Selbstverteidigungssportart?

9 Antworten

Ich schließe mich zunächst einmal Rottx1512 in der Grundaussage an.

Es ist ein Unterschied, ob man eine Kampfkunst, einen Wettkampfsport, oder ein reines Selbstverteidigungssystem erlernt, da es unterschiedliche Schwerpunkte gibt.

Bei Kampfkünsten steht häufig die Entwicklung eines ausgeglichenen Persönlichkeit an oberste Stelle. Wettkämpfe gibt es häufig gar nicht und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung entwickelt sich mit der Zeit.

Kampfsportarten mit Wettkampcharakter mussten im Vergleich zur Kampfkunst technisch entschärft, oder mit Schutzkleidung kompensiert werden. Hier geht es um Fairness, Fitness, Stressabbau.

Selbstverteidigungssysteme haben keinen besonderen philosophischen Anspruch und verzichten auf Wettkämpfe, um sich ausschließlich dem Aspekt der Selbstverteidigung zu widmen.

Im Bereich der Selbstverteidigung wird häufig vergessen, dass zB Disziplinen wie Krav Maga für Militärs, Polizisten, Personenschützer und Zivilpersonen unterschiedlich vermittelt werden und diese Gruppen eben nicht das gleiche lernen.

Was ist der beste Stil zur Selbstverteidigung?

Den besten Stil für alle Menschen gibt es nicht, weil jeder Mensch unterschiedliche charakterliche und körperliche Voraussetzungen mitbringt.

Das Training macht einen vielleicht gelassener, selbstbewusster, aber krempelt nicht die Persönlichkeit um.

Eine eher zurückhaltende Person wird im Ernstfall also Hemmungen haben, eine harte Technik voll durchzuziehen. Daher sollte sie eher einen Stil wählen, der ihrer persönlichen Veranlagung entspricht.

Man kann sich sowohl mit den Erfahrungen einer Kampfkunst, eines Kampfsports, oder einer SV-Methode im Ernstfall verteidigen.

Lass dich also nicht durch das "Etikett" Kampfkunst/Sport/SV verunsichern. Das ist lediglich eine grobe Unterteilung.

Entscheidend ist nicht der Stil, sondern der Einzelne.

Jemand der auch im Ernstfall die Nerven behält und konzentriert bleibt, wird der Gefahr eher entgehen können, als jemand, der in Panik gerät.

Verliert man die Fähigkeit zur Anpassung an die Situation, ist es egal ob man die 108 geheimen Techniken der Shaolin erlernt, oder das Armee-Elitetraining absolviert hat - wer mental unterliegt, hat schon verloren.

Deshalb ist es wichtig, dass man jenen Stil findet, der einen selbst anspricht, so dass man langfristig motiviert bleibt, um Fortschritte zu machen.

Gerade bei Kampfkünsten ist die Effektivität nicht immer sofort ersichtlich und wer nach wenigen Monaten abbricht, wird nichts signifikantes erlernt haben.

Wichtig ist deshalb, so viel Freude daran zu haben, dass man wirklich dabei bleibt - egal was der Rest der Welt von diesem Stil halten mag. Gerade wenn man motiviert ist, erwartet man keine Wunder nach einem Jahr.

Mein Ratschlag

Suche dir alle Vereine in deiner Umgebung, informiere dich über ihr Angebot, vereinbare Termine für Probetrainings  - und schaue einfach, was dir liegt.

Da kannst du dir auch gleich einen Eindruck vom Umgang der Menschen dort machen, ob es Konkurrenzdenken und Leistungsdruck gibt, ob der Lehrer lieber Geschichten erzählt, als zu unterrichten usw.

Im Zweifelsfall suchst du dir eben einen anderen Verein, der den gleichen Stil anbietet - womöglich gefällt es dir dort besser. :-)

Persönliches

Ich selbst trainiere die japanische Kampfkunst Aikido und habe das wichtigste hier zusammengefasst und mit ein paar Videos kombiniert

https://www.gutefrage.net/frage/welche-kampfsportart-gefaellt-euch-und-warum-welche-macht-ihr?foundIn=list-answers-by-user#answer-202694589

Doch egal für welchen Stil du dich letztlich entscheidest - ich wünsche dir viel Erfolg. :-)

Woher ich das weiß:Hobby – Seit etwa 30 Jahren Training des Aikido

Top Kommentar!

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Hi :)

Ich kann sowohl Krav Maga als auch Kickboxen wärmstens empfehlen.
Wichtig ist nur, dass du dir eine gute Schule suchst (in diesem Fall bedeutet das familienfreundlich - in Kampfsportschulen, in denen viele Kiddies rumflitzen laufen nicht so viele "Brecher" rum (meine persönliche Erfahrung!)), und dass du dir aus dem Gelernten das rauspickst, was du für deine Zwecke brauchst... In jedem Bereich wirst du lernen jemanden schwer zu verletzen - das bedeutet natürlich jedoch nicht dass man es anwenden muss :)

Trainingserfolge hat man (meiner Meinung nach) am Schnellsten beim Kickboxen.

Alles gute :)

Hallo :)

Also zu allererst: So etwas wie eine "Selbstverteidigungssportart" gibt es nicht. Entweder du machst Sport oder du machst Selbstverteidigung. Krav Maga zählt nicht als Sport (obwohl man sehr viel schwitzt). Kickboxen, Muay Thai und co. sind alles Kampfsportarten und zählen nicht als Selbstverteidigung. Trotzdem ist es auf der Straße sicher nützlich, aber das kommt auf dich an.

Die Frage ist: Was genau willst du denn jetzt? Du willst Selbstverteidigung lernen, sagst aber, dass man im Krav Maga ziemlich dolle zuschlägt. Jetzt mal eine erstgemeinte Frage: Willst du deine Gegner auf der Straße zu tode streicheln? ;) Es ist völlig natürlich, dass in solchen Systemen, vorallem im Krav Maga, zugeschlagen wird. Selbstverteidigung beinhaltet nicht nur Polizeigriff und co. sondern Tritte, Schläge und auch deinen Kopf musst du wortwörtlich mal verwenden wenn es darauf ankommt.

Du hast also, mehr oder weniger, zwei Optionen: Entweder du trainierst einen Kampfsport wie Kickboxen oder Muay Thai. Dort lernst du Faustkampf, Deckung, Kicken und nimmst an Turnieren teil wenn du es möchtest. Dafür aber hast du keine wie man sich gegen bewaffnete Angriffe, zb Messer oder auch Schusswaffen, zu wehr setzt. Im Krav Maga wird dies nämlich gelehrt, weil es auf Selbstverteidigung ausgelegt ist. Ich selbst bin ebenfalls Kampfsportler und sage nicht, dass Kampfsport einen auf der Straße nicht weiterhelfen könnte. Aber für "Straßenkämpfe" gibt es einen eigenen Bereich. Und der heißt eben Selbstverteidigung.

Hoffe du findest was richtiges :)

Woher ich das weiß:Hobby – Trainiere seit mehreren Jahren Kampfsport (trad. Taekwon-Do)

Ju Jutsu.

Das, was jeder Polizist lernen muss, klaut sich aus allen Kampfortarten und Kampfkünsten zusammen, was funktioniert und gut einsetzbar ist.

Legt großen Wert auf Verhältnismäßigkeit, sprich du lernst neben den verletzenden Angriffen auch viel Griffe und Hebel, wie du einen Gegner fixieren kannst ohne ihn gleich schwer zu verletzen.

 

Die Nutzer schreiben immer das was ihnen selbst am besten gefällt. Lass dich nicht beeinflussen und gehe in verschiedene Vereine/Akademien um Probetraininge zu vereinbaren. Nur du selbst kannst herausfinden was zu dir passt und was nicht.
Hier reden ja alle vom Kampfsport, aber es gibt auch noch die andere Seite. Nämlich die Kampfkunst. Dort lernst du nicht einfach nur zuzuschlagen, sondern deinen Körper unter Kontrolle zu haben, was ja auch nicht schadet.
Ich selber mache seit 4 Jahren Taiwan do( nicht so verbreitet ich weiß). Dies gibt es mit Sicherheit auch nicht in jeder Stadt, aber vll hast du ja den Service und wohnst in einer Stadt wo sie es anbieten.

Taiwan do legt viel Wert auf die Ausführung und den Charakter. Es geht nicht darum grundlos Leute zusammenzuschlagen oder nicht, sondern darum deinen Körper unter Kontrolle zu haben.

Atemübungen
Am Anfang jeder Stunde macht man die Atemübungen, die es in drei bewegubgschemen gibt, also in verschiedenen Ausgangspositionen. Der Bewegungsablauf bleibt immer gleich. Dort kommst du vom Alltag runter und arbeitest dich in das Training ein.

•Mediation 
Manchmal macht man auch Mediation. Das ist wenn Tai CHI Musik im Hintergrund läuft, du die Augen schließt und zu deiner Mitte findest.

Aufwärmen
Danach wärmt man sich auf, also läuft runden durch die Halle macht die basisgymnastischen Übungen (Schildkröte,Kobras, Liegestütze, Kniebeugen und strecksprünge) danach dehnt man sich und macht drehgymnastik.

•Basis/Block 
Es gibt Basis Fuß, Knie, Ellenbogen und Faust. Block gibt es Fuß und Faust. Das wiederholt man in jeder Stunde zigfach.

Partnerübungen
Dann gibt es auch immer noch ein partnertraning, das man unterschiedlich von den Gurten mit schutzweste oder ohne macht.

Drachenkatars
Drachenkatars sind eine Kombi von Bewegungen die fließend zusammen ausgeführt werden. 
•Prüfungen und großlehrgänge

Zweimal im Jahr findet eine Prüfung statt. An dieser kannst du teilnehmen und musst je nach Gurt verschiedene Übungen  zeigen. 
Großlehrgänge sind die vorbereitenden Lehrgänge die Pflicht sind wenn man an einer Prüfung teilnimmt.

Ich hoffe ich konnte dir helfen;) bei weiteren Fragen frag einfach.

Mit freundlichen Grüßen
              

Strubbel87;)

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