Kann ich direkt über einer unteren Wandsteckdose bohren?

Skizze von besagter Wand - (Elektrik, Steckdose, bohren)

8 Antworten

Die linken Löcher dürften bedenkenlos sein. Die rechten sind kritisch!

Wenn man es nicht prüfen kann, wende ich folgende Faustregeln an:

An Wänden:

- Niemals links, rechts, über oder unter einer sichtbaren Komponente der Elektroinstallation bohren (Steckdose, Schalter, Abzweigdose, Leuchte...) Gerade nach oben ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, eine Leitung zu treffen. Leitungen werden heutzutage immer senkrecht oder waagerecht verlegt.

- Niemals höher als 30cm unter der Decke bohren - Auch an Wänden ohne Steckdosen.

- Niemals tiefer als 30cm überm Boden bohren

- Mindestabstand 30cm von Türen, Fenstern und Zimmerecken einhalten

- In der Küche ist die Höhe der Steckdosen an der Arbeitsplatte komplett an allen Wänden tabu

- Im Bad zusätzlich die Verrohrung im Auge halten

- Nicht in Schornsteine oder Versorgungsschächte bohren

- In Altbauten zusätzlich noch die diagonal verlaufenden Vogellinien in Erwägung ziehen, da das damals teilweise gemacht worden ist.

- Ist auf der anderen Seite der Sicherungskasten, ist der Bereich tabu!

- Nicht über- oder unterhalb des Sicherungskasten bohren (auch nicht auf der anderen Wandseite!)

Bei sehr dünnen Wänden (Pappwände von 8cm Dicke o.ä,) auch die andere Seite berücksichtigen (nicht, dass du die Steckdosen im nachbarzimmer von hinten anbohrst).

Bei Deckenleuchtenmontage/Deckenbohrungen:

Kritisch sind: Kürzester Vogellinienweg zu jeden Lichtschalter, der sie bedient und zusätzlich die "geraden" Strecken. Meistens sieht man an dem herausschauendem Leitungsende, wohin die Leitung geht.

Bei mehreren Leuchten, die gleichzeitig bedient werden, ist zusätzlich die Vogellinie zwischen den Leuchten riskant.

In vielen Bauwerken ist es aber auch so: Die Leitungen werden am Boden langgelegt und die Betriebsmittel von unten angefahren. In dem Fall wäre die Bohrung unkritisch. Manche Elektrofirmen verlegen die Leitungen etwas cleverer, so dass sie z.B. vom Türrahmen verdeckt werden.

Möchtest du an "verbotenen" Stellen bohren, benötigst du unbedingt einen Leitungssucher! Es KANN sein, dass dort Leitungen laufen, MUSS aber nicht.

Bei Steckdosen, die im unteren Bereich sind, haben in vielen Fällen keine Leitung nach oben.

Es kann auch in einer "sicheren" Zone passieren, wenn jemand sich nicht an die Verlegeregeln gehalten hat.

Manchmal hat man auch einfach nur pech und es passiert trotzdem.

Ich hatte mal das Vergnügen. Habe überhaupt nicht damit gerechnet: Die Türen waren vor einigen Jahrzehnten anders platziert und mitten auf der Wand habe ich die Leitung des Lichtschalters erwischt. Da wurde damals einfach eine Leitung von der alten zur jetztigen Position waagerecht verlegt. Das konnte man nicht vorhersehen.

Beim Bekannten ist der Nachbar in seinem Sicherungskasten wieder rausgekommen. Konnte der natürlich nicht wissen.

Restrisiko bleibt immer.

Gasleitung wäre viel schlimmer :-).

Bei den aktuellen Bauten laufen die Kabel (vereinfacht ausgedrückt) ca. 25 cm ringförmig unter der Decke. Von den Abzweigdosen geht es senkrecht nach unten zu den Schaltern und den Steckdosen.

Also für diese Stelle unbedingt einen Metall-/Stromdetektor benutzen (15-20€).

Ich habe auch schon einige Kabel erwischt....bei unsicheren tellen nehme ich jetzt immer einen alten chraubenzieher und "bohre" durch drehen. Nun kann man schauen, wenn es rot wie Ziegelstein wird, dann kann man sicher bohren. Weiß wie Gips-das wird nix

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