Muss ich als Student Unterhalt zahlen?

6 Antworten

Du bist vorrangig unterhaltspflichtig für dein Kind.

Da du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hast, trifft für dich die "erhöhte Erwerbsobliegenheit" bezüglich des Kindes zu, nach der du alles dir Mögliche tun müsstest, um wenigstens den "Mindestunterhalt" aufzubringen.

Kann das Jugendamt mir das Studium mit der Begründung, dass ich ja bereits eine Berufsausbildung und einen Meister habe, verweigern wegen Unterhaltspflicht?

Definitiv: Nein. Aber...

  • wenn du während dessen keinen oder zu wenig Unterhalt zahlen würdest oder die Kindsmutter ggf. Unterhaltsvorschuss für das Kind beziehen würde, könnte der ausstehende Unterhalt bzw. der gezahlte Vorschuss später von dir zurückverlangt werden.

Der derzeitige "Selbstbehalt" gegenüber minderjährigen Kindern liegt bei 1080 Euro für Erwerbstätige, ansonsten bei 880 Euro.

Handelt es sich bei dem Studium um ein Vollzeitstudium, wirst du vermutlich als "nicht erwerbstätig" gewertet und könntest/ müsstest dann den Mindestunterhalt für dein Kind leisten.

Rein rechnerisch wäre ein Leben mit den Anwärterbezügen, der entstehenden Kosten für das Studium (Fahrtkosten, Verpflegung an der FH, Fahrten zur Ausbildungsstätte, Miete für eigene Wohnung,...) und Unterhalt nicht zu finanzieren. 

Einem Studenten steht für diese Kosten (notwendiger "Bedarf") ein Betrag von insgesamt 735 Euro zu.....

Bin ich als Student mit Anwärterbezügen unterhaltspflichtig gegenüber meiner Frau?

Die Frau hätte ohnehin nur noch dann Anspruch auf Unterhalt für sich selbst ("Trennungsunterhalt" bis zur Scheidung), wenn sie weniger als du verdienen würde und dir nach Zahlung des Kindesunterhaltes noch mehr als 1200 Euro (dein Selbtbehalt ihr gegenüber) vom Einkommen verblieben - sonst nicht...

Gegenüber volljährigen Personen (wenn diese nicht mehr "privilegiert" sind) besteht für einen Unterhaltspflichtigen keine Erwerbsobliegenheit.

Gegenüber Deiner Frau wärst Du nicht unterhaltspflichtig. Gegenüber Deiner Frau besteht auch nicht die Pflicht das Gehalt zu erhalten.

Gegenüber deinem Sohn schon. Und da Du bereits einen Beruf hast, würde man es nicht aktzeptieren, dass Du weniger Kindesunterhalt zahlst, weil Du Dich weiterbilden willst. Das darf nicht zulasten des Kindes gehen.

Die Berufsausbildung können sie dir nicht verweigern, aber da laufen dann halt ordentlich Schulden auf.


Doch Menuett- der Kurze ist noch keine 3 Jahre, da hat sie Anspruch auf Betreuungsunterhalt!

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@sassenach4u

Aber nicht wenn er studieren geht.

Er ist gegenüber der Mutter auch nicht verpflichtet, unterhaltsfähig zu bleiben.

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Das wären aber Schulden, die sich lohnen. Ich habe meinen Seelenfrieden wieder und wäre Beamter.

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Jeder Unterhaltspflichtige hat einen Eigenanteil den er auf jeden Fall behalten darf dazu kommen noch eventuell andere anfallende Kosten und wenn dann noch etwas übrig bleibt kann davon Unterhalt gezahlt werden.Dies wird vom Amt überprüft wofür du dann alles vorlegen bzw einreichen mußt!

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