Jugendwohngruppe (betreutes wohnen), Heim oder Pflegefamilie (ab 14/15 Jahren). Was ist am Besten? Habe ich Chancen?

4 Antworten

Ich befürchte du stellst dir das zu leicht vor. Das Jugendamt muss nicht nur informiert werden, das Jugendamt entscheidet ob und welche Hilfe du bekommst. Das wird auch nicht zum großteil vom Jugendamt bezahlt, es wird vom Jugendamt bezahlt. Mit 14 oder 15 ist die Wahrscheinlichkeit das du in eine Pflegefamilie kommst sehr gering.

Jedes Heim oder Wohngruppe ist sehr unterschiedlich. Es ist also schwierig hier zu beschreiben wie es sein wird. Aber, wenn die Entscheidung gefallen ist das du in eine Wohngruppe sollst, dann wirst du dort Vorstellungsgespräche haben. Dann kannst du dir alles anschauen und alle deine Fragen stellen.

Viel wahrscheinlicher ist aber das deine Familie zuerst einmal eine Hilfe bei euch zu Hause bekommt. Jemand der mit dir und deiner Mutter an eurer Beziehung arbeitet und mit euch an Familienregeln arbeitet.

Ganz so einfach ist das nicht .. 

Es wird er versucht zu vermitteln, dass du zu Hause bleiben kannst. 

Freie Stellen in Einrichtungen gibt es dazu auch nicht wie Sand am Meer.. alles muss beantragt werden, eine richtige Einrichtung muss gefunden werden, Kosten geklärt etc. 

Es herrschen dort natürlich strenge Regeln .. vermutlich strenger als zu Hause. Alles wird geregelt .. aufstehen, Essen, Schule, Freizeit, Fernsehen, Hausarbeit etc. Aber jede Einrichtung hat da eben andere Regeln .. auch mit dem rausgehen etc. Bei einem Bekannten im Heim war 20 Uhr Schluss mit ausgehen. 

Okay Dankeschön. Jedoch hatte ich noch nie einen geregelten, strukturierten Ablauf und musste dennoch alleine und eigenständig mit allem zurecht kommen. Zuhause muss ich alles alleine machen und darf nie ausgehen. Ich bin wortwörtlich schon nahezu eingesperrt, doch das interessiert keinen. Mir ist mittlerweile schon alles lieber als ''Zuhause'' :(

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Der wichtigste Grundsatz im Kinder- und Jugendhilfegesetz heisst ambulant vor stationär. Das bedeutet, dass Hilfemaßnahmen des Jugendamtes im Normalfall immer zunächst darauf ausgerichtet werden, dass Kinder und Jugendliche eben nicht außerhalb des Elternhauses untergebracht werden müssen. Hier gibt es z.B. so etwas wie eine Sozialpädagogische Familienhilfe. Erst wenn solche Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, kommt es ggf. zu einer Heimunterbringung. Denn Heimunterbringungen und Ähnliches kosten jeden Monat ein paar tausend Euro pro Platz, dass muss ja der Steuerzahler bezahlen, entsprechend wird versucht, möglichst wenig Kinder im Heim unterzubringen. Zudem kann ich dir sagen, dass ich in meiner Zeit beim Jugendamt und auch im Jugendheim fast nur Kinder- und Jugendliche erlebt habe, die lieber wieder bei den Eltern wohnen würden Es ist keinesfalls erstrebenswert im Heim zu wohnen. Und Pflegefamilien gibt es viel zu wenige, entsprechend werden da vorrangig die ganz kleinen Kinder untergebracht.

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