Max Weber; Religiöse Motive

5 Antworten

Weber und Marx hatten unterschiedliche Ansätze bei der Erklärung von historischen und gesellschaftlichen Phänomenen - so der Entstehung und Weiterentwicklung des Frühkapitalismus. Ich versuch es Dir herunterzubrechen:

Weber ging vom Individuum und dessen Handeln aus.

Marx erkannte makrosoziale Triebkräfte als Analogie zu dessen, was man im 19. Jh. in der Naturgeschichte erkannt hatte.

Bsp. Kapitalismus - für beide war Wirtschaften eine Anpassung an die Umwelt. Unterschied:

Weber erkannte die Kultur und Religion als Randbedingungen, die das Wirtschaften bestimmte. (übrigens auch der frühe Marx) Das gern zitierte Beispiel bei Weber wie der Calvinismus den Frühkapitalismus bestärkte: Da Erfolg im Leben als Hinweis gedeutet wurde, zu den von Gott Erwählten zu gelten war es Ziel der Lebensführung: Schaffe, Schaffe = der beste Gottestdienst statt Beten und Büßen (orthopraktisch) bei den "Katholen" ;-)

In Wirklichkeit ist das nicht Kern sondern nur Beispiel der Analyse bei Weber. Er untersucht das für alle Religionen und Konfessionen.

Der Protestantismus - allg. die reformierten christlichen Konfessionen (nicht nur der Clavinismus) hat den Frühkapitalismus erheblich gepuscht - dass Weber da Recht hat besteitet niemand bei VErstand! Es erfolgte dadurch in der Frühen NEuzeit eine Rationalisierung der Lebens- und damit Wirtschaftsformen. Z.B. ganz banal das Aufheben des Zinsverbotes.

Fazit: Du darfst es dir nicht so vorstellen, dass eine (Groß)Theorie in den Nicht-exakten Wissenschaften falsch oder richtig, wahr oder unwahr ist. Man kann solche Herangehensweisen nicht falsifizieren oder verifizieren! Niemand würde von DIr verlangen, sich für eine der beiden Erklärungen zu entscheiden.

naja zeugt ein bisschen vom chronisch nachlassenden Niveau bei GF: Die best-bewerten Antworten:

a) herauskopierter Text

b) einer, der Weber nicht kennt und das wenige, das er kennt, nicht versteht.

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Es gibt die christliche (?) Splittergruppe der Calvinisten, die an eine Arbeitsethik glauben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kalvinismus#Calvinistische_Arbeitsethik

wichtigster abschnitt: "Unbändiger Fleiß, individueller und wirtschaftlicher Erfolg können in der Folge als Zeichen für den Gnadenstand gewertet werden. Jedoch hat der Mensch keinerlei Einfluss auf die göttliche Entscheidung. Ob jemand nach dem Tod in der Hölle landet oder zum Himmel auffährt, wurde bereits zu Anbeginn der Zeit festgelegt. Was der Mensch nun versucht, ist, sich selbst durch seine Tugendhaftigkeit Gewissheit darüber zu verschaffen, dass er auserwählt sein müsse."

die leute haben an ihrem erfolg bemessen, ob sie in den Himmel kommen, so einafch war das. Das ist eine sehr primitive form des kapitalismus, aber sie kommt aus der religion heraus, und das hat Max Weber untersucht.

Erstmal danke für deine Antwort. Den Calvinusmus haben wir schon besprochen, aber danke für die Erinnerung, ich wusste nicht, dass das damit gemeint ist. Du hast es eindeutig besser erklärt, als wie das Buch. Danke! :)

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Da hat unser Weber aber mal ganz schön tief in seine Weinflasche geschaut, was? Etwas so urwüchsig materialistisches wie den Kapitalismus, der ja sich ja nun knallhart und unbarmherzig an den Gesetzen der Evoution orientiert, als von seinem geistigen Antipoden, der Religion, abstammend zu deklarieren, ist ja nun wirklich abenteuerlich und aberwitzig.

Eher das Gegenteil! Hätte es den Kapitalismus bereits gegeben, als die Religionen entstanden, dann hätte man durchaus zu der Ansicht gelangen können, das System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen hätte die Religion kreiert, um die auszubeutende Menschenmasse im Zaum zu halten.

Bleib mal lieber bei Karl Marx. Der hat das schon alles ganz brauchbar analysiert! ;-)

Karl Marx: 'Religion ist das Opium des Volkes'....

Max Weber: 'Kapitalismus aus Religion', somit: Kapitalismus ist Opium des Volkes....

So unähnlich sind diese beiden Ansichten dann doch nicht, oder? ;-)

Beide hängen einer Idee nach, und zumeist werden diese Ideen mit Mitteln versucht zu erreichen, welche nicht von konstruktiver Weise zeugen.....

Karl Marx hatte diese erkannt und wollte dementsprechend eine gleichberechtigte im Sinne von 'gleichgerechte' Gesellschaft schaffen....

Religionen und Kapitalismus werden niemals eine Gesellschaft aufbauen können, in der die Menschen gleichberechtigt und gleichgerecht behandelt werden....

Gruß Fantho

"„Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ (1920). In dieser Arbeit findet sich seine Protestantismus-Kapitalismus-These. Ausgangspunkt für diese Theorie ist die doppelte Prädestinationslehre des Calvinismus. Diese besagt, dass von Gott vorher bestimmt wurde, wer für das ewige Leben und wer für die ewige Verdammnis vorgesehen ist. Die Ungewissheit, die damit für den Einzelnen verbunden sei, werde durch verstärktes Arbeiten verdrängt. Wirtschaftlicher Erfolg werde als ein Indiz für die Erwählung verstanden. Dieses Privileg dürfe allerdings nicht aufgebraucht werden, weil man sonst das ewige Leben verlieren würde. Durch innerweltliche Askese, d.h. den Verzicht auf Genuss, könne der ethische Lebenswandel erhalten werden. Da die erwirtschafteten Güter nicht konsumiert oder angehäuft werden dürften, investiere man neu, wodurch es zur Kapitalsteigerung komme. ..."

http://www.rw-studieren.uni-hannover.de/weber.html

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