Ratlos: Strafarbeit, weswegen man auf eine Lehrperson hören muss?

7 Antworten


Hallo senseleslsly201,
Du gibst zunächst mal den entsprechenden Paragraphen aus dem Schulgesetz vollständig wieder (für andere Bundesländer musst du mal googeln).

Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG) Vom 15. Februar 2005, (GV. NRW. S. 102), zuletzt geändert durch Gesetz vom 5. April 2011, (GV. NRW. S. 205)

Fünfter Teil Schulverhältnis
Erster Abschnitt Allgemeines, hier dann § 42
Allgemeine Rechte und Pflichten aus dem Schulverhältnis
Die Aufnahme der Schülerin oder des Schülers in eine öffentliche Schule begründet ein öffentlich-rechtliches Schulverhältnis. Aus ihm ergeben sich für alle Beteiligten Rechte und Pflichten. Dies erfordert ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Schülerinnen und Schüler haben das Recht, im Rahmen dieses Gesetzes an der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule mitzuwirken und ihre Interessen wahrzunehmen. Sie sind ihrem Alter entsprechend über die Unterrichtsplanung zu informieren und an der Gestaltung des Unterrichts und sonstiger schulischer Veranstaltungen zu beteiligen.

Schülerinnen und Schüler haben die Pflicht daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann.
Sie sind insbesondere verpflichtet, sich auf den Unterricht vorzubereiten, sich aktiv daran zu beteiligen, die erforderlichen Arbeiten anzufertigen und die Hausaufgaben zu erledigen.

Sie haben die Schulordnung einzuhalten und die Anordnungen der Lehrerinnen und Lehrer, der Schulleitung und anderer dazu befugter Personen zu befolgen.

Dann gehst du auf den letzten Satz ein und stellst dar, dass jeder Schüler die Anweisungen jedes Lehrers zu befolgen hat. Du erklärst, dass zu den dazu befugten Personen auch die Schulsekretärin und der Hausmeister gehören.

Dann kannst du als konkreten Fall anführen, dass jede dieser Personen berechtigt ist, jeden Schüler dazu zu verpflichten, Unordnung zu beseitigen, auch wenn sie nicht in der eigenen Klasse sind, auch wenn man das nicht selbst verursacht hat, auch wenn der Lehrer nicht der eigene Klassenlehrer ist.


Du schreibst zum Schluss, dass du deinen Fehler eingesehen hast. Du wärst vorher nicht über die rechtlichen Dinge informiert gewesen.

Kommentar folgt.


Nadelwald75  29.08.2017, 15:00

Du kannst dann auch noch ergänzen, dass diese Arbeit zulässig ist, da sie der gesetzlichen Vorschrift über erzieherische Maßnahmen entspricht, nach denen einem Schüler eine zusätzliche Arbeit aufgegeben werden kann, die ihm sein Fehlverhalten einsichtig machen soll.

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Du hast alles richtig gemacht und wenn du an dieser Pfütze in keinster Weise beteiligt warst, dann gibt es auch keinen vernünftigen Grund, dich zum Aufwischen zu verdonnern aber die Verursacherin nicht.

Ich würde mich an deiner Stelle auch weigern, den Aufsatz zu schreiben und das auch mal mit deinen Eltern besprechen.

Was will er denn machen, wenn du ihn nicht schreibst? Zur Schulleitung kann er jedenfalls nicht gehen, denn dann macht er sich lächerlich.

Wäre ich dein Vater, hättest du jedenfalls volle Rückendeckung von mir und ich würde notfalls bei deinem Lehrer auf der Matte stehen und ihn so rund machen, daß er sowas garantiert nicht nochmal macht. Völlig egal, wie kurz vor der Rente er steht, aber er hat sich dennoch an die Regeln zu halten und v.a. keine ungerechten Strafen zu verteilen.

Mach doch einen lustigen Aufsatz daraus. Schreibe einfach rein, dass du kein Gesetz gefunden hast und es daher keien Sinn ergibt einen solchen zu schreiben. So nach dem Motto:

Gestern sagte mein Lehrer zu mir ich solle eine Saftpfütze aufwischen. Da es nicht meine war ging ich einfach aus dem Zimmer und nun muss ich einen zweiseitigen Aufsatz darüber schreiben warum ich auf meinen Lehrer zu hören habe.

Da mir spontan nichts einfiel bin ich einfach ins Internet gegangen und habe nach einem Gesetz gegoogelt in dem das drin steht. Leider habe ich keines dazu gefunden. Also warum sollte ich auf meine Lehrer hören, wenn das kein Gesetz vorschreibt. Verstehe ich nicht so wirklich. ...............

Das ganze kannst du so weiter gestalten bis du fast zwei Seiten voll hast. Wichtig ist, dass du am Ende eine Art Fazit schreibst, womit dein Lehrer eventuell zufrieden ist:

Letztlich kann ich dazu sagen, dass es in den meisten Fällen sinnvoll ist auf den Lehrer zu hören, da er einen erziehen und etwas beibringen möchte. daher werde ich beim nächsten mal, wenn mir mein Lehrer etwas sagt erst einmal darüber nachdenken, ob nicht vielleicht ein tierferer Sinn dahinter steckt. ....................

Wäre jetzt mein Vorschlag. Bei Anne Frank hatte das mal geklappt. Zwar mit einem anderen Thema und sie hat eine Geschichte dazu erfunden, aber der Witz und eine Moral bzw. Fazit sind mit dabei.


RainDrop123123  29.08.2017, 10:30

Nicht schlecht^^

Wir hatten damals eine Regel auf dem Rückweg vom Sportunterricht. Wer 30 Sekunden nach dem Lehrer nicht an einem gewissen Punkt war, musste einen Kuchen mitbringe (Ist ja okay). Ich hatte mir nur leider den Meniskus gerissen und konnte mit der Schiene und Krücken nicht so schnell. Trotzdem sollte ich Schokoküsse mitbringen. Nun ja, ich habe lieber einen Aufsatz geschrieben. Bzw. um korrekt zu bleiben: Mein Vater hat ihn geschrieben und es war auch eher ein Brief.

Der Lehrer sagte mir nie wieder hallo :(

Ich hatte auch noch versucht mit ihm zu reden. Ich konnte ja tatsächlich nicht schneller, aber das juckte den Lehrer recht wenig.

So warum schreibe ich den ganzen Kram:
Die meisten Lehrer werden sowas nicht akzeptieren, deswegen sollte man damit vorsichtig sein (Was du oben schreibst)

Ansonsten natürlich eine coole Idee!

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06112016NJB  29.08.2017, 10:34
@RainDrop123123

Einen Versuche ist wert. Ich würde das volle Kante machen und zur Not noch eine dritte Seite schreiben, um alles was ich mir ausdenke unter zu bringen und wenn er sagt, er will mehr Seiten, dann gibt es halt von mir mehr Seiten mit dem selben Käse. Irgendwann lässt er nach, weil er keine Lust mehr auf das Spiel hat.

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Lunaschmand  29.08.2017, 11:00

Ich glaube wenn der Lehrer keine Lust mehr darauf hat wird er eine andere Strafarbeit oder einen tadel bekommen und wird es nicht einfach aufgeben, außer es ist ein cooler Lehrer was ich nicht denke wenn er dir wegen einer saftpfütze die du nicht weg machen wolltest weil es nicht deine war eine Strafe gibt!

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06112016NJB  29.08.2017, 11:43
@Lunaschmand

Kann man nie wissen. Es gibt Lehrer die langweilig und öde erscheinen, aber trotz allem Sinn für Humor haben.

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Also ich persönlich habe nie viel von dem Schulsystem und den meisten Lehrern gehalten. Da haben wir ja wieder ein wunderbares Beispiel.

Ich bin der Meinung du solltest in klaren Punkten aufschreiben, warum die die geforderte Aufgabe nicht machen wirst. Dabei sollte man natürlich konstruktiv und stets mit Respekt schreiben. Man muss sich ja nicht auf das Niveau der Lehrer herablassen.

Zudem würde ich darüber mit den Eltern und/oder Vertrauenslehrer reden. Es kann nicht sein, dass du eine Pfütze aufwischen sollst, die nicht auf deinen Mist gewachsen ist. Der Lehrer kann dich darum bitten, aber nicht auffordern!


Franz577  29.08.2017, 10:40

Auch darum bitten halte ich für grenzwertig, wenn sie nicht die Verursacherin war. Warum bittet er also nicht diese darum?

Ein bißchen anders sieht die Sache natürlich aus, wenn der Lehrer nicht weiß, wer es war. Wenn die Verursacherin es abstreitet, dann kommt es halt darauf an, wem er mehr glaubt. Aber er darf dann trotzdem nicht einfach auf Verdacht irgendwen dazu verdonnern.

Ich hätte dann an seiner Stelle die Klasse befragt, wer es war.

Und wenn alle dicht gehalten hätten, dann hätte die ganze Klasse eine Strafarbeit bekommen.

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RainDrop123123  29.08.2017, 10:45
@Franz577

Es kommt natürlich immer noch auf die Umstände drauf an.

Aber alle bestrafen, wenn jemand nicht dicht hält? Mhh weiß ich nicht, dafür wäre ich nicht. Jeder hat darüber natürlich seine eigene Meinung.

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Franz577  29.08.2017, 10:54
@RainDrop123123

Nein, du hast mich falsch verstanden.

Alle bestrafen nur dann, wenn ALLE dicht halten und niemand die Verursacherin benennen will.

Das hätte dann nämlich durchaus einen pädagogischen Sinn und
zwar den, daß man Übeltäter nicht decken soll und man sich mitschuldig macht, wenn man es tut.

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RainDrop123123  29.08.2017, 10:57
@Franz577

Natürlich meinte ich, wenn alle dicht halten...^^

Aber hat das nicht auch was mit Gruppengemeinschaft und zusammenhalt zu tun... ich weiß nicht, darüber bin ich mir grad selber nicht im klaren.

Ich denke jeder hat da seine eigenen Ansichten.

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Franz577  29.08.2017, 11:24
@RainDrop123123

Nein, das hat nichts mit Gruppengemeinschaft zu tun, wenn man jemanden deckt, der etwas angestellt hat.

Auf das Leben außerhalb der Schule übertragen:

Findest du es richtig, jemanden zu decken, der eine Straftat begangen hat? Innerhalb der Familie ist es vielleicht etwas anderes, aber angenommen, mir wäre bekannt, daß Person X eine Straftat begangen hat und die Polizei würde den Täter suchen, dann würde ich ihr auf jeden Fall einen Hinweis geben.

Denn angenommen, bei dir hätte man eingebrochen oder es würde dir anderweitig ein Schaden zugefügt werden (z.B. durch Fahrerflucht), dann wärst du doch auch froh, wenn man den Täter fassen würde, oder?

Darauf basiert ja auch die Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst".

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RainDrop123123  29.08.2017, 11:29
@Franz577

Ich denke auf Grund des Kommentars der/des Fragesteller/in können wir die Diskussion hier eh beenden.

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Franz577  29.08.2017, 11:30
@RainDrop123123

Können wir sicher, nur hätte ich trotzdem noch gerne eine Antwort auf meine Fragen bekommen.

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RainDrop123123  29.08.2017, 11:39
@Franz577

Ich für meinen Teil denke, dass du hier Birnen mit Äpfeln vergleichst. Diese Assoziation halte ich für Unverhältnismäßig.

Und falls man diese Frage doch so stellt, warum sollte es dann was anderes in der Familie sein.

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Franz577  29.08.2017, 12:58
@RainDrop123123

Finde ich nicht, denn auch wenn es von der "Deliktschwere" her nicht vergleichbar ist, so sollen Schüler doch auch an das "richtige" Leben herangeführt werden. Und wenn sie lernen, daß jemand straffrei davon kommt, wenn nur alle dichthalten und man eine Tat nicht nachweisen kann, dann geraten sie leicht in Versuchung, sowas auch mal im größeren Stil auszuprobieren und sich bei Erfolg immer mehr zu "steigern".

Naja, und daß man ein Familienmitglied nicht ans Messer liefert, versteht sich ja von selbst. Nicht umsonst heißt es, daß Blut dicker als Wasser ist und nicht umsonst ist es auch straffrei, wenn jemand ein Familienmitglied nicht belasten will bzw. die Aussage verweigert.

Ein Zeuge jedoch, der mit einem Verdächtigen weder verwandt noch verschwägert ist, MUSS vor Gericht aussagen und ist auch zur Wahrheit verpflichtet. Andernfalls macht er sich strafbar (Meineid nennt man das).

Es hat also schon alles seine Richtigkeit, aber nichtsdestotrotz muß man natürlich auch die Tat eines Familienmitglieds nicht gutheißen und es kommt auch vor, daß dann trotzdem ausgepackt wird und es zu Zerwürfnissen kommt. Aber in aller Regel hält man halt zu einem geliebten Menschen trotz eines schweren Vergehens immer noch leichter als zu einer komplett fremden Person.

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senselessly201 
Beitragsersteller
 29.08.2017, 11:12

Nein, der Lehrer wusste nicht, dass ich es nicht war und es war auch niemand aus meiner Klasse. Montags ist in unserem Klassenzimmer immer ein Türkisch Kurs und da hat jemand vermutlich, der an meinem Tisch saß seinen Saft verschüttet. Von dem Schulsystem halte ich auch noch viel und bin froh, wenn ich aus dem Laden raus bin.

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Franz577  29.08.2017, 11:29
@senselessly201

Ok, in diesem Fall stellt sich das natürlich wieder etwas anders dar.

Wenn der unmittelbare Verursacher nicht bekannt ist, dann kann man ihn auch nicht zur Rechenschaft ziehen. Da aber die Pfütze nunmal an deinem Platz war, bleibt sonst niemand übrig außer du, um sie zu entfernen. Denn sonst kannst du an dem Tisch ja nicht arbeiten.

Oder wer hätte es sonst machen sollen? Der Lehrer etwa?

Allerdings sollte er dann natürlich trotzdem der Sache nachgehen und ausfindig machen, welche Klasse und wer an deinem Platz vorher gesessen war (das sollte möglich sein) und dann auf den Lehrer dieser Klasse einwirken, besser auf seine Schüler aufzupassen.

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So eine Strafarbeit ist nicht zulässig und muss auch nicht geschrieben werden.

Ja Schüler sollten auf ihre Lehrer hören, aber nur wenn es SINNVOLL ist (aus Erziehungssicht). Sie sind keine Leibeigene die Befehlen folgen müssen. Du hast absolut korrekt gehandelt und das muss die Lehrkraft auch einsehen


Ansegisel  29.08.2017, 10:31

Ein Aufsatz, in dem der Schüler sein Verhalten reflektieren soll, ist keine Strafarbeit, sondern ein so genanntes Erziehungsmittel. Das ist durchaus zulässig, wenn der Schüler seiner Mitwirkungspflicht (ein Schüler hat nicht nur Rechte, sondern tatsächlich auch Pflichten) nicht nachkommt und die Weisungen des Lehrers ignoriert.

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RainDrop123123  29.08.2017, 10:35
@Ansegisel

Das ganze beruht auf der Aufforderung, die der Lehrer gestellt hat. Diese hat ganz und gar nicht mit Pädagogik zu tun. Der Schüler hat hier ein gutes Recht, das zu verweigern ohne damit ein Fehlverhalten an den Tag zu legen. Wo kein Fehlverhalten da auch kein "Erziehungsmittel wegen schlechtem Verhalten".

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Ansegisel  29.08.2017, 10:42
@RainDrop123123

Wir haben hier nur die Aussage des Schülers, völlig ohne Kontext und ohne Sichtweise des Gegenüber. Ich gestehe dem Lehrer mit seiner langen Berufserfahrung durchaus zu, die Situation richtig einschätzen zu können. Zudem ist das Aufwischen einer Pfütze keine unzumutbare Aufgabe, sondern die Reinigung des Klassenraums Schülern zu übertragen, liegt ebenfalls voll im pädagogischen Ermessensspielraum des Lehrers.

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RainDrop123123  29.08.2017, 10:48
@Ansegisel

Die Situation können wir nur nach der Aussage des Schülers beurteilen. Und jemanden aufzutragen, den Müll von jemanden anderen wegzuräumen, sehe ich nicht als Pädagogische Maßnahme. 

Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Lehrer "Kurz vor Rente" nur noch ziemlich wenig pädagogische Werte vermitteln.

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