Muss man bei der buddhistischen Meditation eine strenge Ernährungsregel befolgen?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin selbst Soto-Zen-Buddhist und im Buddhismus gibt es keine absoluten "Gebote". Ob dir etwas gut tut, kannst du durch eigene Erfahrungen lernen.

Meiner eigenen Erfahrung nach ist es hilfreich, sich nicht von der Befolgung irgendwelcher Ernährungslehren oder Gesundheitsbibeln abhängig zu machen.

Der Buddha lehrte, dass man den Körper gesund erhalten sollte, aber nicht, sich 24h nur Gedanken um Entgiftung, Ernährung und Wellness zu machen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Mehr als 30 Jahre Praxis buddhistischer Meditation

Dick sein, behindert ja die Meditation nicht.

0
@Enzylexikon

Gibt es einen wirkungsvollen Unterschied zwischen einem Sitzkissen und Hocker. Also ist es besser wenn ich auf einen Kissen(?Zafu) meditiere als auf einem Stuhl.

0
@HansPetersWurst

Beim Zafu hast du den Vorteil, dass du es deiner Statur anpassen kannst, indem du Kapok aus der Füllung hinzufügst, oder entfernst.

Wenn du aufgrund deines Körpergewichts ein sehr festes Kissen willst, kannst du einen gewöhnlichen Gürtel darum schnallen.

Ein Bänkchen ist auch nicht so anpassungsfähig wie ein Kissen. Es mag sicher eine persönliche Vorliebe sein, aber ich bevorzuge Zafu.

1

Vielen Dank für den Stern. :-)

0
@Enzylexikon

Was hälst du von der hinduistischen Atemtechnik - die Umkehrung des Atems? Man stellt sich beim Ausatmen(einen Luftsrom) die Einatmung. Bei der Einatmung die Ausatmung vor. Im Buch befreite Atmung wird diese Technik erklärt.

Was sagst du als langjähriger Meditierender? Kann man guten Gewissens diese Technik praktizieren? Im Internet fand ich keine Anleitung bzw. Information.

https://www.gutefrage.net/frage/umkehrung-des-atemstroms

1

Sei gegrüßt,
die Ernährung spielt lediglich eine untergeordnete Rolle in der Lehre des Buddha. Von essenzieller Wichtigkeit ist hier jedoch die Reinhaltung der Ethik und das allgemeine Maßhalten--wenn diese Aspekte eingeschränkt werden, ist kein Fortschritt in der Meditation möglich.

Unter grundlegender Ethik ist vor allem die Tadellosigkeit in Bezug auf die sogenannten zehn Wirkensfährten (kammapatha) zu verstehen: (1) kein Töten lebender Wesen, (2) kein Diebstahl, (3) kein Fremdgehen und/oder rechtswidriger Geschlechtsverkehr, (4) kein Lügen, (5) kein Hintertragen (Lästern, Verleumdung etc.), (6) keine grobe Rede, (7) kein leeres Geschwätz, (8) keine Habsucht, (9) kein Übelwollen, (10) keine falschen Ansichten. Sind diese Punkte rein, ist eine Grundlage geschaffen für erfolgreiche und sich natürlich entwickelnde Meditation.

Was von besonders hingebungsvollen Laien-Praktizierenden jedoch auf entweder etwa wöchentlicher Basis oder auch dauerhaft praktiziert wird, ist zusätzlich ein Verzicht auf Abendessen (Essen nur vor Sonnenhöchststand), nebst anderen Formen der Genügsamkeit in Form von einfachen Ruhelagern (Bett, Stuhl), dem Verzicht auf Parfüm und Kosmetik zum Zwecke der Verschönerung und dem Abstehen von Unterhaltung (Film, Fernsehen, Musik etc.) Diese optionale Praxis für Laien wirkt karmisch sehr heilsam und unterstützt die Meditation ungemein, hat man sich an diesen Lebensstil erst einmal gewöhnt. Viele buddhistische Mönche essen gar nur einmal am Tag und ich persönlich möchte dies nicht mehr missen aufgrund der resultierenden Leichtigkeit etc.

Von ethischer Relevanz ist meines Erachtens auch die Entscheidung vegetarisch/vegan zu leben oder sich weiterhin konventionell zu ernähren, bedenkt man das unvorstellbare Leid, was die Nutztierhaltung (für Fleisch, Eier, Milch etc.) lebenden Wesen verschafft. Meiner Meinung nach lässt sich eine konventionelle Diät, besonders heutzutage, nicht sehr gut rechtfertigen, bei all den gesunden und wohlschmeckenden Alternativen und von medizinischer Seite ist dies eine Empfehlung seit langer Zeit. Ich persönlich lebte als Laie viele Jahre vegan und hatte keinerlei Probleme, im Gegenteil ...

Liebe Grüße und eine gute Meditation

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Kann ich mir um ein Döner um 19 Uhr gönnen? Ohne meine Achtsamkeit und die morgige Meditation negativ zu beeinflussen?

Mir fällt auf, dass du diese beiden Faktoren miteinander verknüpfst. Warum machst du das? Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Warum entstehen in deinem Geist solche zusammenhängenden Fragen? Wenn du darauf Antworten in dir findest, dann herzlichen Glückwunsch! Dann bist du einen großen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis vorangekommen.
Du musst hier nicht antworten. Das Wichtige ist, dass du selbst erkennst wie du funktionierst. Nur was einem bewusst ist, kann man ändern. Du kannst ganz bewusst abends den Döner essen. Verbiete es dir nicht! Kauf ihn dir und esse ihn, aber bewusst. Das ist wichtig. Und dann fühle genau hin wie es sich anfühlt im Körper. Wie der Schlaf und wie die Träume waren. Und wie es sich am nächsten Morgen anfühlt. Wenn es "gönnen" war, wie du schreibst, dann ist doch alles gut. .. Bloß komisch, dass dir solche Fragen kommen. ....???? Ich glaub', das musst du mal untersuchen.

Nein, musst du nicht. Ernährungsregeln gelten nur für Mönche und Nonnen. Und, ob du am Morgen gut meditieren kannst, wenn du später am Abend noch schwer isst, musst du für dich selbst herausfinden.

Vorschreiben wird dir da aber Niemand etwas 😃.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit gut 40 Jahren praktizierender Buddhist ( Theravada )...

Welche Art von Yoga ist es denn, die gar so streng ist?

Der Geist wird durch Fasten oder Rohkost bestimmt nicht reiner!

Ich praktiziere auch Yoga und befolge so seltsame Regeln nicht.

Buddha hat seine Erleuchtung erst erlangt, als er das Asketentum verworfen hat.

In Yoga Vidya werden solche Weißheiten verbreitet.

0
@HansPetersWurst

"Vidya" (sanskrit) heißt "Wissen"; "Nirmala Vidya" (sanskrit) heißt "reines Wissen". Ich persönlich ziehe reines Wissen vor.

1

Was möchtest Du wissen?