Rechtsanwaltrechnung trotz falscher Beratung bezahlen?

4 Antworten

Wenn du ihm nachweist, dass er dich tatsaechlich falsch beraten hat, wird er fuer den dadurch entstandenen Schaden haften muessen. Allerdings duerfte die Beweisfuehrung deutlich mehr als 126 Euro kosten und es wird wahrscheinlich auch nicht leicht sein, diesen Nachweis tatsaechlich auch zu erbringen.

Bei einem derart geringen Betrag wuerde ich die Kroete hoechstwahrscheinlich schlucken und von einem wahrscheinlich mit einem hohen Risiko verbundenen Rechtsstreit vermeiden.

Richtig! Da gibt es nämlich auch ein Prozeßrisiko. Du hast nämlich nur einen Anspruch auf ein rechtstaatliches Verfahren, nicht auf Gerechtigkeit. 5 Juristen = 5 Meinungen. Deshalb gibt es ja 4 Instanzen und heut' kann man noch 2 EU-Instanzen dazu packen.

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.(dt. Sprichwort)

Die Wahrheit ist nackt. Sie wird nur unterschiedlich angezogen. (Polnisches Sprichwort).

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Geringer Betrag? Für nichts? Dafür kann ich meine Kinder 1 Woche ernähren!

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Wilhelm Busch sagte mal:

"Rechtsanwälte sind sehr verehrlich, nur ihre Rechnungen sind sehr beschwehrlich."

Mit der Unterschrift unter der Vollmacht an den Rechtsanwalt verlierst du alle Rechte und überträgst sie an den Rechtsanwalt.

Daß der Rechtsanwalt dich falsch beraten hat, kannst du gar nicht wissen, weil du selbst kein Jurist bist, beweisen kannst du es auch nicht, weil du keinen Rechtsanwalt als Zeugen hast, der neben dir saß, als die Beratung erfolgte.

Deshalb haben Mandanten immer schlechte Karten. Wenn man die Rechnung nicht bezahlt. kommt die Zwangsvollstreckung.

Yoko Ono hat mal gesagt: Rechtsanwälte sind allesamt "gekaufte Freunde", denn sie lernen ja täglich, wie Gesetze und Gesetzeslücken ausgenutzt werden können. Tja, aber gerade das ist ja ihr Job. Yoko Ono kündigte dann allen Anwälten und macht heute alles selbst.

Lern also, deine Sachen ohne "gekaufte Freunde" selber zu erledigen.

"Daß der Rechtsanwalt dich falsch beraten hat, kannst du gar nicht wissen"

Natürlich kann man das wissen! Es ist doch ganz eindeutig nachweisbar ob durch eine Rechtsberatung ein Schaden entstanden ist oder nicht, nur weil man kein Jurist ist, ist man ja nicht blöd.

Anwälte können nicht erzählen, was sie wollen, wenn sie schuldhaft falsch beraten haben, steht einem Schadensersatz zu

http://www.anwaltsrecht.uni-koeln.de/fileadmin/sites/anwaltsrecht/Aufsaetze/Grunewald__AnwBl_05-02__258ff.pdf

"Lern also, deine Sachen ohne "gekaufte Freunde" selber zu erledigen."

Was soll denn das? Es gibt zig Verfahren bei denen Anwaltspflicht herrscht

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@dandy100

Leider lebst du in einer Wunschdenken-Welt. Grundsatzurteile belegen, daß Rechtsanwälte freie Hand haben, sie bewerten juristische Fälle nach eigener Bewertung. Da beißt du leider auf Granit, hast am Ende alles Geld verspielt und ärgerst dir ein Magengeschwür.

Ich arbeite seid 30 Jahren mit Anwälten: Der Fehler liegt bei dir: Deine Vorstellung von juristsicher Realität ist Wunschdenken. Jeder Mensch weiß, daß der Rechtsanwalt den Job nur für Geld macht. Wofür denn sonst? Deshalb wird er auch nie eine Garantie abgegen und immer auf das Gericht verweisen, daß die Entscheidung trifft. Wenn man wirklich auf Nummer sicher gehen will, fordert man den Anwalt auf, schriftlich seine juristische Sicht darzustellen.

Aber auch dann kann man den Anwalt nicht am Schlawittchen packen, denn seine Expertise ist halt nur eine juristsiche Meinung. Warum? Weil man in vier Gerichtsinstanzen 4 verschiedene Urteile erhält.

Die Realität sieht allerdings noch schlimmer aus: Jeder Anwalt steht unter Kostendruck, denn seine Rechtsanwaltsgehilfin will jeden Monat ihr Geld.Und auch die Ehefrau des Rechtsanwalts pocht darauf, daß der Anwalt pünktlich sein Geld nach Hause bringt. So werden im Gespräch auch mal Erwartungshaltungen auf einen Sieg vor Gericht geweckt und der Mandant animiert, die Vollmacht zu unterschreiben.

Später ist dann davon nichts mehr wahr.

Gerichte weisen dabei darauf hin, daß der Ausgang eines Gerichtsverfahrens offen ist und deshalb ein Spruch im Volksmund herrscht: Vor Gericht und auf dem Meer sei man in Gottes Hand.

Wenn das stimmt, so ist man auch beim Rechtsanwalt in Gottes Hand.

Ein Rechtsanwalt hat einen Mandanten "bestmöglich" zu vertreten. Der Gesetzgeber weiß, wie die Realität aussieht und hat deshalb jedem Rechtsanwalt eine Rechtsanwaltshaftpflicht anempfohlen. Wenn du ihn verklagst, zieht die Haftpflichtversicherung das Verfahren an sich.

Dein Gegner ist dann die Haftpflichtversicherung, die mit dir dann durch 4 Instanzen gehen kann.

Also laß es lieber.

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@matzevalentin

Sorry, aber da widerspreche ich vehement und zwar aus eigener Erfahrung.

Anwälte haben eindeutig definierte Pflichten z.B Mandanten vor voraussehbaren und vermeidbaren Nachteilen zu bewahren. Bei einem Vergleich z.B. muss auf alle! Vor- und Nachteile des beabsichtigten Vergleichs hingewiesen und dabei auch die wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse des Mandanten berücksichtigt werden - wenn das nicht passiert, ist das keine Auslegungssache sondern durch den erlittenen finanziellen Schaden ganz klar nachweisbar und der Anwalt bzw seine Versicherung ist schadenersatzpflichtig.

Ganz genauso ist es nachweisbar, ob ein Verfahren völlig aussichtlos ist und man hineingeredet worden ist.

Immerhin gibt es eine Anwaltskammer bei der man sich beschweren kann und die Verstößen auch nachgeht - alles einfach nur hinehmen, muss man jedenfalls nicht und das ist auch falsch.

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@dandy100

Ja. Du hast Recht. Nur nützt es nichts, denn die Rechtsanwälte haben in D Narrenfreiheit. Mein Rechtsanwalt soll seit 3 Jahren bei einem anderen Rechtsanwalt pfänden. Es passiert nichts. Angeblich wartete er noch immer auf das Geld vom Gerichtsvollzieher. In Wahrheit will er dem anderen RA nicht in die Hose fassen, weil man sich ja im Gerichtsflur noch guten Tag sagen will. So sieht nun mal die Realität aus.

Ich wünsch dir viel Erfolg:

Wer mit dem Teufel speisen will, braucht einen großen Löffel. (Nikolai Gogol)

Ach so: Rechtsanwaltskammern brauchen das Geld der Rechtsanwälte. Warum sollten die dann Rechtsanwälte drangsalieren?

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@matzevalentin

Also mit jemandem, der Gogol zitiert, möchte ich mich ungern streiten, denn das ist heutzutage selten genug ;-),trotzdem meine ich, dass man nicht alles einfach nur hinnehmen sollte, wenn eindeutig Unrecht geschieht.

Mir ist das schon alles ganz klar, was Du sagst - ich bin ja nicht naiv - aber es gibt auch immer noch anständige Anwälte, die keine Scheu haben, auch gegen einen Kollegen vorzugehen, zumindest hatte ich mal das Glück, sowas zu erleben und das wünsche ich Dir auch.

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@dandy100

Das ist eine Charakterfrage - wie immer im Leben. Anwälte selber sagen, sie hacken sich ja sowieso. Sie stellen das natürlich in Abrede.

Tatsächlich rufen sich Richter und Anwälte und Anwälte auch untereinander an, wenn sie wissen, daß man zusammen studiert hat. So wie im Leben aller Menschen.

Es gehört also mehr Kraft dazu, das Geld zu überweisen. So ist das.

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@dandy100

Nochwas: Das Übel beginnt schon im Studium, wo man dem angehenden Juristen erzählt, er sei Teil des Justizsystems und er gehöre zur Elite der Nation.

Mit dieser Einstellung und unternehmerischem Denken beginnen diese Gestalten der Nacht ihren Job.

Elitedenken trifft auf unternehmerisches Denken.

Rechtsanwälte sind geborene Lügner. Deshalb taugen sie auch für die Politiker-Sparte.

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Wie willst du denn beurteilen, ob ein RA sich in deinen Fall richtig "eingearbeitet" hat?

Was erwartest du denn? Das ist ja nicht einmal ein Stunden-Honorar.

Ein Rechtanwalt darf trotzdem nicht falsch beraten, egal ob er sich eine oder zehn Stunden eingearbeitet hat, im Zweifelsfall muss er eben sagen, dass er den Fall nicht beurteilen kann

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@dandy100

Die Frage ging ja danach, ob er diese Beratung abrechnen darf. Das kann er selbstverständlich. Da gibt es auch keine "Erfolgsgarantie"

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Die Rechtsanwältin hat behauptet, Klarheiten, die meinen Anspruch wiederlegen, würden in der Satzung der Stadt stehen. Nachdem ich diese 3 Mal gelesen hab, kann ich sagen: Sie sind dort nicht erwähnt!

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