Neue Therapie in Sperrzeit beginnen

5 Antworten

Was Du schreibst, klingt mir nach Borderline-Störung. Dafür wären 25 Sitzungen eher wenig. Von einer "Beendigung" der Therapie zu sprechen, bei der jetzt eine "neue" anfangen müsste, finde ich sachlich nicht korrekt. Hier handelt es sich - meiner Ansicht - um eine nicht zu Ende geführte Therapie, die fortgeführt werden müsste. Ein anderer/neuer Therapeut, der sich in der Behandlung von Borderline-Störungen auskennt, muss einen Antrag schreiben mit Bericht an den Gutachter. Darin muss die Fortführung der Therapie begründet werden - möglichst muss der neue Therapeut mit dem bisherigen Kontakt aufnehmen (Schweigepflichtentbindung des Patienten!). - Die Idee, dass man zu einer Fortführung der Therapie am besten dadurch kommt, dass man einen (teuren) Klinikaufenthalt dazwischen schiebt, halte ich für komisch. - Natürlich kann Deine Störung auch so sein, dass ein Klinikaufenthalt sinnvoll ist; aber das sollte der neue - und hoffentlich kompetente - Therapeut bzw. die neue Therapeutin mit entscheiden.

Hier ist sowohl in der Frage als auch in den Antworten einiges schief und teilweise falsch. Erstmal: Es gibt nicht eigentlich eine "Sperrfrist" nach Beendigung einer Therapie. Vielmehr ist es so, dass in den zwei Jahren danach eine weitere neue Therapie nur mit einem Gutachterverfahren möglich ist, da hilft auch kein freundlicher Brief an die Krankenkasse und keine Bescheinigung eines Neurologen/Psychiaters (das gab es nur vor 1999).

Das ist insofern ein Problem, da Kassentherapeuten schlicht keine Lust haben, einen neuen Klienten/Patienten aufzunehmen, für den sie einen aufwendigen Bericht schreiben müssen (der schlecht bezahlt wird), wenn die Wartelisten voll sind mit Leuten, bei denen das nicht nötig ist.

Auch der vorherige Aufenthalt in einer Tagesklinik oder Psychiatrie hilft da nicht weiter, weil dieser Bericht trotzdem geschrieben werden muss, auch wenn eine Klinik da eine Empfehlung ausspricht.

Allerdings ist es manchmal möglich mit der Krankenkasse deswegen zu verhandeln. Wenn Sie dem Sachbearbeiter die Situation schildern, deutlich machen, dass andernfalls ein Klinikaufenthalt droht, dann lassen sich Krankenkassen manchmal darauf, eine Neutherapie ohne Gutachterverfahren zu genehmigen.

Alternativ wäre es noch möglich, die Zeit bis zum Ablauf der zwei Jahre zu überbrücken. Es gibt eine Abrechnungsziffer, bei der man dreimal im Quartal kommen kann. Allerdings muss sich auch dazu ein Therapeut bereit erklären, was ebenfalls nicht einfach sein dürfte, da diese Ziffer schlechter bezahlt wird als eine genehmigte Psychotherapie.

Ein letzter Weg wäre noch die Suche nach einem nicht kassenzugelassenen Psychotherapeuten, der aber mit dem Erstattungsverfahren abrechnet und bei Neuanträgen sowieso einen Bericht schreiben muss. Auch dafür ist aber eine Absprache mit der Krankenkasse erforderlich.

Alles klar? Sonst einfach nochmal fragen ... (Ich bin selbst langjährig zugelassener Psychotherapeut)

Danke für eure Antworten ...

Ich denke, ich werde erstmal den Weg über einen Psychiater gehen und mir dort eine Meinung einholen. Den Gedanken, dass der Therapeut entscheidet, ob ein Klinikaufenthalt notwendig ist, finde ich sehr gut. Ich mein, ich mache mir sowieso schon die ganze Zeit einen Kopf und er sollte es doch wissen. ... hm ...

Nochmal eine Nachfrage: Nehmen wir mal an, es ist jetzt doch so akut, dass ich mich sehr selbstmordgefährdet fühle. Ich gehe dann (z. B.) in eine psychiatrische "Notaufnahme" und käme in eine Tagesklinik - wer bezahlt das? Die Krankenkasse? Oder muss ich alles/teilweise zahlen?

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