Kann Gott mir vergeben?

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23 Antworten

Hallo Deanmaster4,

grundsätzlich ist es so, dass sich jeder Mensch, der sich darum bemüht den Willen Gottes zu tun, in einem ähnlichen Dilemma befindet. Gewisse Sünden sind einfach unserer Unvollkommenheit zuzuschreiben und wir bekommen sie trotz aller Bemühungen nie vollständig in den Griff.

Der Apostel Paulus war sich dessen ebenfalls bewusst, als er einmal schrieb: " Denn das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich.  Wenn ich nun das, was ich nicht wünsche, tue, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.  Ich finde also in meinem Fall dieses Gesetz: daß, wenn ich das Rechte zu tun wünsche, das Schlechte bei mir vorhanden ist.  Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem Menschen, der ich innerlich bin,  aber ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.  Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leib, der diesem Tod verfallen ist?  Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Römer 7:19-25).

Kannst Du Dich in diesen Versen wiederfinden? Ich denke, den meisten Menschen geht es so. Zum Schluss schrieb Paulus noch etwas sehr Bemerkenswertes: " Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Römer 7:25). Was meinte er damit? Er wusste, dass es Dank des Opfers Jesu die Möglichkeit der Sündenvergebung gibt. Gott ist also bereit, selbst über schwere Fehler oder häufiges Sündigen hinwegzusehen, sofern wir echte Reue empfinden. Die Bibel sagt über die Bereitschaft Gottes zur Vergebung folgendes: "Er hat uns selbst nicht nach unseren Sünden getan; noch hat er nach unseren Vergehungen das auf uns gebracht, was wir verdienen.  Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so ist seine liebende Güte übermächtig gegenüber denen, die ihn fürchten. So fern der Sonnenaufgang ist vom Sonnenuntergang, so weit hat er unsere Übertretungen von uns entfernt" (Psalm 103:10-12).

So großzügig Gott auch im Hinblick auf unsere Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit ist, sollte man eines jedoch nicht übersehen: Die Sündenvergebung ist kein Automatismus! Gott durchschaut, inwieweit es jemandem wirklich ernst damit ist, die Sünde zu meiden. Auch sieht er, ob die Reue einer Person echt ist.

Ein biblisches Beispiel einer Person, die echte Reue empfand, ist der König David. Nachdem er Ehebruch mit der schönen Bathseba begangen hatte und ihm die Tragweite seiner Schuld bewusst wurde, schlug sein Gewissen und er verspürte eine große innere Last. Er selbst schrieb in einem Psalm darüber: " Als ich stillschwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht war deine Hand schwer auf mir. Mein Lebenssaft ist verwandelt worden wie in der trockenen Sommerhitze" (Psalm 32:3,4). David beließ es jedoch nicht dabei, sondern er tat auch etwas. Er schreibt weiter: "Meine Sünde habe ich dir schließlich bekannt, und mein Vergehen habe ich nicht zugedeckt" (Psalm 32:5).

Dieses Beispiel zeigt, was sich im Fall echter Reue im Inneren einer Person abspielt. Es zeigt aber auch, dass damit in Verbindung ein Bekenntnis vor Gott abgelegt werden muss. Wer sich bewusst ist, dass er gegen Gott gesündigt hat, sollte den inneren Drang verspüren, Gott um Vergebung zu bitten. Um zu zeigen, wie ernst es ihm damit ist, ist noch ein weiterer Schritt nötig. Dazu schreibt die Bibel: "Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden" (Apostelgeschichte 3:19). Echter Reue folgt also die Umkehr, d.h. man wird alles tun, um künftig den gleichen Fehler nicht noch einmal zu begehen. Umkehr heißt auch, dass man sich innerlich von der Sünde, die man begangen hat, abkehrt und den festen Entschluss fasst, die Sünde fortan zu meiden. Es findet somit ein innerer Umwandlungsprozess statt, der dazu führt, dass man aus Überzeugung der biblischen Aufforderung nachkommt: "Hasst das Böse, und liebt das Gute" (Amos 4:15). Es geht also darum eine Abneigung gegen die begangene Sünde zu entwickeln. Das ist sicher nicht leicht aber auch nicht unmöglich.

Selbst wenn man die Sünde hasst, ist das noch keine Garantie dafür, dass man nicht doch wieder schwach wird und die gleiche Sünde wieder begeht. Was kannst Du tun, um nicht, wie die Bibel es ausdrückt, "Sklave der Sünde" zu werden (Johannes 8:22)? Dazu möchte ich noch einmal auf den bereits erwähnten König David zurückkommen. Wie gesagt, tat es ihm sehr leid, mit der Frau eines anderen Ehebruch begangen zu haben. In einem schwachen Moment hatte er seinen sündhaften Begierden nachgegeben. Damit ihm ein ähnlicher Fehler nicht noch einmal passierte, betete er: "Schaffe in mir auch ein reines Herz, o Gott, und leg einen neuen, einen festen Geist in mich" (Psalm 51:10). David bat Gott also darum, künftig die innere Kraft dazu zu haben, sie Sünde zu meiden. Er wünschte sich eine feste und kompromisslose innere Haltung.

Wenn Du es also schaffen möchtest, nicht immer wieder den gleichen Fehler zu begehen, dann könntest Du ähnlich wie David Gott um die richtige Einstellung zur Sünde und um die Kraft, sie zu bezwingen, bitten. Was könntest Du noch tun? Manchmal sind es bestimmte Situationen, die es uns schwer machen, nicht zu sündigen. Ein Beispiel: Wer mit unreinen Gedanken zu kämpfen hat, sollte unbedingt Websites mit pornographischem Inhalt oder entsprechende Illustrierte meiden. Auch wäre es dann nicht ratsam, sich Filme anzusehen, in denen immer wieder ausgiebig und detailreich Sexszenen dargestellt werden. Es geht also darum, Bedingungen zu schaffen, die es einem erschweren und nicht erleichtern, die Sünde, die man eigentlich meiden möchte, zu begehen.

Wenn Du das beachtest, bist Du künftig besser gegen die Sünde gefeit und es gelingt Dir wahrscheinlich eher, ihr zu widerstehen. Ich wünsche Dir dazu viel Kraft!

LG Philipp

Ein einfühlsamer und guter Rat. DH!

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Geh auch kleine Schritte, d.h. nur für einen Tag ("Heute will ich nicht sündigen.")

Denk nicht an die nächste Woche, Monate oder längere Zeiträume, sondern denk nur an heute.

Danke Gott auch schon im Vorraus, dass er dir die Kraft dazu schenkt nicht zu sündigen.

"Lasset durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden." Philipper 4,6

lg

Zunächst einmal: Gott kann alles vergeben und tut es auch, wenn man sich einfach in seine Hand gibt.

Frage dich aber zunächst, ob du überhaupt sündigst. Dazu muss ein Verstoß gegen das Prinzip der Liebe vorliegen. Hast du also lieblos (dazu gehört auch verantwortungslos) gegen dich oder andere gehandelt? Falls nein, ist es auch keine Sünde.

Wenn es um etwas Sexuelles geht: Das Christentum hat sich in seiner Frühphase dagegen ausgesprochen, sich mit Sexuellem allzusehr zu befassen, weil das Ende der Welt nahe zu sein schien.

Als das ausblieb, hat man leider nicht zurückgeschaltet, sondern auf einem nicht existierenden "6. Gebot: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben" (so haben wir's lernen müssen) ein ganzes Regularium der Leibfeindlichkeit aufgebaut. Das ist lieblos!

Alles Sexuelle, was keinem schadet (Verantwortlichkeit!), keinem gegenüber lieblos ist, sondern sogar dir und/oder anderen Freude bringt, ist nach meiner Überzeugung keine Sünde. Natürliche Folgen hormoneller Funktionen ("feuchte" Träume, sexuelle Träume, usw.) schon gar nicht. 

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