Pferd flippt mit Aufstiegshilfe aus - weg lassen?

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9 Antworten

Sowas übt man Schritt für Schritt. Das kann dauern. 

Aufsteigehilfe hinstellen. Pferd danebenstellen. Wenn Pferd ruhig stehen bleibt, loben und weggehen - fertig. 

Wenn das sitzt, kann du einmal kurz auf die AH hoch und sofort wieder runter. Bleibt er stehen, loben - fertig. 

Wenn das sitzt, etwas länger stehen bleiben, dann mal von oben streicheln, usw. Wenn er ruhig bleibt, loben - fertig. 

Und immer so weiter, immer ganz kleine Schritte und wichtig: Wenn er bei einem Schritt ruhig bleibt, beendest du das Training für diesen Tag und steigst auf keinen Fall auf! 

Das ist seine Belohnung: Bleibt er ruhig, lobst du und er darf wieder spielen gehen. 

Das ist die effektivste und pferdefreundlichste Methode. 

Aufsteigen ohne AH verzieht übrigens auch auf Dauer den Sattelbaum sowie die Dornfortsätze des Pferdes.

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AlleNamenFort 30.11.2016, 15:03

Dem ist nichts hinzuzufügen. Genau so würde ich es auch machen. Auf gar keinen Fall würde ich die Aufstiegshilfe einfach weg lassen und so dem Problem aus dem Weg gehen! Jeden Tag 5-10 Minuten, die Schwierigkeit in kleinen Schritten steigern und in ein paar Wochen wird dein Problem gelöst sein! Je mehr solcher "Schreckgespenster" du auf diese Weise "entschreckst" umso ruhiger wird dein Pferd und umso besser wird eure Beziehung!

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Natürlich steigst du dann besser erst mal ohne den Hocker auf. Gewöhne das Pferd langsam dran, indem du immer wueder dahin gehst, mal auf das Ding kletterst ohne aufzusteigen usw.

Immer so weit, wie das Pferd gut mitmacht, langsam die Reizschwelle steigern, bis Du da aufsteigen kannst.

Am besten hilft auch jemand, der das Pferd hält und ihm Sicherheit vermittelt. 

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Erst einmal die Aufstiegshilfe weg lassen. Das Pferd hat schlichtweg Angst und die sollte man nicht schüren. Nun gibt es viele, die sagen, ohne Aufstiegshilfe leidet der Rücken oder der Sattel. Jein...

Erstens sollte man sich nicht mit beiden Händen am Sattel festhalten, sondern die linke Hand greift in die Mähne des Widerristes (bei fanatischen Haarabschneidern nicht ganz einfach..). Am Widerrist ist zum einen ein Beruhigungspunkt, zum Anderen wirkt so die Kraft nicht komplett auf den Sattel.

Zweitens kann man auch von der rechten Seite aufsteigen (immer im Wechsel), so daß nicht nur der linke Steigbügelriemen gedehnt wird (hat auch noch andere Vorteile).

Nun zu dem Problem der Aufstiegshilfe. Dein Pferd kennt zu wenig Dinge aus der Menschenwelt. Für uns ganz normale Alltagsgegenstände sind für Pferde eben absonderlich.

Das Training hierzu erfordert sehr viel Geduld von dir. Du beginnst mit Gegenständen, die dem Pferd zwar nicht so ganz geheuer sind, aber noch keinen Fluchtreflex auslösen. Geh mit dem Pferd zu solchen Gegenständen. Geh immer voran (sieh´ das Ding frisst mich nicht...). Niemals das Pferd dazu zwingen, sich etwas anzusehen. Einfach stehen bleiben und warten (Pferde sind von Natur aus neugierig). Das kann durch einen Hinweis unterstützt werden z.B.: "ansehen" sagen. Dabei immer das gleiche Wort (nur ein Wort!) benutzen. Du gehst immer als erster zu dem ´Ding´ und fasst es auch an, um dem Pferd die Harmlosigkeit zu demonstrieren. Dann lass das Pferd den Gegenstand untersuchen (wenn das Pferd dann als Übersprungshandlung frisst, ist das OK).

Das ganze wird dann gesteigert, indem die Gegenstände immer "gruseliger" (aus Sicht des Pferdes) werden. Das dauert viele Monate bis Jahre (!).

Dieses Verfahren hat zwei Vorteile: zum Einen lernt das Pferd grundsätzlich mehr Dinge kennen und stuft sie als harmlos ein, zum anderen wächst dein Ansehen beim Pferd, da du die Kompetenz beweist die Gefährlichkeit der Dinge zu erkennen.

Denke auch daran, deinem Pferd zu antworten, wenn es dir eine Frage stellt (mit den Ohren).

LG Calimero

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Ich übe mit meiner stute seid einem Jahr! Mehrere verschiedene aufsteigehilfen. Die findlinge oder Tonnen klappten nach 3 Monaten, die großen holzkisten nach 1Monat, die parkbank findet sie immer noch suspekt. Da hilft nur Geduldig üben und zwar in kleinen Schritten und dann viel loben. Dir würde ich zu einem kleinen ölfaß raten, denn es ist undurchsichtig. Frag an der Tankstelle. Die Dinger sind ca 60 cm hoch und stehen sehr stabil Er sollte davon fressen, daneben pause machen bei und nach der Arbeit, du putzt ihn von oben usw usw usw. Habe Geduld!

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onuzz 01.12.2016, 20:05

Parkbank hatten wir draussen auch schon mal, war aber überhaupt kein Ding. Da stand er. Danke für den Tipp mit den Fässern, das werde ich versuchen. 

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Ich kenne auch einige Pferde die den Teilen gegenüber sehr skeptisch sind. Stellt man so eine Hilfe neben das Pferd, drehen sie sich sofort weg. Bei meinem Pferd habe ich das Glück, dass es keine "Angst" davor hat, allerdings zeige ich meinem Pferd vorher was ich da jetzt neben ihm stelle. Mag vielleicht unnötig sein, mache es aber trotzdem immer. Also versuche einfach mal deinem Pferd alles zu zeigen was du da hast und erstmal würde ich ohne Hilfe aufsteigen, besser und sicherer für dich.

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WesternCalimero 30.11.2016, 08:38

Sehr gut. Da machst Du mit deinem Pferd etwas, was den meisten heute nur Unverständnis abringt - dem Pferd die Dinge zeigen.

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Funktioniert denn ufsteigen ohne Aufstieghilfe? Nicht dass er irgendwelche Blockaden oder so im Rücken hat, die beim Aufsteigen weh tun? Und ist es auch sonst gesund? Kann ja an Zähnen, etc. liegen.

Wenn das alles abgeklärt ist, dann würde ich versuchen Bodenarbeit zu machen und da die Aufstieghilfe mit einzubinden. Vielleicht könntest du versuchen, dass dein Pferd mal von alleine drauf zu geht, etc. Also einfach mal Aufstiegshilfe mit irgendwas tollem (Leckerlies o.Ä.) oder auf jeden Fall mal nicht mit Arbeit verbinden.
Und ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall mal den/die RL fragen. Und wenn du keinen hast, dann einen suchen. Denn jeder braucht Reitunterricht ;)

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

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onuzz 01.12.2016, 20:03

Wie im Text beschrieben funktioniert Aufsteigen ohne Aufsteighilfe wunderbar. Pferd steht u. ist ruhig. Trainerin steigt selbst ohne AH auf u. sieht in der Sache halt insofern kein Thema, da man die AH ja nicht zwingend braucht. Ich finde das aber besser für den Rücken.

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Natürlich ist es vorerst eine Idee ohne Aufstieghilfe aufzusteigen - aber es ist keine Dauerlösung. Zieh dir einen Bodentrainer hinzu, der dir WIRKLICH helfen kann und arbeite mit dem Pferd an seinem Verhalten.

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Wenn er ansonsten sehr brav ist klingt das meiner Meinung nach sehr nach Angst. Vielleicht hatte er ja mal ein schlechtes Erlebnis. Ich würde einfach mal versuchen, mir ein anderen Gegenstand zum Aufsteigen zu suchen, vielleicht einen Stuhl oder irgendwas anderes und gucken wie er darauf reagiert, denn du hast recht, das schont den Rücken. Wenn das aber auch nicht klappt dann lass es einfach und steig von unten auf, es muss ja nicht noch was passieren. Nebenbei würde ich dann zusätzlich zur normalen Arbeit versuchen ihm die Aufstieghilfe näher zu bringen. Leg ihm nen Leckerlie drauf und stell doch drauf, streichel und fütter ihn von oben, so dass er erkennt, dass das ganz normal ist.

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AlleNamenFort 30.11.2016, 15:06

Vermeidung ist ein bequemer Weg, aber auf Dauer der gefährlichere, denn er bestärkt das Pferd in seiner Angst anstatt sie ihm zu nehmen. Das Beste was man machen kann ist sich der Aufstiegshilfe in kleinen Schritten anzunähern wie ganz oben beschrieben. 


Sorry hatte den Beitrag nicht zu Ende gelesen ;-) Für den Anfang vom Boden aufsteigen sehe ich genauso. Aber halt jeden Tag das Training mit der AH einbauen!

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ReterFan 30.11.2016, 21:54

Kein Problem, ich sehe das ja genauso. Aber jetzt jeden Tag aufs neue mit der Aufstiegshilfe aufsteigen zu wollen hat nicht viel Sinn, da gibt's nur irgendwann Knochenbrüche. Daran muss parallel zur täglichen Arbeit gearbeitet werden

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Du solltest jemanden finden, der ihn hält beim Aufsteigen.

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AlleNamenFort 30.11.2016, 15:11

Das wird dem Pferd die Angst nicht nehmen. Es wird dadurch nur misstrauisch dem Mensch gegenüber, wenn ihr es zwingt, bei dem Angstauslöser stehen zu bleiben! Langsame Gewöhnung ist der einzige dauerhaft effektive Weg. 

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