Sehen wir Sternschnuppen wirklich?

8 Antworten

Sternschnuppen verglühen in einer Höhe über der Erde, wo du sie wegen der immens hohen Lichtgeschwindigkeit praktisch zeitgleich wahrnimmst. Allerdings siehst du beim Leuchten meist nur die Ionisation der Luftmoleküle, die staubkleinen Körnchen sind da viel zu klein. Nur größere können auch richtig glühen oder gar Minuten nachleuchten. Oder eben dann mit Resten als Meteoriten einschlagen. Mit den Wünschen solltest du das nicht so ernst nehmen: es kann etwas so oder so in Erfüllung gehen, aber einen nachweisbaren Zusammenhang gibt es da nicht. Lottomillionär bin ich auch nie geworden. Das wäre sonst viel zu einfach!

A) Sterne

Hier ist Deine Aussage nicht ganz richtig. Die meisten Sterne, die wir sehen sind nur wenige 100 bis 1000 Lichtjahre entfernt. Das heißt, dass das Licht von diesen Sternen seit 1000 bis 1000 Jahre unterwegs war, um zu uns zu kommen. Deshalb hast Du recht, dass niemand definitiv sagen kann, ob diese Sterne heute tatsächlich noch leuchten.

Da wir aber aus der Kernphysik und den entsprechenden Modellen der Sternentstehung wissen, dass die meisten Sterne zwischen 1 und 50 Milliarden Jahre leben (leuchten und Energie erzeugen), ist die Wahrscheinlichkeit wirklich sehr, sehr, ja sehr sehr sehr sehr !!! klein, dass ein spezieller Stern, den man heute sieht, heute nicht mehr leuchtet.

Nebenrechnung: "Worst-Case"-Annahme für das Verhältnis: Entfernung (groß) 1000 Jahre, relativ zur Lebensdauer (1 Milliarde, also eher klein), das liefert eine Verhältnis von 1 : 1000 000 (1 Million).

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b) Sternschnuppen

Diese leuchten nicht irgendwo im Universum, sondern das sind Staubkörner, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Erde einfallen und dabei in der Atmosphäre verglühen. Diese haben NICHT geleuchtet, bevor sie in die Atmosphäre eintraten. Und nachdem sie verglüht sind, sind sie weg und existieren auch nicht mehr. Aber zu dem Zeitpunkt, wenn Du sie siehst, da sind sie wirklich da.

Genau genommen siehst du nicht die glühenden Staubkörner selbst, sondern die Staubkörner sind so schnell, dass sie die Atome in der Luft ionisieren und du die Rekombination der Atome siehst. Dies ist exakt das Gleiche, wie bei einem Gewitter. Damit kannst du deine Frage auch selbst beantworten: Gibt es den Blitz wirklich, wenn du ihn siehst?

Bei einigen Sternen mag es sein, das sie heute schon gar nicht mehr existieren. Aber lange nicht alle. Sterne stehen eben sehr weit von der Erde entfernt. Wir sehen Ihr Licht also so, wie sie mal vor tausenden Jahren aussahen. Auch die Sonne siehst du ja nicht wie sie gerade jetzt ist, sondern wie sie vor ca 8 Minuten war. Würde sie jetzt verschwinden, würdest du sie dennoch die nächsten 8 Minuten sehen können. Sternschnuppen verglühen aber fast direkt über deinem Kopf! Meteore die in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen dort und wir sehen den Schweif. Das passiert in ca 80 Km Höhe. Also siehst du sie auch Zeitgleich beim Erscheinen. Manche fallen auch auf den Boden. Wenn dir mal einer auf den Kopf gefallen ist, wirst du Wissen, das es sie real gibt! Täglich fallen viele Tonnen an Kosmischem Staub und Partikeln und Steinen auf die Erde. Die größten davon können wir als Sternschnuppen sehen. http://www.bild.de/auto/auto-news/lustig/chevrolet-malibu-von-meteoriten-getroffen-23606320.bild.html

sternschnuppen sind ja himmelskörper die in der erdatmosphäre verglühen, sie sind daher sehr nah (im zweistelligen kilometer bereich), sodass die zeitverzögerung durch die entfernung vernachlässigbar ist.

Du gehst davon aus, dass Sternschnuppen Objekte im stellaren Raum sind, die weit weg sind und keinen direkten Zusammenhang zur Erde haben. Dies ist nicht richtig.

Eine Sternschnuppe ist eine Lichterscheinung. Sie entsteht wenn ein kleiner Stein (= Meteoroid) in die Erdatmosphäre kommt. Der Gesteinsbrocken fängt wegen der Reibung an den Luftmolekülen an zu glühen. KIeine Ecken und Kanten fliegen ab. Es entsteht ein Schweif. Die Lichterscheinung nennt man Meteor (oder Sternschnuppe). Normalerweise pulverisiert die Reibung den Klumpen und das "Pulver" wird zu Staub. Doch gelegentlich kommt ein so großer Meteoroid in die Erdatmosphäre, dass der innere Kern überlebt. Dieser fällt dann als Meteorit zur Erde.

Die Sternschnuppe ist also so nahe, dass nur eine Verzögerung von ein paar Mikrosekunden entsteht.

Und jetzt zum Wünschen. Das bringt nichts, weil, wie soll die Sternschnuppe es erfüllen? Wie bei einem Dschin in der Flasche kommt der Glaube daher, dass die Menschheít darauf vertraut, dass das was sie wollen auch in Erfüllung geht. Dieser Gedanke ist gut für den Menschen. Der Glaube mit der Sternschnuppe kam wahrscheinlich von den Sumerern.

Fast jede Kultur hat so einen Wünscheerfüller. Die Orientalen hatten den Dschin, die Inder hatten die Ratten, die über die Füsse laufen, die Germanen hatten Feen und es gibt noch viele andere.

Hoffe ich habe geholfen, LLG MImosa1

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