Keine abgeschlossene Ausbildung = keine Gelder?

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6 Antworten

BAföG+Kindergeld reichte auf Dauer einfach nicht für 320€ Schulgeld und Miete, trotz WG.

Da hätte man sich nach Wohngeld erkundigen können bzw. evtl. beim Jobcenter einen Zuschuss zu den ungedeckten angemessenen Wohnkosten beantragen können

Ich habe gelesen, dass mir kein ALG 2 zusteht, wenn ich nichts abgeschlossen habe

ALG2 setzt Bedürftigkeit und grundsätzliche Erwerbsfähigkeit voraus. Ob man "vorher" eine Ausbildung gemacht oder schon mal gearbeitet hat, ist irrelevant. Auch Schüler/Azubis können diese Leistungen beziehen.

Dementsprechend müsste ich wieder zu meiner Mutter bis ich 25 bin?

Nein. Ab 18/seiner Volljährigkeit müssen Eltern ihr Kind nicht weiter bei sich wohnen lassen oder wieder aufnehmen (Ende der gesetzl. Betreuungs-und Aufsichtspflicht etc.). Die Eltern sind während der Erstausbildung grundsätzlich unterhaltspflichtig; ob sie zahlunsgfähig sind, ist eine andere Geschichte.

Bekomm ich gar keine Gelder und muss auf der Straße leben? Meine Mitbewohnerin, die die selbe Ausbildung gemacht hat, befindet sich nun in einer ähnlichen Situation

Dann stellt jede für sich (!) einen Antrag auf ALG2 . Die Formulare/Ausfüllhilfen/"Merkblatt SGB II" gibt es auf arbeitsagentur.de->Formulare, ALG2.

Beim Ausfüllen aufpassen: Als WG-Bewohner, die sich nur die Wohn-/Festkosten teilen und ansonsten getrennt wirtschaften, gehörst du nicht zur "Bedarfsgemeinschaft" deiner Freundin und sie nicht zu deiner .. also nicht falsch eintragen ! WG-Mitbewohner kommen nur bei den Unterkunftskosten ins Spiel ("eine weitere Person in der Wohnung wohnhaft; keine Verwandtschaft, keine Wirtschaftsgemeinschaft").

Sofern keine anderweitige Regelung über Eure jeweils anteilige Mietübernahme vorliegt (z.B. eine Kostenbeteiligungsvereinbarung, die Ihr miteinander abgeschlossen habt -> mehrere Muster hier: http://hartz.info/index.php?board=9.0) , geht das Jobcenter davon aus, dass sich die Unterkunft kopfanteilig "verteilt".. also die Hälfte der Kosten/Wohnfläche entfällt auf dich, die andere Hälfte entfällt auf die WG-Mitbewohnerin.

Als Bewohner einer WG hat man denselben Anspruch auf die örtlich angemessenen Unterkunftskosten+ (anteilige) Wohnfläche, als würde man eine Wohnung für sich allein bewohnen . Für eine 1-Pers.-Bedarfsgemeinschaft (also für jede von Euch) gelten bis zu 50 qm als angemessen - wobei aber wichtiger ist, dass die Unterkunft insgesamt angemessen ist (Preis/qm). Sprich: Sofern Eure jetzige Wohnung nicht größer als 100 qm ist , lägt Ihr flächenmäßig jeweils im grünen/angemessenen Bereich. Ob der Preis angemessen ist, hängt von den örtlichen Richtlinien ab. Um die 166 € pro Kopf dürfte aber locker angemessen sein :)

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Kommentar von Larah10
11.07.2013, 11:08

Vor dem "Erstkontakt" mit dem Jobcenter am besten ein wenig kundig machen ..;) (z.B. hier, Ratgeber "Goldene Regeln", "Leistungspflicht des Leistungsträgers", "Welche Dokumente darf das Jobcenter fordern", "Achtung Einv", "Zumutbarkeitskriterein nach § 10 SGB II" http://hartz.info/index.php?board=3.0 )

Und ganz wichtig: Man hat das Recht, zu jedem Termin/ Vorsprechen beim Jobenter eine Begleitperson als Beistand mitzubringen. Darauf sollte man im eigenen Interesse nicht verzichten... Und: Man muss NICHTS sofort unterschreiben (außer eine Empfangsquittung für Bargeld) - man kann immer alles erst mit nach Hause nehmen und in Ruhe überprüfen (lassen).

Die Nachweispflicht, dass Schreiben/Unterlagen dem Empfänger tatsächlich zugegangen sind, liegt bei demjenigen, von dem die Schreiben/Unterlagen kommen. Deine persönliche Abgabe von Dokumenten immer auf einer mitgebrachten Kopie bestätigen lassen - oder: Versand per Rückschein-Einschreiben + schriftliche Erklärung eines Zeugen, die bestätigt, dass dieses Dokument X am Datum Y in ebendieses Einschreiben eingetütet wurde; oder: Fax mit Dokumentenandruck; oder: Einwurf in den Jobcenter-Hausbriefkasten + auf einer Kopie des Schreibens eine schriftliche Bestätigung eines dabei anwesenden Zeugen mit Datum/Uhrzeit. (Umgekehrt muss auch das Jobcenter im Zweifelsfall nachweisen können, dass dir ihr Schreiben an dich tatsächlich zugestellt wurde. )

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Für solche "Privatschulen" dürfte BAFÖG eigentlich überhaupt nicht aus dem Fenster geworfen werden.

Du musst keineswegs auf der Straße leben. Du könntest längst irgendeinen Job machen und nebenbei deinen Schulabschluss nachmachen.

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Kommentar von Fluke081212
10.07.2013, 11:35

War leider die einzige Möglichkeit zu dem Zeitpunkt.

Einen Schulabschluss habe ich!

Und einen Job suche ich doch, ist ja nicht so, als würde es mir gefallen, den ganzen Tag in der Ecke zu hocken.

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Sieht wohl so aus, dass du erstmal zurück zu deiner Mutter ziehen musst... Du hättest die Ausbildung vielleicht wenigstens noch solange durchziehen sollen, bis du was Neues hast, hast du dich denn wenigstens schon beworben? Und neben der Ausbildung arbeiten gehen wäre nicht gegangen? Wohngeld wäre doch auch eine Möglichkeit gewesen oder nicht? Hab ich während meiner schulischen Ausbildung damals auch bekommen.

Ansonsten eben erstmal einen Minijob suchen, damit du deine Mutter mit etwas Geld unterstützen kannst, wenn du wieder bei ihr wohnst.

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Kommentar von Fluke081212
10.07.2013, 10:04

Ich bewerbe mich schon seit einiger Zeit, damit ich wenigstens einen Minijob bekomme! Von Wohngeld und so, war leider keinerlei Ahnung da...wurde mir im Nachhinein auch gesagt...Ich hoffe ja inständig das ich was finde!

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Wende dich mal an das Amt und besprich das mit denen.. So lange du keine abgeschlossene Erstausbildung hast und unter 25 bist, sind eigentlich deine Eltern für dich zuständig, aber wenn sie finanziell nicht in der Lage sind, dann bekommt ihr zusätzliche Unterstützung. Das Amt wird dir aber keine eigene Wohnung finanzieren, du wirst zurück zu deiner Mutter ziehen müssen und sie bekommt dann eine Aufstockung damit sie für dich aufkommen kann.. Da es bis nach dem Sommer wahrscheinlich knapp wird mit der Ausbildung, solltest du dich frühzeitig um einen Ausbildungsplatz für den Sommer 2014 kümmern und in der Zwischenzeit kannst du ja ein wenig jobben gehen etc.

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Kommentar von Glenn88
10.07.2013, 10:03

Genau so ist es, deine Mutter muss sich ans Amt wenden und nicht du, denn Sie ist für deine Erstausbildung zuständig.

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Kommentar von Fluke081212
10.07.2013, 10:09

Danke dafür. Ich hoffe, dennoch, dass es wenigstens für ein WG-Zimmer reicht, Miete wäre 166€ weil in der Wohnung meiner Mutter is ja wie gesagt, kein Platz mehr!

Meine Mitbewohnerin, die die selbe Ausbildung gemacht hat, befindet sich nun in einer ähnlichen Situation...wenn nich sogar derselben. Ich werd' das mal an sie weiterleiten.

Meint ihr, wir haben ne Chance, auf ne gemeinsame Wohnung? Wir sind nun sogesehn ziemlich beste Freunde :D und würden ebenfalls lieber zusammen wohnen, als wieder zurück. Bei ihr sind die elterlichen Verhältnisse relativ...gravierend.

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alg 2 ist SOZIALHILFE, die bekommt fast jeder, bevor er verhungert

bei dir könnte aber deine mutter noch bis 25 verantwortlich sein, ich weiß es nicht genau, wenn du die Ausbildung abgeschlossen hättest, würde sie aus der pflicht rausfallen, das ist es einfach

wenn das Geld deiner mutter nicht reicht, bekommt sie dann aufstockend alg2

geh zum amt und stell nen h4 antrag einfach, oder frag sie

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Kommentar von Fluke081212
10.07.2013, 10:05

Agentur für Arbeit und Jobcenter sind heut beide zu, ich will morgen früh sofort hin.

Wenn sie es aufgestockt bekommen würde wäre das ja schon echt ne Hilfe!

Danke

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geh mal in die U25-beratung der arbeitsagentur

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