Mathestudium Lehramt abbrechen?

5 Antworten

Natürlich bist du mit deinen Problemen völlig alleine. Du bist genauer gesagt der erste, der je Probleme mit Mathematik auf Hochschulniveau hatte. Spass beiseite, ich zitiere mich mal schamlos selbst:

https://www.gutefrage.net/frage/ist-es-bedenklich-wenn-ich-im-studium-gerade-so-garnichts-checke#answer-326426212

" Ich habe es anderen Stellen schon mal geschrieben, ich habe in den ersten zwei Semestern praktisch jedes Übungsblatt abgeschrieben. Wichtig war aber, dass ich das was ich abgeschrieben habe verstanden hatte und auf Wunsch später auch erklären konnte. Drei Grundvorlesungen im ersten Semester sind normal, ich hatte mit Informatik angefangen, da hatten wir Ana, LA und Info je mit 4+2+2 Stunden.

Die besten Vordiplom Noten hatte ich dann in dem Fach OHNE Script. In diesem hatte ich mir nämlich dann das Vorgehen angewöhnt, die komplette Mitschrift einer Vorlesung Zuhause in Reinschrift zu übertragen. Das hat viel zum Verständnis beigetragen und ich hatte später eine perfekte Lernunterlage. In LA, wo der Prof eigentlich nur das Skript vorgelesen hat war das deutlich anders.

Generell musste du in jedem Fach den Aufwand der SWS noch mal für die Nacharbeit rechnen. Das ist zwar viel Aufwand, aber niemand hat gesagt dass Mathematik leicht ist.

Ein Hinweis noch, Beweisen kann man tatsächlich lernen! Und zwar mit üben, üben, üben. Ich habe das zunächst auch nicht geglaubt und dachte ich lerne das nie, aber später in den Klausuren sind mir die Theorieaufgaben dann tatsächlich leichter gefallen als die Rechenaufgaben.

Lass dich nicht entmutigen, bleib dran, dann wird das schon."

Gerade bei Lehramt kann ich dir deine Befürchtungen natürlich nicht vollständig nehmen. Du mußt dir immer wieder selbst die Frage stellen: "Ist die Leidenschaft für das Fach noch da"? Einfach nur gut in einem Fach gewesen zu sein reicht da nicht. Interessiert es dich, Dinge über das Fachgebiet zu erfahren, die du in der Schule nie gelernt hast? Interessiert es dich, ein wenig über den Tellerrand des "wofür brauche ich das" hinaus zu blicken? Willst du Mathematik betreiben oder ist das für dich nur ein lästiges Zweitfach, um später Englisch unterrichten zu dürfen? Das sind Fagen die du nur selbst beantworten kannst. Ich kann dir nur sagen, scheue dich nicht etwas nicht zu verstehen, es beständig zu hinterfragen bis du auf den Kern der Sache kommst. Gerade in Mathe lohnt sich das am Ende.

Aber wenn dir die Leidenschaft fehlt, kann ich dir wirklich nur die schlimme Botschaft überbringen: "Mathematik ist nichts für dich".

https://www.quotez.net/german/david_hilbert.htm

""Er ist Schriftsteller geworden, für die Mathematik hatte er zu wenig Phantasie, aber für die Dichtung reicht's!" - Auf die Frage, was aus einem seiner früheren Studenten geworden sei."

Im Unterschied zu Hilbert bin ich der Meinung, Leidenschaft reicht um ein guter Mathematiker zu werden, die Phantasie wird gebraucht um ein sehr guter zu werden. Aber ich hoffe du weißt was ich meine. Wenn nicht scheue dich nicht weiter zu fragen!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Dipl.Math.

Hallo Meghan,

das ist eine sehr schwierige Frage, die du da stellst. Man kann weder in deinen Kopf reinschauen noch in dem Kopf all der anderen Studenten, um zu definieren, was "noch normal" ist und was nicht. Es ist alles recht subjektiv und es kommt auch sehr darauf an, wie viel Zeit und Mühe du selbst bereit bist reinzustecken. Dem einen fällt es vielleicht leichter, aber er lässt sich leicht entmutigen und ist auch nicht bereit viel Aufwand reinzustecken, dem anderen fällt es umgekehrt schwerer, aber er kann sich damit arrangieren und kommt trotzdem voran.

Ich an deiner Stelle würde einfach weitermachen, denn was anderes bleibt dir bis Semesterende eh nicht. Dann siehst du ja an den Klausuren, wie es gelaufen ist. Häufig hat man während des Semesters kaum Überblick, aber wenn man sich dann in Ruhe hinsetzt, um sich auf die Klausuren vorzubereiten, und nochmal alles in seinem Kopf sortiert, dann sieht es schon ganz anders aus.

Falls noch nicht geschehen, wäre es vielleicht auch eine gute Idee eine Lerngruppe zu gründen oder sich einer bestehenden anzuschließen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass jemand anders einen besseren Durchblick hat und einem alles erklärt, sondern dass man die Möglichkeit hat über die Konzepte zu reden, Fragen zu verbalisieren und zu konkretisieren, sich gegenseitig was zu erklären usw.

Wünsche dir super viel Erfolg, wie auch immer es für dich weitergeht!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Masterabschluss Theoretische Physik

Hi. Da ich selbst Mathematik auf Lehramt studiert habe kann ich dir sagen, dass du da nicht alleine bist.

Mathematik ist vorwiegend Übungssache. Doch brauchst du dich nicht unendlich dafür abmühen. Wichtig ist während der Tutorien die Lösungswege zu verstehen. Meist ist es einfacher als man denkt. Jedes Lösungs- bzw. Beweisverfahren hat vorgegebene Schritte, die es abzuarbeiten gilt.

Falls das nicht hilft, dann reicht manchmal ein Blick auf die Seite frustfreilernen.de hier gibt es wahnsinnig viele gute Tipps. Gerade für das Studium istves auch nicht übel.

Vielen Dank für deinen Beitrag und für deine Tipps! Ich hoffe, es wird einfacher mit der Zeit.. Da du schon alles hinter dir hast, darf ich dich fragen, wie es so abläuft? Habe von vielen gehört, dass die ersten 2 Semester die härtesten sind, und dass Analysis 1 die schwierigste Vorlesung ist. Wie hast du es so empfunden? Ich habe derzeit nur Analysis 1 und Mathematisches Propädeutikum, im letzteren komme ich halbwegs gut mit, aber Ana1 fühlt sich sehr oft wie eine Chinesischvorlesung an, und ich glaube, es gibt gute Chancen, dass ich die nächstes Semester nochmal belegen muss.. Zusammen mit linearer Algebra 1. :(

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@meghan1211

Ich kam damals in den Vorlesungen ganz gut mit. Die Aufgaben für die Tutorien fand ich zu Beginn auch echt heftig und ich habe sehr viel nachgefragt. Die Lösungswege waren im Nachhinein dann ziemlich klar und auch einfach. Also viel notieren und die Aufgaben nochmal nachbereiten, das hilft enorm.

Analysis 1 empfand ich nicht als schwer, da relativ klar ist, welche Formeln wofür gebraucht werden, wenn man sie ordentlich nachbereitet.

Als schwer empfand ich das reinkommen in das Studienfach. Es ist kein Vergleich zur Schulzeit und bis man hinter die Beweiswege und die Interpretatiinen kommt, dauert das ne Weile... Da Analysis 1 von den meisten zuerst besucht wird, wird es entsprechend als schwerstes Teilgebiet angesehen. Wsl. fallen hier auch die meisten das erste Mal durch. Das bestärkt dann diese Einschätzung ;-)

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Ich studiere auch derzeitig Mathe und mach dir keine Sorgen, mir und vielen weiteren gehts genauso ;). Ich würde an deiner Stelle wenigstens das Semester durchhalten und dir dann überlegen, wie du dich fühlst. Ja, Mathe ist eine sehr harte Umstellung an die man sich gewöhnen muss, aber wenn es sich für dich in ein paar Monaten immernoch wie eine Qual anfühlt, dann würde ich einen Studienabbruch/Studienwechsel erst ernsthaft in Erwägung ziehen. Bleib erstmal ruhig, versuch dran zu bleiben und fälle noch keine voreiligen Entscheidungen, du packst das schon, viel Glück ;)

Vielen Dank für deine Antwort! Ich habe vor, mindestens bis nächstem Wintersemester dran zu bleiben, weil ich mir echt wünschen würde, später Mathematik zu unterrichten.. ich gebe Nachhilfe und durch meine Art Mathematik beizubringen, habe ich schon aus Mathe=Hassfach ein "Mathe macht Spaß!" bei meiner Schülerin geschafft. Ich freue mich quasi auf den Beruf so sehr, dass ich bereit bin, mir die Frust anzutun :))

Das mit den paar Monaten warten klingt gut. Ich werde mich umschauen, und hoffentlich alles richtig einschätzen. Ich hoffe, es wird noch mit dem Verständnis und besseren Zeitmanagement. Vielen Dank und viel Glück wünsche ich dir auch! :)

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Machst du auf L3 oder L2?

Du hast die Prüfungen ja noch nicht geschrieben, aber du solltest dir schonmal einen Plan B ausdenken. Denn falls du merkst, dass du es nicht packst, ein anderes Zweitfach wählst.

Als Plan B habe ich Kunst, aber dafür müsste ich entweder ordentlich pendeln oder umziehen, weswegen ich auch erstmal alles in Mathe geben will, was ich kann. (Und Mathe macht mir noch Spaß, zum Glück, deswegen wage ich es auch, es noch zu versuchen)

Kommt mir aber echt krass vor, wieviel Zeit ich darin investieren muss, und wie ich für kein anderes, nichtmathematisches, Modul Zeit finden kann.. Es fällt mir schwer zu glauben, dass bei den ganzen Stunden, die ich darin investiere, mein Tempo immer noch völlig überschritten ist.. Ist das denn am Anfang normal?

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@meghan1211

Ja, dass man am Anfang so viel Zeit in das Studium investieren muss, ist normal. Ich selbst habe Maschinenbau angefangen zu studieren. Zwar ist Mathe dort leichter verglichen zu einem Mathestudium, dafür haben mich aber Fächer wie Werkstoffkunde, Fertigungsverfahren und Informatik viel zeit gekostet. Ist zwar auswendig lernen mit etwas Verständnis, aber sehr viel. Technische Mechanik ist nur Verständnis, aber manche Aufgaben sind einfach sehr krass gewesen. Man muss halt viel üben. Die Profs sagen ja auch, dass das Studium eine Vollzeitbeschäftigung ist, also 40h-Woche.

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@meghan1211

Hallo,

ja, es ist normal, in den ersten Semestern viel Zeit investieren zu müssen. Man sollte sich jedenfalls nicht an den 2 oder 3 Cracks orientieren, die es immer gibt, denn das frustriert nur.

Ich habe an Aufgaben stunden- und nächstelang gesessen und trotzdem nicht alle rausgekriegt. Man muss diese mathematische Denkweise lernen, und das braucht Zeit und Arbeit.

Da du Mathe eigentlich magst, würde ich dir raten, nicht vorschnell aufzugeben. Gib dir ein bisschen Zeit.

Wenn du nach einem oder zwei Semenstern merkst, dass es zu hart ist, dann wirst du deine Entscheidung das Fach zu wechseln nicht bereuen, denn du hast es versucht. Wenn du sehr früh aufgibst, hast du den Rest deines Lebens vielleicht Zweifel, ob es die richtige Entscheidung gewesen ist.

Alles Gute.

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