Mögen Männer unselbständige Frauen?

21 Antworten

Ich finde den Zusammenhang zwischen Unselbständigkeit und Aushaltenlassen doch ziemlich weit hergeholt. Das eine hat mit dem anderen nur bedingt etwas zu tun und wird hier in einen doch eher zu engen Zusammenhang gestellt.

Während der Flirtphase ist es wohl jeder Mann gewohnt, durch Einladungen der Frau zu zeigen, dass er Interesse hat. Daher bezahlt der Mann oftmals im Restaurant bei Dates oder bei Fahrgeschäften auf dem Jahrmarkt. Ich denke aber, fast jeder Mann weiß es zu schätzen, wenn die Dame dies nicht ausnutzt, sondern im Gegenteil spätestens ab dem zweiten Date auch freiwillig und aus eigenem Antrieb mal umgekehrt einlädt und für Kostenneutralität sorgt. Das gebietet doch schon der Anstand und die heutige Gleichberechtigung. Sich vojn einem Mann aushalten zu lassen und ihn immer zahlen zu lassen, ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, sondern würdelos und partnerschaftlich destruktiv. Welche Frau möchte sich derart kaufen und aushalten lassen? Es gibt solche Frauen, aber wem gefällt das? Doch höchstens Männern mit zu viel Geld und zu wenig Charakter.

Ein ganz anderer Punkt ist Unselbständigkeit. Das hat primär mit Entscheidungen, Eigenverantwortung, Selbstbewusstsein und ähnlichen Persönlichkeitseigenschaften zu tun, aber weniger mit finanziellen Aspekten. Die Mehrheit der Männer bevorzugt gewiss Frauen, die nicht völlig unselbständig sind, aber zugleich auch Frauen, die nicht übermäßig krass auf Freiraum, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit pochen. Die persönlichen Vorlieben von Menschen gehen in den Facetten Freiraum vs. Zweisamkeit oder Gemeinsamkeit vs. Unabhängigkeit stark auseinander und es ist für beide Geschlechter wichtig, einen Partner zu finden, der in diesem Bereich zu einem passt.

Aus meiner persönlichen Sicht, und ich denke, dass dies zumindest für eine gute Mehrheit ebenso gilt, ist eine Partnerschaft am erfüllendsten und konstruktivsten, wenn beide Partner aufeinander eingehen, bereit zu Kompromissen sind und wirklich miteinander zurechtkommen wollen. Man sollte es dem Partner angenehm machen und dafür auch mal Neues ausprobieren, Zweisamkeit leben und Rücksicht aufeinander nehmen. Wenn zwei Menschen eher nebeneinanderher leben als wirklich zusammen ihr Leben zu gestalten, so sind diese Partnerschaften meistens deutlich labiler und weniger erfüllend. 

Wenn du daher im letzten Satz schreibst "es hassen, bevormundet zu werden", so wechselst du von einem Extrem zu anderen. Nein, natürlich mag niemand, weder Mann noch Frau, bevormundet werden. Das Gefühl hasst doch jeder. Solche eine Frage ist doch schon vorher beantwortet. Aber es gibt durchaus viele Menschen, die ganz gern mal eine Entscheidung auf andere abschieben, oder die Schwierigkeiten haben, sehr wichtige Entscheidungen zu fällen, wenn sie hart wirken oder große Auswirkungen haben. Das gibt es bei Frauen und Männern und diese Menschen kommen sich nicht bevormundet vor, sondern sind eher erleichtert, wenn ihnen geholfen wird. Ein talentierter Partner wird dies gerne bieten und akzeptieren.

Bei Partnerschaften ist es generell gut, wenn sich beide Partner ergänzen und wenn dadurch Synergien freiwerden. Der eine hat es vielleicht eher mit Technik, Vernunft Entscheidungen, der nächste mit Haushalt, Kochen, Kindern, ein anderer mit Sozialkontakten, Dekoration und so weiter. Das muss nicht die traditionelle Rollenteilung sein, aber es ist insgesamt gut, wenn es eine Rollenverteilung und damit Synergien gibt. Wenn beide alles nur so mittel und gleich gut können, dann profitieren sie weniger von einer Partnerschaft, als wenn jeder richtig wertvolle Stärken auf verschiedenen Gebieten hat. Das gilt z.B. auch für deine Frage nach Selbständigkeit und Entscheidungsfreude.

Kurz zusammengefasst: Aushaltenlassen ist immer billig und nicht gut. Aber Einladungen immer abzulehnen, bei jeder gemeinsamen Entscheidung irgendwie Bevormundung zu empfinden, ist ebenfalls destruktiv. Partnerschaften beruhen auf einem Gefühl des Zusammenseins und das sollte man auch akzeptieren.

Kommt auf den Mann an. Männer, die sehr emanzipiert sind, wollen oft eine Partnerin, die selbstständig ist. Es gibt aber auch emanzipierte Männer, die sich emanzipierte Frauen wünschen, mit denen sie eine klare Rollenaufteilung ausleben können, beispielsweise eine/r versorgt, bezahlt auswärts und geht arbeiten, der/die andere kümmert sich um Lebensmitteleinkäufe, Kind und Haushalt.

Wiederum gibt es unemanzipierte Männer, die gerne im Alltag dominiert werden und eine möglichst heldenhafte Partnerin wünschen, die alles im Griff hat. Und natürlich gibt es auch unemanzipierte Männer, die eine unselbstständige Frau brauchen, um sich selbst stärker und größer zu fühlen. Das geht, wie andere schon geschrieben haben, meistens mit einem geringen Selbstwertgefühl einher.

Meiner bisherigen Erfahrung nach sind der erste und der letzte Typ am häufigsten vertreten: Emanzen suchen Emanzen und Würmchen suchen Würmchen. Die anderen beiden Formen gibt es auch, scheinen aber seltener zu sein.

Im Zeitalter der Gleichberechtigung werden selbstbewusste und selbstständige Frauen bevorzugt, die ihr Leben selbst im Griff haben. Barbypüppchen die auf der Tasche des Mannes liegen sind nicht mehr gefragt.

Es wird auch wohl noch eine Handvoll Matchos geben ( meist aus dem asiatischen,  orientalischen Bereich) die so was noch brauchen.

Ich mag keine Frauen die Männer ausnehmen.

Was möchtest Du wissen?