Pferde aus der Hand füttern?

9 Antworten

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Jap, das hat was mit der Rangordnung zu tun. Und zwar gibt das rangniedrigere Tier dem Ranghöheren Futter ab. Also stellt sich der Mensch damit UNTER das Pferd, das wollen wir ja nicht. Leider ist das nicht wirklich verbreitet, aber wenn man mal nachdenkt, ist das auch in einer Herde so.

Meiner bekommt nichts direkt aus der Hand, weil er sonst auch noch extrem gierig wird und ich ihn dann erstmal wieder unterbuttern muss. Dann leg ichs lieber in den Futtertrog oder auf den Boden.

Außerdem ist oft ein großes Lob & viel Streicheln (kein Klopfen!) viel mehr Belohnung als ein Leckerlie - schließlich beschäftigt man sich dann mit seinem Pferd und schiebt ihm nicht nur Futter zu ;)

Ich kenne aber auch Leute, die ihr Pferd mit Leckerlies vollstopfen... Trotzdem sind sie ein super Team. Allerdings würde ich mich dnan nicht darauf verlassen, dass das Pferd aus Vertrauen bei dir bleibt & bei dir steht, sondern vielleicht eher wegen der Leckerlies.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – über 20 Jahre Reiterfahrung und eigenes Pferd seit über 10J.

Auch gewisse Formen des Lobens können eine Unterordnung sein! Das rangniederige Tier beginnt beim ranghöheren bei der gegenseitigen Hautpflege!

ich glaube aber, daß man dennoch das machen darf, wenn man mit seinem Pferd arbeitet und es von Zeit zu Zeit loben oder belohnen möchte. Wenn man ansonsten klare Verhältnisse schafft, sollte das nichts verderben. Ich nehme auch an, daß es diese Funktionen auch unter den Tieren ungeachtet der Rangordnung gibt.

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@Mike247

ab und an ists ja okay - nur halt so vom Grund her & vor allem am Anfang der Rangfolgeklärung ist es sinnvoll, das ganze nicht mit Leckerlies aufzubauen sondern auf Vertrauen und Respekt.

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@Mike247

ob Streicheln jetzt so als Fellpflege gilt, keine Ahnung. Stimmt ber auch wieder mit der Fellpflege.

Ich habe mir angewöhnt, auch viel mit Stimme zu arbeiten und vor allem zu loben!

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@Punkgirl512

Mike274,

"Das rangniederige Tier beginnt beim ranghöheren bei der gegenseitigen Hautpflege!"

Das ist schlicht falsch.

Körperkontakt, gerade der "zärtliche", geht IMMER vom ranghöheren aus. Zum beispiel eben auch das altbekannte Knabbern am Mähnenkamm etc.

Aus diesem Grund darf ein Pferd niemals seinen Kopf am Menschen schubbern, da das ein klares Zeichen für Dominanz ist.

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im Serengeti Park (:D)wurde gesagt das Zebras einem Menschen die Hand abbeißen könnten und diese sind ja Verwandt mit Pferden, die wiederum sind leicht zu "erschrecken", es könnte sich erschrecken und z.B in die Hand beißen die unter umständen dann ab wäre

Ich finde Leckerlies gut wenn sie nur gegeben werden wenn das Pferd etwas gut gemacht hat (zum Beispiel bei der Bodenarbeit)und wenn kein anderes Pferd dabei ist (=FUtterneid). Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Pferd das Streicheln nur als Nerverei von kleinen Kindern ansieht und nicht als Belohnung. Aber über Leckerlies freut es sich wirklich. Natürlich kann/sollte man dem Pferd in diesem Fall das Leckerlie aus der Hand geben. Karotten alsZusatzfutter kann man dem Pferd einfach in den Futtertrog werfen, das hat dann keinen Belohnungswert.

Hallo!

Grundsätzlich gebe ich Punkgirl512 recht - wozu Leckerli geben, wenn es auch anders geht. Es gibt allerdings Übungseinheiten, z. B. wenn man zirzensische Lektionen aufbaut, bei denen schnelle Bestätigung mit Leckerli sehr zur Lernmotivation beiträgt. Und praktischerweise verfüttert man die Leckerli natürlich aus der Hand, natürlich innerhalb eines ganz konkreten Zeitrahmens (ca. 2 Sekunden), um eine Verknüpfung zwischen Handlung und Bestätigung zu bewirken.

Hierbei muss man lediglich eine elementare Grundregel beachten: Es muss immer so sein, dass der Mensch dem Pferd das Leckerli gibt, nicht dass das Pferd es sich holt. Sprich der Mensch als "ranghöheres Wesen" gewährt eine Gunst (das geht auch bei Pferden - z. B. wenn ein ranghohes mit einem eigentlich rangniederen befreundet ist und freiwillig "Privilegien" abgibt). Auf keinen Fall darf es so sein, dass das Pferd sich sozusagen seine Leckerli beim Menschen einfordert und bekommt, z. B. indem es seinen Kopf zu der Hand dreht oder sogar anfängt, an der Kleidung herumzuzupfen o. ä. ("ich war gut, deshalb steht mir das jetzt zu") - so erzieht man Pferde zu penetrantem Futterbetteln, Händekneifen, Taschenzerreißen etc.

Oder anders: Ist das Verhalten des Menschen so klar, dass das Pferd sich grenzübertritte nicht erlauben würde (Schubbern am Menschen, Wegdrängen, Überlaufen etc.), DANN ist es überhaupt kein Problem, aus der Hand zu füttern. Andernfalls ist es sinnvoll, darauf zu verzichten. Schließlich gibt es viele andere Methoden des Lobs und der Bestätigung (z. B. die von vielen Reitern am häufigsten vergessene Bestätigung, nämlich das einfache Nachgeben...).

Ich habe lange Zeit mit Ponys und Kindern gearbeitet - und diese haben grundsätzlich NIE aus der Hand füttern dürfen, einfach weil einem Kind kaum das exakte Timing fürs Füttern klar zu machen ist und mir elementar wichtig war, dass unsere Ponys sich gegenüber allen Besuchern und Kindern gesittet benehmen.

Haben wir gezielt zirzensische Lektionen geübt (für den jährlichen Zirkusauftritt), dann durften u. U. ausgewählte Kinder bzw. eher Jugendliche auch über Futter bestätigen - nach genauer Anweisung. So konnten wir es vermeiden, dass sich unsere Ponys unangenehme oder sogar gefährliche Unarten angewöhnt haben.

Sehr schöne Antwort, ich sehe das auch so und du hast wirklich an alle Feinheiten gedacht!!!

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man soll das nicht machen, da das pferd dadruch lernt es ist immer etwas in der hand nd darum fangen sie dann schneller das beißen an. ich geb meinen allerdings trotzdem ab und zu ne möhre aus der hand aber normalerweise halt ins heu ;)

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