Schuld im religiösen Sinne

15 Antworten

In der These scheint mir ein logischer Fehler: Existiert die göttliche Gnade nicht unabhängig vom Glauben an sie? Entweder es gibt sie oder nicht. Wenn es sie gibt, ist es ja gerade die Eigenschaft der Gnade, das sie unverdient erteilt wird. Die These müsste also heißen: "Schuldfreiheit ist nur durch göttliche Gnade zu erreichen. Ob Gott gnädig sein will oder nicht liegt in seiner Hand und ist vom Menschen nicht zu beeinflussen."

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Gott ist zu Jedem gnädig. Es liegt im Ermessen des Einzelnen, ob er diese Gnade annehmen will, oder sie verweigert.

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@CaptainPommes

Die göttliche Gnade liegt sicher im Ermessen Gottes, aber der Mensch kann sie ablehnen und sich gegen sie verschließen. Also liegt es sehr wohl in der Hand des Menschen, ob Gnade wirksam werden kann oder nicht.

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Hallo Shehu, Ja, die Bibel sagt, dass Gottes Gnade für alle Menschen da ist. Aber Du entscheidest, ob Du sie annimmst, oder ausschlägst!

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Eine göttliche Gnade in dieser Weise gibt es nicht! Das wäre gegen das Gesetz! Sünden zu begehen ist in dieser Zeit vorgesehen, bei einigen Menschen sind das viele, bei anderen weniger Sünden! Und ein Glaube irgendwelcher Art hilft da auch nicht! Auch kann man da nicht von einer Schuld gesprochen werden, weil zu sündigen in dieser Zeit vorgesehen ist. Wenn auch einige Religionen das sünden als Schuld ansehen möchten, das sich die Menschen eine schwere Schuld aufladen, so ist das nicht im Sinne Gottes, denn Gott ist ein Ozean an Barmherzigkeit, wenn begangene Sünden sofort bereut werden! Das soll aber nicht heißen, daß eine Seele nun gut daran tun, viele Sünden zu begehen, oder das es ja nichts macht, weil es ja ohnehin so vorgesehen ist! Alle begangenen Sünden müssen am Ende dieser Zeit beglichen werden, und das geschieht entweder durch Leid, oder durch anerkennen der eigenen Seele und der Höchsten Seele, Gott Vater aller Seelen, schon vor dem Ende dieser Zeit. Liebe Grüße bherka

Ich habe mir über die Schuldfrage einmal Gedanken gemacht und möchte sie mitteilen:

Das Schuldgefühl und die Angst (Erkenntnis am 26. und 29.11.06)

Heute Morgen im Bett kamen mir Gedanken über das Schuldgefühl, die Sünde, die Lasten, die wir in uns wirken fühlen und die uns immer wieder niederdrücken, zweifeln lassen, das Leben oft als aussichtslos, hoffnungslos und ausweglos erscheinen lassen - und von der starken Kraft A n g s t ständig begleitet werden. Wir sind von einem Schuldgefühl mehr oder weniger geprägt, weil das Leben uns mit diesen Schuldkräften immer und immer wieder begegnet und wir so zu einem ähnli-chen Verhalten in uns neigen. Bei allen Dingen im Leben auf dieser Erde wird bei unangenehmen Vorfällen immer ein „Schuldiger“ gesucht. Die so genannten Schuldigen müssen ihre Unschuld beweisen können oder die Schuld muss ihnen bewiesen werden. So wird schon den Kleinkindern - zuerst dürfen sie alles tun - nach und nach beige-bracht, dass viele Dinge nicht mehr gemacht werden dürfen, oder nicht mehr so ge-macht werden dürfen, wie es mal war. Und, passiert mal etwas Unangenehmes, wird die Schuld von sich gewiesen, es wird gelogen, die Tatsachen werden verdreht und meist anderen die Schuld zugeschoben. Schuld oder auch Sünde wird seit alters her in irgendeiner Form geahndet, die Schul-digen verurteilt. Das Schuldgefühl ist somit mit Strafen verbunden, Strafen erzeugen Schmerzen an Leib und Seele, und darum möchte niemand Schuld haben - die Angst vor Strafen wirkt oft wie lähmend. Selbst im Materiellen können materielle Schulden eine Strafe nach sich ziehen, wenn sie nicht bezahlt werden. Es geht auf diesem Planeten Erde soweit, dass selbst Völker verurteilt werden, zu Schuldnern abgestempelt werden. Es fängt jedoch im einzelnen Menschen an zu pochen und zu schmerzen, wenn man gegen irgendeine so genannte Ordnung oder Abmachung, gegen Verträge oder be-stimmte Verhaltensweisen „verstoßen“ hat. In Gedanken, Gefühlen und eigenen Vorstellungen beginnt oft die Sünde, das Sün-dengefühl, das Schuldgefühl - außer, wenn das Gefühl nicht vom Entwicklungsstand her roh und verantwortungslos ist, wenn das Gewissen ausgeschaltet ist. So findet auf dieser Erde ein ständiger Kampf statt mit Drohungen und gegenseitigen Bedrohungen, die später Kriege zur Folge haben können. Beherrscher und Beherrschte prägen so mehr oder weniger das Menschenbild dieser Erde. Das hat zur Folge, dass noch mehr gelogen und betrogen wird - aus welchen Gründen auch immer, meist ist es das Geld - das Machtmittel auf der Erde.

Nun kann man das Schuldgefühl nicht einfach als etwas abtun, was einem „eingeimpft“ wurde, dass man eigentlich gar keine Schuld hat, die doch nur durch Verhaltensregeln erzeugt wird, wenn man gegen diese verstößt. Das Schuldgefühl muss ein Gefühl sein, das in uns allen in irgendeiner Art und Weise lebt - gepaart mit der Angst.

Gehen wir zur Lebensquelle, zu Gott, zurück. Gott hatte seinen Kindern schon vergeben, bevor sie von Ihm abfielen, die Ordnung der Himmel aufgrund ihrer eigenen Entscheidung verlassen hatten. Das bedeutet, dass von Seiten Gottes wie von allen Gott Treugebliebenen den fortge-gangenen Kindern, Geschwistern keine Bürde oder Last oder Schuld auferlegt wurde. Dadurch wird verständlich, dass sich - durch das Abwenden von Gott, durch die ei-genwillige Entscheidung der Fortgegangenen - noch keine Schuld im Sinne von Schuld gefühlsmäßig einstellte. Die abgefallenen Kinder waren sich und konnten sich keiner Schuld bewusst werden, weil es diese gar nicht gab. Ein Schuldgefühl wurde durch das vorhergehende Vergeben Gottes nicht von Ihm ge-schaffen. Gott richtet nicht, daher konnten und können sich seine Kinder, was sie auch tun, nicht schuldig fühlen. Das Schuldgefühl als solches konnte demnach nur im Laufe des Abfallgeschehens durch die Abgefallenen selbst erschaffen worden sein, weil sich irgendwann heraus-stellte, dass ihr eigenwilliges „Unternehmen“ nicht von Gott anerkannt werden konnte, weil es nicht der Ordnung der Himmel entsprach. Es ist zu Situationen gekommen in den internen Auseinandersetzungen der Abgefalle-nen, die letztendlich die Schuldfrage ins Leben rief. Es waren neue Verhaltensmuster entstanden, die untereinander mehr und mehr zur Entwertung und Bewertung der einzelnen Personen führte. Dass das Bewerten, Be- und Verurteilen, das Richten naturgemäß Schuldgefühle und damit Ängste auslöste, war nur eine Folge. Das lieblose Verhalten führte mehr und mehr dazu, dass sich Machtblöcke bildeten, Herrscher und Beherrschte in einer selbst aufgestellten Ordnung lebten und wirkten, und dadurch belastende Kräfte frei wurden, die jeder selbst schuf und die somit zu seiner eigenen Last wurden, dessen Tragweite ihm nicht bewusst war.

Als die Abgefallenen durch Diener und Dienerinnen Gottes aufgesucht wurden und ihnen somit ein Spiegel gegenüberstand, wurde vielen bewusst, dass sie sich in Wirk-lichkeit von der Himmelsordnung abgewandt hatten. Das ließ weitere Schuldgefühle in ihnen aufsteigen - wobei diese Schuldgefühle durch sie selbst erzeugt wurden, denn Gott hatte ihnen keine mitgegeben, sie sollten sich frei für eine Umkehr entscheiden können, jederzeit.

Wenn nun ein abgefallener Geist aus dem Schattenreich in das Erdenleben als Mensch tritt, ist ihm eine Erinnerung an sein „Vorleben“ nicht möglich, denn er soll auf der Erde bei „Null“ anfangen dürfen. Dass er jedoch in seinem Inneren alle guten wie unguten Gefühlskräfte - die in der Seele gespeichert sind - mitbringt, davon weiß er noch nichts. Diese werden durch die Lebenssituationen, in die er kommt, wieder angerührt, so dass er sofort feststellen kann, auf welche Art und Weise er reagiert. Bei unerfreulichen Situationen, die ihn selbst betreffen, werden auch die unguten Kräf-te angesprochen, die sich dann, wenn er sie leben lässt, auch lieblos auswirken auf seine Umwelt. Er „belastet“ sich dadurch erneut und die Umwelt reagiert meist mit der Bewertung - schuldig! Sie vergisst dabei, dass sie sich mit jedem Schuldspruch selbst schuldig ge-macht hat. Das geht oft soweit, dass man sogar Gott die Schuld an allen Missständen zuschreibt. Wer will schon schuldig sein an irgendetwas? Wenn er auch mit allen Mittel versucht, seine eigene „Schuld“ von sich zu verdrängen, was er sich selbst aufgeladen hat durch falsches, liebloses Verhalten, wird durch Ver-drängung nicht aufgelöst, eine unerklärliche Angst bleibt. Aufgelöst werden können diese Lasten nur durch liebevolles Verhalten, durch Verge-ben und Verzeihen anderen gegenüber, durch die Annahme der eigenen, selbst ge-machten Last. Die Mittel, um aus diesem „Teufelskreis“, um aus diesen Verirrungen und Verwirrun-gen der Gefühle und Gedankenkräfte herauszukommen, brachte Jesus den Men-schen, indem er sie auf ihre Urheimat, auf Gott hinwies, auf die Liebe und Feindeslie-be, auf die Barmherzigkeit und Gnade, auf das Verzeihen und Vergeben. Er selbst hat den Menschen seinerzeit vorgelebt, dass solch ein Leben möglich ist! Da der Mensch, oder besser gesagt, alle Kinder Gottes ewig leben, müssen oft mehre-re Erdenleben gelebt werden, um zu einer neuen Gesinnung zu finden, um die erkann-ten Wahrheiten, die Jesus brachte, auch auszuleben. Ein großer Trugschluss ist anzunehmen, dass Jesus mit seinem Erdenleben unsere Schulden auf sich genommen hat. Das ist eine Fehlinterpretation seiner Worte, seiner Lehre, die ihre Wirkungen haben wird.

Somit müssten wir erkennen, dass es von Seiten Gottes keine Schuldzufügung gibt! Das Abfallleben der von Gott Fortgegangenen hat Kräfte hervorgebracht, die jedes abgefallene Wesen in sich selbst wieder auflösen muss, durch entgegengesetzte Kräf-te - Liebeskräfte! Das ist ein großes, schweres Ringen, woran die meisten scheitern, auch die, die von dieser Gesetzmäßigkeit wissen. Die Hilfen von Seiten Gottes stehen jedoch immer zur Verfügung. Das wahre Hinwenden zu Gott ist der erste Schritt, um diese Hilfen zu erbitten. Der Mensch sollte das Schuldgefühl und seine individuelle Angst mit neuen Augen betrachten!

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