaktivitäten und Kommunikation. Ein sehr bescheidener Mensch gibt für all dies zusammen nur 300 € monatlich aus, ein anderer konsumiert für über 1000 €.

Dann gibt es noch den Punkt der Versicherungen und Sparrücklagen (Bausparvertrag, Extra-Altersvorsorge, Instandhaltungsrücklagen). Der eine Mensch hat vielleicht nur eine Privathaftpflichtversicherung, der andere vielleicht sieben verschiedene Versicherungen (einschließlich KFZ-Vollkasko). Der eine legt sich gar nichts zurück, der andere jeden Monat 300 oder 500 €.

Ein "gutes Gehalt" ist relativ.

Ich selbst habe knapp über 2.000 Euro netto. Dazu bekomme ich noch eine kleine Witwenrente und wohne mietfrei in einer kleinen Eigentumswohnung.

Wenn ich nur mein Gehalt zur Verfügung hätte, müsste ich schon rechnen. Es würde reichen, aber viele Annehmlichkeiten müsste ich einschränken.

Nun der Median für Alleinlebende beträgt gut 1.600 Euro Netto. Damit verglichen ist es also etwas gehoben.

Ob das für einen persönlich gut zum Leben ist oder nicht, das hängt wohl von einem selbst und den eigenen Ansprüchen ab, ebenso spielt die Region rein. In einer Metropole wie München geht davon der Großteil für die Miete drauf, im tiefsten Osten lebt man damit wohl wie ein König oder dem Fall eine Königin.

Gibt aber auch genug Leute, die mehr verdienen als das, bei denen am Ende des Geldes noch was vom Monat übrig ist.

Woher ich das weiß:Beruf – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Da du von netto sprichst, meinst du Arbeitnehmer, korrekt?

In dieser Situation hängt es zuerst davon ab, wo man lebt, was Miethöhe, Lebenshaltungskosten, usw. angeht. Möglich, dass in teuren Großstädten nicht viel davon übrigbleibt.

Außerhalb des Berufslebens sind 2000€ natürlich deutlich mehr. Es ist immer kostenabhängig: das, was für mich übrigbleibt, ist das, was zählt.

Mir ist es mal in Zeiten von Arbeitslosigkeit als Projekt gelungen, von 200 € im Monat zu leben, wobei ich das Wohnen (im eigenen Haus) nicht gezählt habe. Es hat funktioniert, und sogar gut.

Dabei gab es öfter mal Wildkräuter und -gemüse, aber fast kein Fleisch, mal abgesehen von Hühnersuppe aus Karkassen mit viel Fleisch dran - direkt vom Bio-Hühnerhof, das Stück für 1€, der Rest war halt Arbeit. So habe ich fast in Saus & Braus gelebt und hatte kein Gefühl von Mangel.

Wenn auch bloß auf eine bestimmte Zeit: Es geht, wenn man will. PS: Ich bin jemand, der sich lieber reich fühlt, weil er seine Bedürfnisse im Griff hat, als ständig am Rande des Abgrundes zu wirtschaften, nur weil das Geld für nicht Wichtiges wegfließt.

Getreu der Maxime "Ich kann, weil ich will, was ich muss" (nicht ganz sicher von Immanuel Kant).

So sage ich also ganz weise: 2000 € können ganz schön knapp werden, wenn man kostspielige Bedürfnisse hat, aber es ist richtig viel Geld für einen, der sich freut, mit deutlich weniger auskommen zu können.

Mit dem Buch 'Arm, aber Bio' habe ich beste Erfahrungen gemacht!

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