Satanismus Erfahrungen?

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9 Antworten

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Deshalb beschränke ich mich auf die bekannteste Gruppe die "Church of Satan" und ihre "satanische Bibel".

Das ist eine rein hedonistisch ausgerichtete Gruppe, die die Existenz von Gott ablehnt und meint, man sollte in Leben soviel Spass wie möglich haben.

Entsprechend halten sie ihre Rituale für eine Mischung aus Kostüm-Fasching und Swinger-Klub die möglichst Laune machen soll. Die sagen das auch so.

Das das christliche Gruppen aufregt ist mir klar.

Vermutlich gibt es daneben tatsächlich Gruppen, die Blutopfer bringen oder Dämonen beschworen. Das sind aber eher verschlossene Gruppen von denen man nichts hört.

Weil diese Dinge im Gegensatz zur römischen Orgie nicht mehrheitsfähig sind.

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Nach der Lehre von LaVey (der eigentlich bekannte Satanismus) ist Satanismus "nur" eine Ablehnung von sämtlichen (religiösen) Geboten. Die Gruppe Church of Satan ist eher albern (aber auch gefährlich, es gab schwere Vorwürfe gegen dieses Grüppchen).

Zwei Erfahrungen darf ich Dir mitteilen: Die von Zeena Schreck, geborene LaVey, die früher eine bedeutende Stellung in LaVeys Gruppe hatte und inzwischen ausgetreten ist. Sie beschreibt, was man davon zu halten hat, nämlich nichts (Google "Beelzebubs Tochter", dann erhältst Du ein Interview von ihr, 2 Seiten).

Ein anderer Fall, der der Heike H, welche eine Veranstaltung wohl von rituellen Satanisten besucht hat, führte dazu, dass sie sich besessen gewähnt hat und Exorzismen an sich durchführen ließ, nach anderer Ansicht hat sie eine schwere Erkrankung durchlebt. Sie hat nach ihrer Behauptung auf Video aufgenommen, wie sie nachts traktiert worden sein:

http://kath-zdw.ch/maria/heike.html

Video habe ich leider nicht gefunden.

Dann gibt es noch Alister Crowley, welcher den Okkultismus in Richtung Satanismus modifiziert worden ist, aber eigentlich mehr Telema / Okkultismus ist. Dieser hatte jedoch eine starke psychische Störung, fand den Faschismus um Hitler gut (ähnlich wie ein englischer Satanisten Orden) und war äußerst obszön. Sein Leben war entsprechend abartig.

Daneben gibt es noch Satanismus als Subkultur, rituell geprägt von der Satanic Bibel von LaVey (die eigentlich nur Recherchen von LaVey und seine Phantasiererei sind - Hintergrund war, dass LaVey, als man ihn gefragt hat, was seine Lehren sind, gar nicht gewusst hat, was er antworten sollte. Dann fing er an, sich einzulesen, das Ergebnis der Recherchen ist in diesem Buch von ihm, zusammen mit seiner Kirchen-"Kritik" und eigenen Erfindungen), allerdings weniger LaVey-hedonistisch, eher ein unverständiges rituelles Getue, im Prinzip häufig als Kompensation eigener Schwäche.

Wenige satanistische Grüppchen kochen ihr eigenes Süppchen, eher peinlich, wegen Vorfällen wie bei Heike H. aber doch gefährlich.

Insgesamt ist Satanismus entweder eine Weiterführung des Okkultismus mit Perversionen, oder ein sehr derber Hedonismus oder eine Subkultur, auch als Jugendokkultismus.

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Kommentar von Tina4495
30.05.2016, 15:49

Vielen Dank !

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Satan ist zunächst ursprünglich gesehen garkeine christliche Erfindung, sondern eine heidnische, lediglich der Name stammt aus dem Monotheismus. Ursprünglich hatte er andere Namen, andere Funktionen und ist z.B. Göttern wie "Cernunnos" gleichzusetzen, welcher zufälligerweise auch ähnliche Eigenschaften wie Jesus Christus aufweist. Das Christentum oder besser gesagt der Monotheismus hat für eine weltweite Unterjochung der heidnischen Völker gesorgt. Damals mit den Römern in Europa, später auch in Amerika und so weiter, geschichtliche Belege gibt es genug ... Der Christentum hat sich all das, was für eine patriarchalische Weltordnung gut ist, aus vorangegangenen Kulturen herausgepickt und alles andere (auch das was eigentlich natürlich ist) verteufelt, selbst den weiblichen Körper. Also könnt ihr euch die Frage, wo was herkommt schon einmal sparen. Religion war ab einem gewissen Zeitpunkt für Menschen in besseren Positionen (ob nun geographisch oder politisch etc.) nur noch Werkzeug um sich über andere empor zu heben. Die heidnischen Völker haben die Natur verehrt und keinen "Satan" in dem Sinne. Im Grunde genommen gibt es historisch gesehen also keinen Satanismus, die Leute, die wirklich in solch einer kirchlich beeinflussten Weise handeln, nennt man mittlerweile auch Teufelsanbeter und haben mit LaVey wenig am Hut. LaVey hat damals den Versuch gestartet sich gegen ein aufgezwungenes Konstrukt von Religion aufzulehnen und sich selbst so anzuerkennen wie man geschaffen wurde, denn Menschen sind, wie oben bereits erwähnt, keine Engel - sondern auch nur Tiere. Zu bedenken ist auch, dass es zu der Zeit noch viel mehr Gläubige gab und auch noch viel mehr konservative und festgefahre Strukturen, die darauf Wurzeln, besonders im erstohlenen Amerika. Marilyn Manson z.B. war ein enger Freund von LaVey und hat sich ebenfalls gegen diese christlichen und teilweise auch menschenunwürdigen Strukturen aufgelehnt und damit eine ganze Generation geprägt. Es hängt da schon eine ganze Menge mehr dran, denn die Menschen waren zu LaVeys Zeiten noch nicht so offen wie heutzutage, bzw. es lockerte sich erst langsam mit seinen letzten Jahren. LGBT Rechte gab es damals auch so gut wie garnicht. Und selbst heutzutage laufen leider immer noch genug Leute durch die Weltgeschichte, die in ihrer von christlichen Werten manipulierten Dogmatik festhängen. Früher war man eins mit der Natur und das war der Glaube. Dieser wurde irgendwann durch Angst ersetzt, "Bete und arbeite". Da ist es schon in Ordnung, wenn man sich in aufgeklärteren Zeiten davon befreien will. Zudem soll Glaube einem eigentlich ja auch helfen und Kraft oder auch Trost spenden, man darf sich eben nur nicht darin verlieren und verrennen. Das gilt für jeden Glauben ob nun monotheistisch, pantheistisch, snykretistisch, schamanisch und so weiter und sofort. Ich selber praktiziere keinen LaVey Satanismus, habe aber schon viel über andere Kulturen und Religionen gelesen und muss sagen, dass es ein Weg ist, den man durchaus gehen kann, denn ein Satan steckt in jedem von uns. Jedoch sollte man sich bewusst sein, was man erzielen möchte. Wer ein Gandhi Leben führen möchte sollte sich z.B. eher auf den Buddhismus beziehen (eine durchaus vernünftige Weltanschauung, die auf Wirkung/Ursache basiert). Satanismus ist, unabhängig davon was wovon was beeinflusst wurde, weniger eine Religion, sondern einer eher auf das eigene Ego zentrierte Philosophie. Ob man das gut heißen muss ist eine andere Frage. Es kommt auch drauf an wie viel Ego/Eco Gefühl man hat und ob man bereit ist in eine entgegengesetzte Richtung zu gehen oder sich seinen Neigungen bzw. Sicherheiten hingibt.

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Nahezu alle Satanisten glauben nicht an Götter oder andere erfundene Wesen. Kirchen haben sie nicht, die meisten führen nicht einmal Rituale durch, feste Rituale gibt es im Satanismus eh nicht. Gebetet wird nicht, das erübrigt sich ja, wenn man nicht an übernatürliche Zauberwesen glaubt.

Satanisten sind ihre eigenen Götter. Sie haben begriffen, dass die Kraft, um die andere Leute ihre Gottheit immerzu bitten, bereits in ihnen steckt. 
Satanisten lassen sich nicht durch sinnlose Gebote einschränken. Die sieben Todsünden gehören für sie zu einem erfüllten Leben, denn sie halten das Unterdrücken der Triebe und Emotionen (siehe Todsünden) für falsch. Diese Teile des eigenen Selbst lassen sie zu und lernen lieber, sie zu kontrollieren, wo das Ausleben zum Nachteil würde.
Satanisten lehnen das duale System von Gut und Böse oder Gut und Schlecht ab. Sie haben erkannt, dass dazwischen viele Grauschattierungen gibt und das es auch situationsbedingt ist.
Moralvorstellungen lassen sie sich nicht diktieren, sondern entscheiden selbst für sich, was angebracht ist.
Im Vordergrund stehen Selbstverwirklichung, freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Erfüllung der eigenen Wünsche.

Das klingt vielleicht so, als ob Satanisten selbstsüchtige Arshlöcher wären, aber das sind sie nicht mehr und nicht weniger als alle anderen menschen auch. Sie stehen nur dazu, auch hin und wieder selbstsüchtig zu handeln und führen sich nicht wie oberheilige Heuchler auf, obwohl sie genau so selbstsüchtig sind, wie alle anderen auch.

Die meisten Satanisten würde man nicht für welche halten, denn die sind selten gruselige, schwarz gekleidete Gestalten, die dauernd nur Blackmetal hören.

Es kursiert viel Unsinn über Satanisten, auch hier kann man Einiges davon lesen. Sie sind nicht böse, opfern keine Tiere, beten nicht zum teufel oder Dämonen und haben eigentlich so gar nichts mit den gemeinsam, wie sie in den Medien gern dargestellt werden. Die Medien geben ein verzerrtes Bild wieder, weil Satanismus an sich recht unspektakulär daher kommt. Vielleicht ist ja euer glatt rasierter und gut gekleideter Bankberater Satanist, oder die Frau, die euch morgens in der Bäckerei die Brötchen verkauft hat.

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Kommentar von FragaAntworta
30.05.2016, 15:35

Du verzichtest also auf die Trennung der diversen Strömungen im Satanismus und lässt Deine Erklärung als einzige stehen, das ist autoritär.

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Kommentar von VulpesInculta1
30.05.2016, 15:47

"Satanisten halten sich nicht an Gebote".  Danach kommt eine Liste von was Satanisten alles sind und was sie erfüllen. Fukklogics. Satanismus ist nur ein Auffangbecken für infantile und reaktionäre Kleingeister die sich aufspielen müssen. Meine Definition. Da meine Definition die einzig richtige ist. Weil ich das sage ahahha

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Habe mich was das Thema Satanismus betrifft in letzter Zeit mehrfach informiert und soweit ich es verstanden habe glauben sie an kein höheres Wesen...somit auch nicjt an den Teufel. Er dient ihnen viel mehr als Motiv für gewisse Prinzipien und mehr oderr weniger als Lebenseinstellung.  Hierbei geht es nämlich vorallem um Rebellion da ded Teufel im Grunde genommen ja auch ein Rebell war. Nur beziehen sie es nicht aufs Religiöse sondern auf ihr eigenes Leben. Sie sehen in sich selbst einen Gott ( da Satan Gott stürzen wollte um sich ihm gleich zu stellen... vermute ich ) 

Naja ich hoffe ich konnte dir das einigermaßen verständlich schildern :)

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Sehr komplexes Thema. Kommt drauf an welche Form von Satanismus du meinst. Ich persönlich denke Satanismus ist in dem Sinne nichts eigenständiges weil Satan auf eine Art das Anti zu Gott und Jesus darstellt. Ohne Christentum, auch kein Satanismus. Also könnte man eigentlich sagen Satanismus ist ein "christlicher" Glaube (vorausgesetzt wir reden vom christlichen Satan). 
Anyways: Es gab Zeiten da war jeder welcher der christlichen Kirche nur in irgendeiner Form kritisch gegenüber war ein Abtrünniger und Teufelsanbeter. Teilweise wurden selbst normale Leute die sich für Wissenschaften und Medizin interessiert haben als solches angesehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass eben diese Leute mit der Zeit angefangen haben sich aus "Spass" als Satanisten zu bezeichnen, weil ihnen eben dieser Stempel aufgedrückt wurde. Interessant ist zum Beispiel auch, dass Luzifer (also Satan) in der Bibel der "Bringer des Lichts" ist. Man könnte daraus auch heraus interpretieren, dass Licht = Wissen ist (vielleicht kennt sich hier einer besser aus als ich). Somit waren wohl viele "Satanisten" früher Leute die Religion nicht als Erklärung für alles akzeptieren wollten. Man kann vielleicht auch zwischen theistischem (also man glaubt wortwörtlich an Satan)  und atheistischem (Satan ist nur Symbolik) Satanismus unterscheiden. Für zweiteres ist zum Beispiel die "Church of Satan" ziemlich bekannt. Da geht es in erster Linie darum, sein eigener Herr und Meister zu sein und das ganze hat auch eine sehr hedonistische Komponente. Wenn du mich persönlich fragst ist Satanismus ziemlicher Blödsinn und dient eigentlich nur zur Provokation, ist aber im heutigen Jahrhundert auch ziemlich ausgelutscht.

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Kommentar von Giustolisi
30.05.2016, 15:06

Ich persönlich denke Satanismus ist in dem Sinne nichts eigenständiges weil Satan auf eine Art das Anti zu Gott und Jesus darstellt. Ohne Christentum, auch kein Satanismus.

Das ist falsch, du solltest dich besser informieren. Satanisten kommen auch ohne die Kirche klar.

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Sie sind genau wie die Kirchen, nur eben machen sie es anders herum, verdreht sozusagen und in sein Gegenteil verkehrt.

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Kommentar von Giustolisi
30.05.2016, 15:07

Falsch, einfach nur falsch. Satanismus ist kein invertiertes Christentum.

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