Logisches Denken und Jura?

6 Antworten

Mein Professor in Methoden der Rechtsfindung meinte ganz am Anfang zu mir, ich würde feststellen, daß Jura ganz anders funktioniert als Informatik.

Das habe ich im Studium allerdings allerdings nie; im Gegenteil fand ich die grundlegenden Mechanismen von Auslegung, Subsumtion und so weiter sehr kompatibel mit "mathematischer Logik", wie Du es nennst.

Andererseits habe ich den Eindruck, die komplexeren rechtstheoretischen Themen, die mir als Nebenfachstudenten zum Glück erspart wurden und mit denen ich nur durch die hobbymäßige Beschäftigung mit dem Thema in Berührung gekommen bin, werde ich wohl beim besten Willen nie begreifen. Den Unterschied zwischen "Absicht" und "Direktem Vorsatz" zum Beispiel.

Aber das kann natürlich auch daran liegen, daß mir die halt nicht im Rahmen einer Lehrveranstaltung strukturiert nähergebracht wurden.

Keine Ahnung, ob Dir das weiterhilft, weil mir der Unterschied zwischen mathematischer und sprachlicher Logik nicht so eingängig ist, aber vielleicht kannst Du mit meinen Erfahrungen ja etwas anfangen. Grundsätzlich kommen in den Rechtswissenschaften eher wenig Formeln vor und man argumentiert vorzugsweise natürlichsprachig, aber das wußtest Du sicher auch schon vorher.

Ich glaub, mir geht es da genauso. Die (Un)-logik der Sprache ist etwas, das mir schon liegt (hoffe ich jedenfalls) und mich begeistert. Und das ist auch ein Grund, warum mich die Rechtswissenschaften so begeistern. Ich glaube, dass beides (mathematische und sprachliche Logik) von Vorteil ist, aber letztendlich kann man es auch nicht wirklich gegeneinander abwägen. Finde ich.

Ich dachte Jura wäre so ein Paukerstudium, bei dem man nur alles mögliche auswendig lernen muss. Logik soll da wohl nicht so hochkonjunktur haben.

Da täuscht du dich.

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Weder noch. Gesetze haben mit Logik nicht viel zu tun.

Das mathematische ist wichtiger.

Inwiefern?

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