Kann die Hausverwaltung einen Insolvenzantrag gegen die WEG stellen? Mit welchen Konsequenzen?

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5 Antworten

Die WEG ist zwar rechtsfähig, die Insolvenzfähigeit der WEG selbst aber wurde von den Gerichten verneint sowie mit der WEG-Novelle in § 11 (3) Wohnungseigentumsgesetz verankert.

Der Verwalter kann also mangels Insolvenzfähigkeit der WEG gar keinen diesbezüglich gerichteten Antrag gegen die WEG stellen.

Wohl aber kann er gegen den jeweils einzelnen Miteigentümer für dessen Sondereigentum die Zwangs- o. Insoverwaltung beantragen.

Ob Ihr mit Kosten rechnen müßt? Aber ja doch. Und es kann sogar soweit kommen, daß bis dahin finanziell gesund aufgestellte Wohnungseigentümer gänzlich in die Knie gehen, keine Seltenheit.

Vorwürfe, sich nicht besser über einen anstehenden Wohnungskauf informiert zu haben, helfen Euch nicht weiter. Jetzt geht es darum, Hand in Hand mit dem Verwalter eng zusammenzuarbeiten, um die faulen Eier loszuwerden und möglichst rasch wieder eine stabile Finanzbasis zu schaffen.

UiUiUi

Normalerweise sollte man niemals ne Wohnung kaufen, ohne die Teilungserklärung, die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten Jahre gesehen zu haben.

Auch den Wirtschaftsplan lässt man sich vorlegen.

Seriöse Verkäufer haben damit kein Problem und stellen bei ernsthaften Kaufinteressenten auch den Kontakt zur Hausverwaltung her.

Dazu ist der Verkäufer allerdings nicht verpflichtet, - nachfragen muss der Kaufinteressent schon.

Wir haben hier in der Nachbarschaft n 6 Fam Haus.

Das hat einer der eigentümer verwaltet.

Als für den absehbar

war, das er selbst bauen wollte, hat der z.B. die Rücklagen eingestellt, einigen Versicherungen gekündigt usw.

Wenn dann z.B. die Heizung kaputt geht, müssen alle sofort löhnen.

Es kann durchaus sein, dass ein zahlungsfähiger Eigentümer für die Verbindlichkeiten einer WEG einstehen muss.

Ich würde mit anwaltlicher hilfe ne Betrugsanzeige gegen den Verkäufer stellen.

So wie du das beschreibst, könnten die Bedingeungen des § 263 StGB erfüllt sein.

Der Wohnungsverkäufer hat sich ja offensichtlich einen Vermögensvorteil dadurch verschafft, dass er die Verbindlichkeiten qusi unterdrückt hat.

Der Hat die Wohnung also unter Vorspiegelung falscher tatsachen verkauft.

Inwieweit euch eun Mitverschulden trifft, weil ihr nichts kontrolliert habt, wird euch ein Anwalt sagen.

Andererseits halte ich eine hohe Verschukdung für wichtig und schwer wiegend, dass der Verkäufer das nach meiner Rechtsauffassung von sich aus hätte mitteilen müssen.

So wie bei nem Unfall-Pkw.

Die Verbindlichkeiten stehen ja nicht mal eben in der Teilungserklärung.

Wäre NUR deine Wohnung mit ner Hypothek belastet, wäre das mindetend der Bank bekant gewesen.

Du solltest auch die Hausverwaltung anspringen.

Wie können die Schulden für die WEG auflaufen lassen?

Das ist bei korrekter Verwaltung zwar theoretisch möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Die Hausverwaltung hat die laufenden Kosten auf die Eigentümer, bzw deren Wohneinheiten umzulegen.

Es ist zwar richtig, dass notfalls ein zahlungsfähiger Eigentümer für die Verbindlichkeiten einstehen müsste, jedoch stellt sich dann die Frage, warum die nichtzahlenden Eigentümer überghaupt noch Eigentümer sind.

Nach meiner Rechtsauffassung sind die Verbindlichkeiten und vor allem die drohende Insolvenz der WEG eine wichtige Eigenschaft der Wohnung, die der Verkäufer von sich aus hätte mitteilen müssen.

Wie geschrieben:

ich halte die Bedingungen eines Betrugen nach § 263 StGB für durchaus erfüllt.

Danach kann man den Wohnungskauf nach § 123 BGB wegen Teuschung anfechten.

Daraus ergibt sich dann die Nichtigkeit des Kaufvertrages. - § 142 BGB

Das ist dann die in einer anderen Antwort beschriebene Rückabwicklung.

Dazu muss der Kaufpreis aber bei dem Verkäufer noch verwertbar sein.

Sehe ich nicht so - was haben die rückständigen Hausgelder anderer Sondereigentümer mit der Eigenschaft des Sondereigentums des Fragenden zu tun? Nix.

Lediglich gesetzt den Fall, der Verkäufer hat per notariellem Kaufvertrag zugesichert, daß auf sein Sondereigentum keine Rückstände entfallen, dies aber tatsächlich nicht zutrifft, dann gäbe es die Möglichkeit der Rückabwicklung.

Hier trifft mal wieder der Spruch zu: Jeden Tag steht ein Dummer auf - und den gilt's zu finden.

Sorry, aber hier gibt's nix schönzureden, es ist so.

Es gibt natürlich auch den umgekehrten (wohl aber selteneren Fall), wenn sich jemand in eine sehr finanzstarke WEG einkauft. Werden öfter kostenintensive Maßnahmen beschlossen (locker per Sonderumlage), so kann auch dies einen Miteigentümer in die Knie zwingen.

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Jo schön!

Also erst einmal zur beruhigung, eine gesamtschuldnerische Haftung für den gesamten Betrag brauchen Sie laut WEG nach der Neufassung von 1.7.2007 nicht übernehmen, sondern nur einen Anteil wenn überhaupt. Also wird Ihnen keine ZV drohen. Zunächst müssen Sie feststellen woher dieser Rückstand stammt und wer diesen zu verantworten hat. In der Beschlusssammlung des Verwalters müssen alle Verfahren gegen insolvente Eigentümer erfasst sein. Allerdings hätte Ihnen der Notar bei der Verhandlung ihres Kaufvertrages darauf aufmerksam machen müssen. Auch der Verwalter hätte dem Verkauf erst zustimmen dürfen, wenn der Verkäufer die anteiligen Hausgelder/ Instandhaltungskosten bezahlt hätte. Also trifft beide eine Mitschuld und ich würde mich zunächst an beide wenden, eventl. können Sie beide in dieser hinsicht belangen. Natürlich in erster Linie auch den Verkäufer und evtl. Makler. Eigentlich kann der Verwalter selber nicht einen Insolvenzantrag gegen die Gemeinschaft stellen. Er müsste dann selber Gläubiger sein. Das kann ich mir nicht vorstellen oder er bedient erst andere Gläubiger bevor er sich selber zahlt. Dieses wäre kaufmännisch sehr Dumm von ihm, da er die eingehenden Gelder verwaltet. Also müsste dann schon eine Kontopfändung auf dem Gemeinschaftskonto bestehen.

Dasist aber alles nur spekulation, man braucht schon genaue Fakten um sich einen genauen Überblick zu verschaffen!

Das hört sich schön an, keine gesamtschudnerische Haftung mehr nach WEG-Novelle, nicht?

Was aber, wenn eine Sonderumlage die nächste jagt und nur der zahlungsfähige WEer diese bedient, und zwar solang, bis das die Schuld getilgt ist.

Da bleibt der Jubel über die Novelle doch aus und man erkennt: eigentlich ist es beim alten geblieben.

Zum Rest Deiner Antwort: falscher geht es kaum.

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Ich würde mich an Deiner Stelle an einen Anwalt wenden.

Habe ich, ich will mich aber überdies auch selbst informieren.

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@SharkeyO

Der Anwalt war hoffentlich kompetent.

Und was ist unterm Strich dabei herausgekommen?

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ja dass geht. Handlungskompetenz hat der Verwalter. Er ist ja Handlungsgehilfe der ETG. An eurer STelle würde ich ganz schnell versuchen den Kaufvertrag zurück abzuwickeln. Denn der Verkäufer hat das garantiert gewußt. Aber ich kann NICHT verstehen, dass ihr euch nicht besser über die Angelegenheiten der WEG informiert habt. So was macht man heutzutage.

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