Kann ich mit 18 ausziehen(wegen familiären Problemen)?wenn ja welche unterstützung bekomm ich vom staat?

7 Antworten

Bei familiären Schwierigkeiten, wie von dir angedeutet, findet sich hundertpro ein Weg, ganz sicher. Devise lautet: soviel Informationen bei so vielen Stellen wie nur irgend möglich. Vertrauenslehrer als erste Anlaufstelle ist schon einmal ein guter Tip. Außerdem: eine Familien-Beratungsstelle der Caritas oder der Diakonie bzw. der Stadt. Eventuell gibt es in deiner Gegend auch eine freie Beratungsstelle speziell für Mädchen und Frauen. Die helfen ebenfalls weiter und wissen, wie ein Auszug mit welchen finanziellen Unterstützungen zu bewerkstelligen ist. Es gibt auch oft betreutes Jugendwohnen, wie in einer WG.

So einfach können sich deine Eltern nicht aus ihrer Unterhaltsverpflichtung für dich ziehen. Im Zweifel wird das Jugendamt einschreiten.

Grundsätzlich kannst Du ausziehen. In der Regel wird jedoch erwartet, das derjenige, der auszieht, auch für sich sorgen kann. Wenn Deine Eltern Dich "vor die Tür" setzen, müssen sie dennoch für Dich aufkommen, da ist kein "wollen" gefragt, sie müssen, wenn Du nicht selbst für Dich aufkommen kannst. Mit Deinem 400-Euro- Job trägst Du ja schon zu Deinem Lebensunterhalt bei. Wie es mit Unterstürzungen und Hilfen usw. genau laufen muss, wirst Du bestimmt beim zuständigen Jugendamt erfahren.

Natürlich kannst du ausziehen. Im Bekanntenkreis meines Sohnes hat sich auch so ein Fall ereignet. Du bekommst da auch Zuschüsse vom Staat. Die Bekannte meines Sohnes hat sich an das Sozialamt gewendet und das ging dann total unkompliziert. Sie bekommt Wohngeld. Und es ist ja nicht so das du faul bist, schließlich gehst du noch zur Schule und noch nebenbei arbeiten. Ich denke es wäre die beste Lösung wenn du dir eine eigene Wohnung suchst, vielleicht bessert sich dann auch das Verhältnis mit deinen Eltern. Mit genügend Abstand wird das schon wieder. Ach so, das Jugendamt kümmert sich dann auch um Unterhaltsgeld für dich, falls du da überhaupt von deinen Eltern willst. Auf jeden Fall sind sie dazu verpflichtet solange du noch zur Schule gehst bzw. in Ausbildung bist.

Generell lässt es sich natürlich nicht so beurteilen, wer Schuld hat. Eins ist aber klar: Deine Eltern haben, bis Du Deine erste Ausbildung hast oder 25 Jahre alt bist, vor dem Staat eine Fürsorgepflicht. Verschiedene Ämter (das kommt wieder auf die finanzielle, witschaftliche Situation an, welches Amt zuständig ist) werden auf jeden Fall prüfen, ob ein schwerwiegender sozialer Grund vorliegt, welcher auch belegt werden muss. Unter Umständen kommt der Staat für eine Wohnung auf, wenn Deine Eltern z B von Alg II leben und Dir es nicht zuzumuten ist, dort weiter zu leben. Ein Problem, was von der Ferne schwer zu beaurteilen ist. Leider.

Wenn du in der 12.ten bist, tippe ich mal auf Gymnasium. Dort wird es sicherlich einen Vertrauenslehrer geben. Ich weiss, dass das lahm klingt, aber das hat folgenden Hintergrund: niemand geht zum Vertrauenslehrer und das frustriert diese Menschen. Gehst du zu einem, wird er Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um dir zu helfen. Die normalen Ämter erteilen gerne mal eine schnelle Abfuhr. Daher wird ein Rückhalt die beste Strategie sein.

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