Nachbarstreit: Darf die Hausverwaltung von mir (Eigentümer) verlangen meinen Mieter abzumahnen obwohl sie selbst gar nicht mit dem Mieter gesprochen hat?

7 Antworten

Darf die Hausverwaltung von mir verlangen, ihn abzumahnen, nachdem sie nur die eine Seite gehört hat? 

Selbst wenn beide Seiten gehört wurden, Du als Vermieter bist Vertragspartner und entscheidest, ob Du eine Abmahnung schreibst.

Aber die Eigentümergemeinschaft kann verlangen das sich Dein Mieter ordentlich benimmt, bzw. Du mit ihm darüber redest.

Nach meinem logischen Verständnis müsste sie sich doch erst beide Seiten anhören und müsste sich selbst erst mit meinem Mieter in Verbindung setzen?

Das wäre schön, wenn man das immer so machen würde, aber oft beschwert sich eine Partei und der Vermieter hört sich das an und schreibt eine Abmahnung.

2.) Was soll ich als Vermieter machen? Ich wohne nicht dort und bekomme 2 Gegendarstellungen, die ich überhaupt nicht beurteilen kann? Wie verhalte ich mich korrekt?

Alle an einen Tisch setzen und reden.

Alle an einen Tisch setzen und reden.

So ist es! lg
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Zu 1. Die Hausverwaltung kann vieles verlangen. Durchsetzen wird sie dieses Verlangen kaum können, denn es fehlen entsprechende Sanktionsmöglichkeiten. Was will die Hausverwaltung machen, wenn du es nicht machst? Dich verklagen?

Zu 2. Es wäre vielleicht ganz gut, wenn du ein Gespräch zwischen deiner Hausverwaltung, deinem Mieter und dir selber vermitteln könntest, bei dem diese Themen zur Sprache kommen. Dass 3 Kinder Lärm machen, ist doch vollkommen normal und auch nicht weiter zu beanstanden. Dass eine marokkanische Familie in Deutschland angefeindet wird, ist nicht in Ordnung, aber doch "normal". Schau dir die Wahlergebnisse vom Sonntag an und du weisst alles. Wie gesagt, die beiden Parteien sollten gemeinsam an einen Tisch geholt werden, damit ihr das Ganze in Ruhe besprechen könnt. Ein eskalierender Briefwechsel bringt euch nicht weiter.

Was will die Hausverwaltung machen, wenn du es nicht machst? Dich verklagen?

Das mit der Klage ist ein guter Ansatz. Ich verweise auch hier auf § 18 WEG.

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@ChristianLE

Da lache ich mich schlapp!!

Eine Abmahnung wegen Ruhestörung durch 3 Kinder, die nicht schriftlich sondern nur mündlich erfolgte, soll eine so schwere Pflichtverletzung darstellen, die dieses Mittel rechtfertigen würde?

Der Eigentümer muss gar nichts tun. Er hat seinen Mieter abgemahnt. Ob er dies mündlich oder schriftlich tut, ist ihm überlassen.

Bleib bitte auf dem Teppich uns schiesse nicht mit Kanonen auf Spatzen!

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@Interesierter


Er hat seinen Mieter abgemahnt.

Das steht wo? Er hat eben nicht abgemahnt. Ein persönliches zur Rede stellen ist keine Abmahnung.


Eine Abmahnung wegen Ruhestörung durch 3 Kinder, die nicht schriftlich sondern nur mündlich erfolgte, soll eine so schwere Pflichtverletzung darstellen, die dieses Mittel rechtfertigen würde?

Ich habe hier bewusst den Extremfall gewählt, da viele Eigentümer der Meinung sind, sie können machen, was sie wollen, ohne rechtliche Folgen befürchten zu müssen.

Inwiefern ein Klage zum Erfolg führt, kann ich nicht beurteilen, allerdings halte ich es für leichtsinnig zu behaupten, dass die Gemeinschaft damit baden geht.

Vielleicht hat der Richter am AG auch ein paar Marokkaner im Haus, die ihn in deiner Eigentumswohnung nerven?


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@ChristianLE

Eine Abmahnung ist grundsätzlich formfrei, also auch mündlich gültig. 

Inwiefern hier tatsächlich ein vertragswidriges Verhalten des Mieters vorliegt, ist ja noch nicht mal raus. Um überhaupt eine Chance auf Erfolg zu haben, müssten genaue Sachverhalte vorgetragen und belegt werden. Von alledem ist hier keine Spur zu sehen. Lärm durch spielende Kinder ist hinzunehmen. Das ist gängige Rechtsprechung. 

Zu der behaupteten "Aggressivität" der Frau des Mieters müssten genauere Angaben gemacht werden. Ebenfalls berücksichtigt werden muss dabei, dass die Familie fortwährend von den Personen, die sich hier beschweren, beleidigt wird. Wir könnten hier genausogut anders herum argumentieren und den Vorwurf "Mobbing" ins Spiel bringen. 

Eine Klage seitens der Hausverwaltung auf dieser Grundlage hat keinerlei Erfolgsaussichten. 

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@ChristianLE

ich persönlich denke, dass die Marokkaner die besseren Karten vor Gericht haben. Es wird ihre Kultur berücksichtigt, 3 Kinder - hinzu kommt, dass der Staat im Moment eh kaum Möglichkeiten hat, diese Leute unterzubringen. lg

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@KaeteK

Die Marokkaner haben definitiv die besseren Karten. Die Beweislast für Ruhestörung liegt bei der Hausverwaltung. Hier reicht aber die Behauptung "es ist laut" nicht aus.

Dazu müsste angeführt werden, wann, wie oft, zu welchen Uhrzeiten durch welche Tätigkeiten es wie laut ist. Das müsste dann auch noch durch entsprechende Beweise unterfüttert werden.

Und selbst dann haben wir noch die Hürde der Zumutbarkeit des Lärms durch spielende Kinder.

Als Keule haben wir auch noch die Beleidigungen der Anwohner gegenüber der Familie, was als Mobbing zu werten ist und damit die Aussagen der Mieter praktisch wertlos macht.

Diese Klage vor Gericht und es gibt eine krachende Niederlage für die Kläger, die sehr viel Glück und Wohlwollen des Gerichts haben müssen, wollen sie nicht selbst belangt werden.

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Nein, die Hausverwaltung muss m. E. nicht vorher mit deinem Mieter sprechen. Dessen Vertragspartner bist du. Die HV kann dich aber m. E. auch nicht zwingen jemanden abzumahnen. Bedenklich allerdings finde ich schon, dass sich dein Mieter nicht an sein Versprechen hält, mit der HV zu sprechen.

Mit welchen rechtlichen Schritten, droht denn die HV? Das würde mich mal interessieren.

so war das nicht gemeint. Ich meinte, die HV sollte doch mit dem Mieter sprechen weil sie unmittelbar für das Haus zuständig ist. Und für das was sich dann aus den Gesprächen mit den Streitparteien herauskristallisiert, muss dann der entsprechende Vermieter seinen Mieter abmahnen. 

Dies ist mein logisches Verständnis. Ist das rechtlich der falsche Weg?

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@Folkopo

Ich habe schon verstanden, wie du das meintest. Es ändert aber nichts daran, dass nicht die HV mit dem Mieter sprechen muss, sondern du als Vermieter.  Das ist deine Aufgabe. Auch wenn es dir logisch erscheint, weil die HV "näher dran ist".  Jedoch ist es die HV der Eigentümergemeinschaft und die wenden sich logischerweise bei Problemen an dich.


Und für das was sich dann aus den Gesprächen mit den Streitparteien herauskristallisiert, muss dann der entsprechende Vermieter seinen Mieter abmahnen. 


Nein, so funktioniert das nicht. Du bist als Vermieter in der Pflicht und kannst deine Aufgaben nicht auf die HV abwälzen und dann möglicherweise nur die Abmahnung schreiben. Du musst dich schon selbst kümmern.

Klar, es sollten sich hier alle an einen Tisch setzen.  Aber du kannst dich da nicht raushalten und nur bei Bedarf ´ne Abmahnung schreiben.

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@Folkopo

Deinen Vertrag mit der Hausverwaltung kennst du doch nur selbst.

 Ist diese damit beauftragt, Streitigkeiten mit den einzelnen Mietern zu schlichten? 

Dann würde sie wohl einen erheblich höheren Preis für diese Dienstleistung verlangen.

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