Psychologie, Unterschiede

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Alltagspsychologie ist ein Satz wie "Gegensätze ziehen sich an".

Wissenschaftliche Psychologie geht der Frage nach "stimmt das?" und untersucht die alltagspsychologische Aussage möglichst sauber mithilfe von validierten Tests und Fragebögen an einer ausreichend großen Gruppe von Menschen auf ihr Zutreffen.

Beispiel hier:
http://www.psycho-blog.net/a01268.htm

Als Ergebnis der Studie von Rammstedt und Schupp zeigt sich, dass sich Partner v.a. in den Merkmalen Gewissenhaftigkeit und Offenheit für Erfahrungen ähneln. Keine Rolle scheint dagegen eine Ähnlichkeit bezogen auf Neurotizismus und Extraversion zu spielen. Ein unterschiedliches Interesse an sozialen Aktivitäten scheint demnach kein so großes Hindernis für eine Partnerschaft zu sein - ein unterschiedlich ausgeprägter Ordnungssinn dagegen schon

Mit anderen Worten: Gegensätze ziehen sich nicht immer an. Zumindest nicht in punkto Ordnung. Aber die ist ja bekanntlich auch nur das halbe Leben ;-))

Jeder von uns ist ein Alltagspsychologe ;) Wir alle erkunden und wirken auf Verhalten und Erleben ein

Der Unterschied zur Wissenschaft ist aber die selbstkritische und fachliche Analyse. Die Wissenschaft hinterfragt und prüft Theorien (falsifiziert diese) z.b. durch Experiemente etc. Dadurch ist die Aussagebreite deutlich geringer als bei der Alltagspsychologie, aber dafür eben auch genauer.

Alltagspsychologisches Wissen wären individuell gemachte Erfahrungen und daraus abgeleitete Regeln (z.b "Leute über 60 sind generell murrisch" oder "Leute mit Kinder sind glücklicher") Teilweise werden auch gegensätzliche Aussagen beide als richtig erachtet (wenn man z.b. bei alten Volksweisheiten nachschaut).

Die Wissenschaft hingegen stellt Theorien auf, aus denen prüfbare einzelne Aussagen abgeleitet werden können. Um zumindest eine gewisse Bandrbeite zu erreichen (z.b. bei der personalauswahl) wird auc h hier ggf etwas umfangreicher geurteilt (so wird z.b. aus unordentliche Bewerbung+unordentliches Erscheibungsbild an einem spzeifisschen Tag eine genereell vorhandene Unordnung oder ein Desinteresse abgeleitet)

Die wissenschaftliche Psychologie beschäftigt sich mit mehr und anderen Dingen als die Alltagspsychologie. Darüber hinaus ist der Begriff Alltagspsychologie gar nicht genau definiert, darunter mag jeder etwas anderes verstehen, z.B. auch die Populärpsychologie subsummieren.

Die wissenschaftliche oder akademische Psychologie beschäftigt sich mit allen Aspekten menschlichen Fühlens, Denkens, Handelns, Wollens, mit den Kognitionen, der Motivation, den Emotionen, dem Lernen und Vergessen, der Entwicklung psychischer Merkmale, ihrer Differenzierung sowie auch -- aber bei weitem nicht in erster Linie und ausschließlich -- mit der Psychopathologie. Das ist jetzt aus dem Stegreif heruntergetippt, und mag noch etwas unvollständig und unpräzise sein.

In der Alltagspsychologie würde man z.B. einen Begriff wie Intelligenz oder Depression einfach ad hoc benutzen. Jeder hat zu dem Thema eine Meinung, aber wahrscheinlich stützen sich alle auf verschiedene Konzepte.

Wissenschaft definiert erst mal die Begriffe. Es ist bei weitem nicht von vornherein klar, was man unter Intelligenz zu verstehen hat oder unter Depression.

Nehmen wir eine alltagspychologische Aussage, wie sie z.B. in Sarazins Buch aufgeführt wurde (der sich sicher als Wissenschaftler versteht, weil er ja einen akademischen Grad hat), aber als Volkswirtschaftler scheint er von Statistik nicht die Bohne einer Ahnung zu haben. Man kann alltagspsychologisch behaupten, dass die Intelligenz zu einem so und so hohen Maße vererbt ist.

Wissenschaftlich kann man so etwas überhaupt nicht sagen, weil man keinerlei objektives Maß für Ähnlichkeit oder Zusammenhang hat. Das einzige auf das sich die wissenschaftliche Statistik berufen kann sind Korrelationskoeffizienten und die können Varianzen in Gruppen aufklären, aber nicht angeben, in welchem Ausmaß etwas angeboren ist oder nicht. Was eine aufgeklärte Varianz ist, geht schon über das allgemeine Verständnis hinaus, deswegen sind alle Aussagen darüber, zu welchem Grad etwas angeboren ist oder nicht, unwissenschaftlich und unsinnig.

Das hält Alltagspsychologen und Populärpsychologen nicht davon ab, solche (falschen) Aussagen zu machen.

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Psychologen werden "geehrt" sein, von Zeit zu Zeit und nach irgendwelchem Gutdünken das Attribut "wissenschaftlich" verliehen zu bekommen :D ... Das andere ist dann wohl die Rumpel-Psychologie? ... :) ... WIKIPEDIA liegt da wohl richtiger: Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. Sie beschreibt ... Oder einen wissenschaftliche Wissenschaft? ... :D

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@quasi811

Ich habe ja von der akademischen Psychologie geschrieben, in der Frage war von der wissenschaftlichen Psychologie die Rede. Wie ich an Beispielen erläutert habe, sollte man in einem wissenschaftlichen Diskurs, erstmal die Begriffe definieren. Das habe ich nicht durchgängig gemacht, muss aber bei Gutefrage auch wohl nicht immer gemacht werden. Die akademische Psychologie ist aber auch nicht durchgängig empirisch, du wirst auch an manchen Fachbereichen Psychoanalytiker in der Lehre finden und die würden sich als Wissenschaftler bezeichnen, sind aber keine Empiriker. Wenn du ihnen aber das Prädikat Psychologe absprechen würdest, auch wenn ihre Vertreter vielleicht im Berufsverband der Deutschen Psychologen sind, dann wären sie auch traurig.

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Ich glaube du hast da was verwechselt. Man spricht wie bei allen Wissenschaften (und das ist die Psychologie) von der ALLGEMEINEN PSYCHOLOGIE und von den spezialisierten *FACHPSYCHOLOGEN** ... So wie es den Allgeneinmediziner (i.d.R. Hausarzt) und zum Beispiel den Zahnarzt gibt. ... Spezielle Gebiete der Psychologie wäre zum Beispiel Sportpsychologie, Forensische Psychologie, Arbeitspsycholgie, Kinderpsycholgie usw ...

Ich liefere mal noch paar "o"´s nach ... :D

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das was du meinst sind sogenannte angewandte Gebiete bzw. Anwednungsschwerpunkte ;)

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Uhm... ein Allgemeinmediziner ("Hausarzt") ist Facharzt für Allgemeinmedizin, genauso wie ein Internist zB. Facharzt für Innere Medizin ist. Ein Mediziner muss nach seinem Medizinstudium ja noch eine mehrjährige Fortbildung zum Facharzt machen, bevor er sich Facharzt (für welche Fachrichtung auch immer) nennen darf. Allerdings können diese Fortbildungen teilweise wohl kombiniert werden, wenn die Fachbereiche verwandt sind, zB. Orthopädie und Unfallchirurgie.

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