Rettungsdienst Einstellungstest?
Ich habe Anfang April meinen Einstellungstest bei den Maltesern (danach bei DRK und Johanniter) für einen Ausbildungsplatz zum Notfallsanitäter. Online gibt es ja diverse Testtrainer und Vorbereitungspakete, lohnt es in diese zu investieren?
Auf was für Fragen kann ich mich im Vorstellungsgespräch einstellen?
Danke
2 Antworten
Was für Einstellungstests gemacht werden und wie die in die Gesamtbewertung einfließen, entscheidet jeder Rettungsdienst selbst. Das geht beim DRK bis runter auf Landkreisebene, rechts und links einer Kreisgrenze können die Welten beim DRK komplett unterschiedlich sein... der eine macht 2 Tage Assessment-Center und der andere macht ein Vorstellungsgespräch und sonst nichts.
Ganz generell werden keine Wunder erwartet und man kann sich grob denken, was kommen wird:
- Es wird ganz sicher die eine oder andere Frage kommen, wie du dir die Arbeit im Rettungsdienst vorstellst und warum du das machen möchtest. Es ist in den letzten Jahren genug über die Probleme im Rettungsdienst veröffentlicht worden, dass man erwarten kann dass du wenigstens ein Bisschen davon mitbekommen hast.
- Ein Bisschen Kopfrechnen muss man im Einsatz können. Als Beispiel: Du hast eine Spritze mit 5 ml von einem Medikament, entsprechend 25 mg Wirkstoff. Und der Patient (ca. 1,80 m groß, normalgewichtig) soll eine Dosis von 0,125-0,25 mg je kg Körpergewicht bekommen. Wie viel ml aus der Spritze verabreichst du? Also mit einem kleinen Rechentest darfst du rechnen. Auch hier wieder, es werden keine Wunder verlangt sondern eine solide Grundlage.
- Bei aller moderner Elektrounterstützung: Wenn die mal nicht zur Verfügung stehen oder nicht angewandt werden kann, müssen Patienten getragen werden und die sind nicht alle schlank. Das medizinische Equipment ist schwer und muss auch mal ins höchste Stockwerk oder hunderte Meter weit in den Wald rein getragen werden. Reanimation ist klassischerweise erstmal Handarbeit. Das alles erfordert eine gewisse körperliche Belastbarkeit. Die ggf. in irgendeiner Form abgeprüft wird.
- Falls du einen Migrationshintergrund hast: Die Deutschkenntnisse müssen gut genug sein, dass du alles verstehst und keine Missverständnisse aufkommen. Auch, wenn mal einer nuschelt oder Dialekt spricht.
- Zumindest das helferische Allgemeinwissen aus dem Erste-Hilfe-Kurs sollte noch einigermaßen präsent sein.
- Auch sonst: Allgemeinwissen, nen Plan vom Leben und von der Welt, Selbstständigkeit, freundliches Auftreten...
Nichts davon ist eine Überraschung, wenn man sich ein Bisschen damit beschäftigt hat, was diesen Beruf ausmacht. Dementsprechend sehe ich recht wenig Anlass, Geld für irgendwelche Trainingsprogramme auszugeben.
Die Tests für den Rettungsdienst, insbesondere für die Ausbildung zum Notfallsanitäter, sind oft anspruchsvoll. Sie decken verschiedene Bereiche ab, wie:
- Allgemeinwissen: Fragen zu aktuellen Themen, Geografie, Geschichte oder Politik.
- Mathematik: Grundrechenarten, Prozentrechnung und logisches Denken.
- Deutschkenntnisse: Grammatik, Rechtschreibung und Textverständnis.
- Fachwissen: Erste Hilfe, medizinische Grundlagen und naturwissenschaftliche Themen.
- Konzentration und Merkfähigkeit: Aufgaben, die deine Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung testen.
Online-Testtrainer können eine gute Investition sein, wenn du gezielt üben möchtest. Plattformen wie Plakos oder Testhelden bieten interaktive Übungen, die dir helfen, dich mit dem Aufbau und den Anforderungen des Tests vertraut zu machen.
VorstellungsgesprächIm Gespräch solltest du dich auf folgende Themen vorbereiten:
- Motivation: Warum möchtest du Notfallsanitäter werden? Was reizt dich an diesem Beruf?
- Stärken und Schwächen: Sei ehrlich, aber zeige, dass du an deinen Schwächen arbeitest.
- Stressbewältigung: Wie gehst du mit belastenden Situationen um? Beispiele aus deinem Leben können hier hilfreich sein.
- Teamarbeit: Deine Fähigkeit, im Team zu arbeiten, ist im Rettungsdienst essenziell.
- Fachliche Fragen: Es könnten Fragen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen oder medizinischen Grundlagen gestellt werden.
Einige Arbeitgeber fragen auch nach deiner Meinung zu aktuellen Themen im Gesundheitswesen oder stellen hypothetische Szenarien, um deine Problemlösungsfähigkeit zu testen.