Kapitalismus - Vor und Nachteile

12 Antworten

Hallo, der größte Nachteil des Kapitalismus ist, der er zwingend Wachstum braucht, um funktionieren zu können. Wir leben aber auf einem Planten mit endlichen Ressourcen. Ewiger Wachstum ist daher nicht möglich.

Es ist wirklich ein sehr interessantes Thema, welches Regale mit Büchern füllen würde. Unter dem Strich bleibt immer das Problem Mensch! Wir haben die dumme Angewohnheit, uns nach dem zu sehnen, was wir nicht haben und merken erst dann, dass uns was fehlt, wenn es nicht mehr da ist.. Wenn mich nicht alles täuscht, war Deutschland bis vor paar Jahren geteilt gewesen. Alle flohen aus der DDR.. Viele haben sogar ihr Leben verloren. Im Westen ist das schöne Leben.. Und was ist heute? Plötzlich tauchen Diskiussionen auf, dass es damals in DDR alles besser war und gerechter verteilt war und jeder hatte Arbeit.. Die Kinder hatten alle einen Platz in der Kita und so weiter und sofort.. Ja was will denn der Mensch nun? Bleiben wir mal in Deutschland und erschaffen Sozialismus. Und ich fange mal von unten an: Alle Kinder besuchen dieselbe Schule und es herrscht wieder Zucht und Ordnung. Wir steigern die Bildung. Plötzlich haben wir nur noch Hochschulabsolventen. Alle sind so schlau, dass keiner Altenpfleger sein möchte oder den Müll weg fahren möchte.. Arzt oder Arbeiter bekommen denselbsen Lohn. Davon zahle ich meine Lebenshaltungskosten und es bleibt nichts mehr übrig für Luxus. Ach ja, Luxus und Urlaub.. Das braucht ja kein Mensch. Die großen Deutschen Automobilhersteller sollen zu machen. Teure Autos braucht kein Mensch.

Die Pharmaindustrie soll aufhören zu forschen und die Menschen sollen nicht mehr 90 werden. Es reicht ja wenn wir bis 65 leben.

Die Energieriesen sollen aufhören in Wind- Solar- und Wasserenergie zu investieren. Wir können ja wieder mit Holz und Kohle heizen. So viele Menschen sind wir ja gar nicht. Und in den letzten 200 Jahren sind wir ja nicht mehr geworden.

Ich könnte die ganze Zeit weitere Beispiele für den schlechten Kapitalismus bringen..

Übrigens ist es kein Zufall, warum sich Geld zu Geld zieht.. Ein einfaches Beispiel:

Ich gebe 10 Personen 100.000 € zur freien Verfügung. 10 Jahre später wir 1 Person 300.000 € haben und 3 Personen werden gar nichts haben. Jemand investiert oder legt es an. Der andere gibt das Geld einfach aus..

Somit erübrigt sich doch die Frage, welches System besser ist.. Kapitalismus oder Sozialismus.. Wenn ein Mensch nichts in der Birne hat, so kommt er in keinem System zurecht.

Wenn es den Kapitalismus nicht gäbe, wären unsere Unternehmer in den letzten 100 Jahren nicht gewachsen.. Siehe Audi, Mercedes, Melitta, Edeka, Versicherungen usw. Wo würden denn heute die Deutschen arbeiten wenn der Arbeitgeber nicht gewachsen wäre?

Ist der Kapitalismus daran Schuld, dass ich gut in der Schule war, eine tolle Arbeit habe, gutes Geld verdiene, mit 23 geheiratet habe, ein eigenes Haus mit 25 Jahren gekauft habe, 2 Kinder erziehe, in den Urlaub fahre usw.? Dafür arbeite ich auch bis zu 14 Stunden am Tag..

Im Sozialismus hätte ich noch nicht einmal im Traum dieses Leben führen können.

Der Schritt zum Sozialismus ist der erste Schritt wieder zurück in die Steinzeit!

Herr Armstrong wäre vielleicht dann paar Jahre später zum Mond geflogen.

Aber das ist meine persönliche Meinung.

"Alle flohen aus der DDR.. Viele haben sogar ihr Leben verloren."

Es war ja auch kein Sozialismus (erkennt man daran, daß die Arbeiter in der DDR keine Macht hatten, sondern unterdrückt und ausgepreßt wurden, um den Konzern "Staat" auf den Weltmärkten in Position zu bringen).

"Plötzlich haben wir nur noch Hochschulabsolventen. Alle sind so schlau, dass keiner Altenpfleger sein möchte oder den Müll weg fahren möchte.."

Da habe ich ne Lösung : Du bekommst den Leiter-Posten in der Bank, aber nur wenn Du 1/3 der Woche in einem Altenpflegeheim arbeitest. :-)

"Arzt oder Arbeiter bekommen denselbsen Lohn. Davon zahle ich meine Lebenshaltungskosten und es bleibt nichts mehr übrig für Luxus."

Geld ist nur ein bedruckter Gutschein oder ein Datensatz auf einem Bank-Server. Geld dient eigentlich nur als Umverteilungsmittel der real produzierten Güter. In einem demokratischen Sozialismus bestimmen WIR, wer was vom Kuchen bekommt und nicht "der Markt".

"Ach ja, Luxus und Urlaub.. Das braucht ja kein Mensch. Die großen Deutschen Automobilhersteller sollen zu machen. Teure Autos braucht kein Mensch."

Klingt ja so, als ob die Reichen einen großen Teil ihrer Profite (die ohne unsere Arbeit nicht möglich wären !) für den Konsum ausgeben. Das ist aber leider nur ein Bruchteil. Denn es muß doch möglich sein, daß man Geld auch in wesentlich nützlichere Sachen investiert (z.B. Rüstungs- güter, leerstehende Luxus-Invest-Ruinen an spanischen Küsten, Werbung auf allem möglichen Quatsch, etc.).

"Die Pharmaindustrie soll aufhören zu forschen ..."

Vielleicht haben wir dann endlich mal ne Pharma-Industrie, die gesund- machende Medikamente herstellt und keine Plazebos und Beta-Blocker mit denen Menschen abhängig gemacht werden.

"Die Energieriesen sollen aufhören in Wind- Solar- und Wasserenergie zu investieren."

Finde ich super. Bin eh dagegen, daß wir für den Ausbau riesiger Trassen bezahlen, statt den Strom (entgegen den Profiten der Großen) dezentral produzieren. Gründen wir lieber mehr Stadtwerke, die demokratisch geleitet werden.

"Und in den letzten 200 Jahren sind wir ja nicht mehr geworden."

Lies mal das Buch "Erddemokratie". Dann weißt Du, daß wir wegen dem Bevölkerungswachstum weg von der ineffizienten industriellen Landwirtschaft kommen müssen. Dann müßte man aber weg vom manipulierten Selbstmord-Saatgut hin zu dem Wissen und der Sortenvielfalt, die sich über tausende Jahre angesammelt hatte (vor dem Kapitalismus).

"Ich gebe 10 Personen 100.000 € zur freien Verfügung. ..."

Du blendest aus, daß das, was wir heute als "rechtmäßigen Landbesitz" kennen, mal durch massenhafte gewalttätige Vertreibung von Bauern von gemeinschaftlichen Nutzflächen (Allmende) zustande gekommen ist, denn der Grund und Boden hat mal allen gehört hat. Man sieht solche Vertreibung im Namen durch Kapitalismus heute noch in Honduras, Kolumbien, Chile und Paraguay. Ohne diese Vertreibung hätten sich damals auch nicht so viele in den Manufakturen und Fabriken zum Hungerlohn ausbeuten lassen. Das war keine "freiwillige" Selbstversklavung.

"10 Jahre später wir 1 Person 300.000 € haben und 3 Personen werden gar nichts haben. Jemand investiert oder legt es an."

Problem ist nur, wenn der Reiche immer mehr von dem gesellschaftlich vorhan- denen Reichtum anhäuft, dann haben die anderen (und es können ja nicht alle Millionäre sein, weil dann keiner mehr die Arbeit macht) irgendwann zwangs- läufig nichts mehr. Wir haben aber noch eine andere Krise : Die globale Expansion des Kapitalismus kam daher, daß es auf nationaler Ebene nicht mehr genügend InvestitionsAnlagen gab und man nun nach weißen Flecken suchen mußte. Da heute kaum noch weiße Flecken existieren (außer ein paar Indios, die gerade in Lateinamerika durch große Konzerne mit Hilfe ihrer Paramilitärs vertrieben werden), versucht man neue Bereiche zu okkupieren (geistiges Eigentum, staatliches Eigentum, etc.).

"Der andere gibt das Geld einfach aus.."

Dafür ist ja Geld auch da - zur Konsumption des gesellschaftlich produzierten Reichtums und nicht zum Spekulieren.

"Wenn es den Kapitalismus nicht gäbe, wären unsere Unternehmer in den letzten 100 Jahren nicht gewachsen.."

Und ? Wohin willste in einem geschlossenen System wachsen ? (Physik 8. Klasse oder so) Auch Einstein hat das übrigens erkannt und wurde deshalb als Sozialist vom FBI beobachtet.

"Der Schritt zum Sozialismus ist der erste Schritt wieder zurück in die Steinzeit!"

Da kommen wir wieder hin, wenn wir weiter so machen. In Griechenland bricht gerade die Krankenversorgung zusammen und die Unterernährung explodiert. Nennst Du das "zivilisiert" ? Ach ja, die Griechen sind ja selbst schuld, daß sie die Konkurrenz gegen die viel größere deutsche Wirtschaft nicht gewinnen konnten ... und die Spanier ... und die Portugiesen, ....

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Ein Vorteil im Kapitalismus ist vor allem ein hohes Potential am Markt und in der Wirtschaft. Von dem moralischen Aspekt abgesehen, ist im Kapitalismus schlichtweg eine größere Motivation seitens Unternehmen, Industrie, Arbeiter etc. vorhanden. Wenn man sich vorstellt, dass es im Kommunismus auf dem Markt keine Konkurrenz, keine Marktorientierung und vor allem keine Aufstiegsmöglichkeiten (gleich Gehälter für alle!!) gibt, wer soll da noch angespornt werden zu arbeiten und Innovationen hervorzubringen? Im Kapitalismus herrschen Druck, Konkurrenz, ein anspruchsvoller Markt und Aufstiegsmöglichkeiten. Deswegen gibt es ein Bestreben zu bester Leistung und neuen Entwicklungen.

Positiv am Kapitalismus ist zudem die Möglichkeit, sein Geld zu vermehren - ich meine, wer träumt nicht von einem Sportwagen in der Einfahrt, statt dem Trabant vor dem Plattenbau?.

Außerdem ist der Kommunismus sehr schwer in seiner reinen Form durchzusetzen, weshalb er im Laufe der Geschichte schon zu oft in einem totalitären System ausgeartet ist. Der Kapitalismus ist hingegen mit unserer Demokratie vereinbar.

Letztlich lässt der Kapitalismus auch Individualität zu, der Kommunismus fordert Gleichheit für alle und in allem... ob es das ist was man möchte ("eigene Meinung") wage ich zu bezweifeln.

Es gilt für den Kapitalismus noch immer folgender Spruch aus dem NT: "denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe, wer aber nicht hat, dem wird auch genommen, was er hat." (Matth. 13,12) Der Kapitalismus ist das "Paradies" für Ausbeuter und sonstige Gauner, eine Last für die Lohnabhängigen, sowie eine Qual für Arbeitslose und Armutsrentner. Fazit. er ist nix für arme Leute, die er in Elend hält und die er generiert.

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