Kind 11Jahre Alt zerkratzt Auto in unserem Gelände

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Kinder im Alter von 11 Jahren müssen nicht andauernd beaufsichtigt werden. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht ist somit nicht gegeben.

Die Mutter trifft also kein Verschulden.

Ohne Verschulden, keine Haftung, kein Eintreten der Versicherung, kein Geld.

Es stellt sich also nur die Frage, ob das Kind die Folgen seines Tuns zum Zeitpunkt der Tat abschätzen konnte. Wenn das Kind normal entwickelt ist, hätte es mit 11 Jahren wissen müssen, das man fremdes Eigentum nicht beschädigen darf. Hieraus ergibt sich ein Haftungsanspruch gegen die Tochter.

Nächster Anhaltspunkt ist, ob die Tat vorsätzlich ausgeführt wurde. Diese Frage sollte die Familienhaftpflichtversicherung der Tochter (bei den Eltern mitversicherte Person) klären. Sofern Vorsatz besteht, ist dies ein Grund für einen Ausschluß der Leistung, d.h. die Versicherung muß nicht leisten.

Es gibt Haftpflichtversicherungen, die den Einschluß von Vorsatzhandlungen minderjähriger Kinder mit einbeziehen. In diesem Fall ist die Versicherung in der Leistungspflicht. Besteht so ein Vertrag mit diesem Zusatz nicht, muß man die Eltern bitten für Ihre Tochter in Vorleistung zu treten. Wollen diese dafür nicht einstehen, was sie laut Gesetz auch nicht müssen (Hier noch einmal der Hinweis: Das Schild Eltern haften für ihre Kinder entbehrt jeder Rechtsgrundlage und hat ausschließlich abschreckende Wirkung)

so kann man sich nur direkt an die Tochter wenden, gegen sie einen gerichtlichen Schuldtitel erwirken und hat somit die Möglichkeit die entstandene Schuld aus dem auch in der Zukunft der Tochter erworbenen Vermögen oder Einkommen zu erlangen.

Hört sich hart an, ist aber so.

Der Regelfall und weil man befreundet ist, muss es nicht soweit kommen. I.d.R. werden die Eltern in Vorleistung treten für ihr Kind.

Vernünftig wäre es, es nicht beim Vertragshändler reparieren zu lassen, sondern in einer freien Lackiererei einen Festpreis auszuhandeln. Dort bekommt man den Schaden für die Hälfte repariert.

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Richtig ist übrigens der Hinweis, den Vorgang über die Vollkasko-Versicherung des eigenen Fahrzeugvertrages abzuwickeln. Nur gibt es hier einige Nachteile.

  1. Durch Inanspruchnahme der Vollkasko (die im übrigen genauso die Tochter regeressieren wird) steigt die Schadenklasse um mehrere Stufen.

Hieraus ergibt sich nicht nur für das folgende Jahr, sondern für alle folgenden Jahre ein finanzieller Nachteil, der neben der selbst aufzubringenden Selbstbeteiligung (meist 300 €) getragen werden muß.

Hinzu kommt, das wenn in den nächsten Jahren ein weiterer, selbst verschuldeter Kaskoschaden entsteht, für den man dann mehr höher gestuft wird, als das bei einem unbelastenten Vertrag gewesen wäre. Auch bei einem evtl. Wechsel des Fahrzeuges ist aus diesem Grund der zu zahlende Mehrbeitrag kaum auszurechen. Lieber versuchen den Schaden günstig zu reparieren wie oben beschrieben.

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Richtig ist übrigens der Hinweis, den Vorgang über die Vollkasko-Versicherung des eigenen Fahrzeugvertrages abzuwickeln. Nur gibt es hier einige Nachteile.

  1. Durch Inanspruchnahme der Vollkasko (die im übrigen genauso die Tochter regeressieren wird) steigt die Schadenklasse um mehrere Stufen.

Hieraus ergibt sich nicht nur für das folgende Jahr, sondern für alle folgenden Jahre ein finanzieller Nachteil, der neben der selbst aufzubringenden Selbstbeteiligung (meist 300 €) getragen werden muß.

Hinzu kommt, das wenn in den nächsten Jahren ein weiterer, selbst verschuldeter Kaskoschaden entsteht, für den man dann mehr höher gestuft wird, als das bei einem unbelastenten Vertrag gewesen wäre. Auch bei einem evtl. Wechsel des Fahrzeuges ist aus diesem Grund der zu zahlende Mehrbeitrag kaum auszurechen. Lieber versuchen den Schaden günstig zu reparieren wie oben beschrieben.

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hallo leute ich möchte euch allen herzlich danken für die ganzen antworten!echt toll!! so der schaden wurde von einer Werkstatt aufgenommen der Kostenvoranschlag der Versicherung geschickt, und prompt nach 2-3 tagen später kam meiner freundin ein Schreiben von einem Sachverständiger der gerne mit der Tochter reden möchte weshalb und warum kann ich mir nicht vorstellen?!?!Dard der das überhaupt??? vllt wisst ihr ja warum? also ich hätte jetzt eher gedacht das der Sachverständiger bei mit evtl aufkreutzen könnt um sich den Schaden sich genauer anzuschauen, obwohl der Schaden nicht allzu groß war Kostenvoranschlag lag unter 1000euro... kennt sich da jmd aus???

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@ts231107

Klar darf er mit ihr reden. Der Schadenverursacher, wenn er möchte das die Versicherung eintritt hat Obliegenheitspflichten im Versicherungsfall. In diesem Fall hat er bzw. die versicherte Person und auch der Geschädigte daran mitzuwirken, das sich die Versicherung ein genaues Bild machen kann. Dies geschieht durch Schadenschilderung. Offensichtlich scheint eine Eintrittspflicht wahrscheinlich, sonst hätte von vornherein eine Absage Ihren Briefkasten erreicht.

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Eine 11-Jährige muss man nicht rund um die Uhr beaufsichtigen. Andererseits ist sie bereits haftfähig. Den Fall soll die Mutter wahrheitsgemäß ihrer Haftpflichtversicherung schildern. Das geht sicher nicht ohne Nachfragen. Wenn sich dann auch nur die kleinste Unwahrheit ergibt, wird der Schaden wegen Falschaussage abgelehnt. Ansonsten dürfte Deckung vorliegen, da sie zwar "vorsätzlich" gehandelt hat, aber ihr wohl die Einsicht fehlt.

kein 11-jähriges Kind ist haftfähig weil 11-jährige Kinder bei uns nicht eingesperrt werden!

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kein 11-jähriges Kind ist haftfähig weil 11-jährige Kinder bei uns nicht eingesperrt werden!

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Der Fall ist problematisch: Das Kind ist in diesem Alter nur eingeschränkt deliktfähig. Daher ist es fraglich, ob das Kind haftbar gemacht werden kann. Die Mutter müsste nur dann haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hätte - auch das scheint mir hier fraglich, denn ein Kind in diesem Alter darf man schon 'mal eine halbe Stunde ohne Aufsicht auf dem Hof lassen. Im schlimmsten Fall bleibst Du dann leider auf dem Schaden sitzen. Ich würde aber auf jeden Fall Ansprüche gegenüber Mutter und Tochter erheben, damit diese sich an ihren Haftpflichtversicherer wenden können. Nur - wie gesagt - ist es nicht auszuschließen, dass die Versicherung die Haftungsfrage verneint und eine Regulierung deswegen ablehnt.

Die geschilderte Situation ist sehr eindeutig.

Wer das 7. bzw. 10., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat, ist für den Schaden, den er einem anderen zugefügt hat, nicht verantwortlich, wenn er beim Begehen der schädigenden Handlung nicht die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht hatte (§ 828 BGB).

Wenn das Kind normal entwickelt ist, dem Alter entsprechend, weiss ein 11-jähriges Mädchen, das man fremde Autos nicht beschädigen darf, bzw. generell fremdes Eigentum. Insofern ist die Tochter voll haftbar.

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