Kinderspielplatz fotografieren?


30.05.2020, 14:15

Ich glaube solange ich die Fotos nicht veröffentliche hat mir keiner was zu sagen. Dann sollten Ihre Kinder doch aus dem Bild verschwinden!

16 Antworten

Nach der neuen DSGVO ist es nicht mehr gestattet, Personen ohne deren Einwilligung zu fotografieren. Bei Kindern gilt dann natürlich das Einverständnis der Eltern. So ist es z.B. bei Konzerten schon problematisch, ein Foto vom Publikum zu machen.

Wenn also fremde Personen fotografiert werden und aus den Fotos heraus erkenntlich werden kann, zu welcher Zeit die Person an welchem Ort war, ist das ein Verstoß gegen die DSGVO. Schließlich werden bei digitalen Fotos auch sogenannte Metadaten wie Zeit und manchmal auch GPS Daten abgespeichert. Bei analogen Fotos auf Film ist das übrigens weniger problematisch. Aber auch hier gilt das Recht am eigenen Bild.

Die DSGVO gilt nicht für Privatpersonen.

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Verständlicherweise sind die Eltern empfindlich, wenn Fremde sich für die Kinder interessieren. Sei es auch nur, weil Du etwas neben ihnen fotografieren willst.

Einzelpersonen haben das Persönlichkeitsrecht. Du kannst sie also nicht ohne deren Zustimmung ablichten. Allerdings kann ich einen Bahnsteig mit Menschen fotografieren, da ich keinen Einzelnen aufnehme. Das ist mein Wissensstand aus dem Unterricht von vor einem Jahr.

An Deiner Stelle würde eine Stelle suchen, wo keine Kinder spielen. Beim Foto am Meer sollte dies kein Problem darstellen. Und da ein Spielplatz o. ä. im allgemeinen nicht wegläuft, könnte man diesen auch später oder früher ablichten. Eben, wenn keine Kinder dort sind.
Oder falls nur einige wenige dort spielen, proaktiv auf die Eltern zu gehen und fragen.

Die DSGVO gilt nicht für Privatpersonen. Machst du die Fotos nur für ein privates Fotoalbum oder ähnliches, musst du dir da also keine Sorgen machen. Ins Internet stellen würde ich die nicht unbedingt.

Dann gibt es noch das KunstUrhG. Dieses dürfte für dich aber auch nicht zu einem Problem führen, denn eine entsprechende Erlaubnis ist nicht nötig, wenn die Personen nur als Beiwerk auf einem Bild sind. Abgesehen davon greift das KunstUrhG nur, wenn man die Bilder verbreiten oder öffentlich zur Schau stellen möchte.

Nicht erlaubt wären die Fotos beispielsweise, wenn sie jemanden in einer hilflosen oder in einer die Würde verletzende Lage abbilden.

Wenn jemand auf dem Bild zu erkennen ist, darf es nicht ohne Zustimmung veröffentlicht werden. Panoramafreiheit zählt damit also nicht.

Langzeitbelichtung wäre eine Maßnahme.

Schau mal in diesen Ratgeber:
https://www.n-tv.de/ratgeber/Was-darf-man-mit-den-Fotos-machen-article15081711.html

Viele Eltern stellen sich da ziemlich an, was man ja im Hinblick auf etwaige Verbrechen auch verstehen kann.

Du könntest natürlich fragen, ob die Kinder mal aus dem Motiv gehen.

Hi,

die Mütter sind eben um ihre Kinder besorgt und das völlig zu Recht.

Du solltest daher etwas mehr Rücksicht nehmen und den Wunsch der Mütter respektieren. Ein wenig Anstand hat noch niemanden geschadet, Recht hin oder her!

Die Zahl an polizeilichen Anzeigen, weil Kinder (von fremden Männern, Nachbarn etc) heimlich fotografiert werden, sei es beim Baden, in der Freizeit oder durchs Fenster des Kinderzimmers häufen sich. Die Polizei agiert stellenweise äußerst rabiat, von vorläufiger Festnahme, bishin zur erkennungsdienstlichen Behandlung. Die obligatorische Strafanzeige ist an der Tagesordnung.
Dies alles obwohl das Fotografieren von Kindern, selbst von nackten oder passiv posierenden Kindern, grundsätzlich NICHT STRAFBAR ist! https://www.anwalt24.de/fachartikel/strafrecht-und-justizvollzug/29547

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