Jugend in DDr und BRD

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Die Interressen waren wohl gleich. Doch in der DDR wurde über die Pionierorganisation,FDJ u. GST versucht die Kinder und Jugendlichen zu DDR gläubigen Menschen zu erziehen. Was aber nicht immer gelang. Dabei spielte Westfernsehen und Westradio eine große Rolle. In meinen Umfeld wurde fast nur Westradio u. Fernsehen konsumiert.

Wie in der BRD zogen die DDR Jugend lieber eine Jeans und ein buntes Hemd an, als FDJ Hemd oder GST Uniform. Ich hatte ein buntes Hemd Olympiade Melboern 1956, das war schon getragen, ich habe es getragen bis es an den Schulterblättern zerriss.Mit 17 hatte ich ein Hemd, von meiner Mutter genäht, das schwarz mit bunten kleinen Blumen und hohen kragen, dazu eine weiße Hose mit wahnsinnigen Schlag. Eigentlich zum Fasching gemacht. Meine damalige Freundin meinte das könnte ich auch zum Tanzen anziehen. Also los gings damit los. Zum Tanzen ging es zu meiner Zeit viel in die umligenden Dörfer. Die damals einzige Tanzschule in Erfurt machte Tanztee mit Westmusik vom Band sowie den obligatorischen Reinländer u. Walzer. Die Haare wurden wie im Westen je nach der Zeit, wie Elvis oder die Beatles getragen. Schallplatten gab es neben der DDR Künstler, wie Karat, Pudys, auch Westmusiker, ich hatte z.B. eine Beatles - Platte aus DDR - Amiga- Produktion. Kassetten und Platten wurden auch aus Ungarn u. Polen geschmuckelt, da es dort mehr Sachen aus dem Westen gab.

FDJ-Hemd und GST-Uniform waren keine Alltagskleidung, sondern bestimmten Gelegenheiten vorbehalten. Das nur, um Irrtümer zu vermeiden.
Es kleidete sich jeder wie er wollte, mit Einschränkungen, die dem eingeschränkten Angebot geschuldet waren, wenn man damals mit dem Westen verglichen hat.

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Das Thema Jugend in der DDR ist kein trockener Stoff, sondern hoch interessant, wenn man sich näher damit beschäftigt. Vor allem kann man auch heute noch sehr viel daraus lernen. Die Gefühle der Jugendlichen in beiden deutschen Staaten waren gleich, aber der Umgang damit war ein anderer. Vieles ging in der DDR lockerer und ungezwungener zu. Damit meine ich das Verhältnis zum anderen Geschlecht, zu der älteren Generation, zu Kindern, zum FKK usw. Der Staat versuchte Einfluss auf die Jugend zu nehmen über Jugendclubs, FDJ, Singebewegung usw. Trotzdem schaffte sich die DDR-Jugend einen eigenen Freiraum innerhalb dieser Gesellschaft und den Möglichkeiten. Einen Freiraum in dem sie auch glücklich waren und ihre eigenen Gefühle und Interessen ausleben konnten.

Als der Krieg zu Ende war, war ich 9 Jahre alt. Ich habe also ein Teil meiner Kindheit und meine Jugend in der DDR verbracht. Es war eine schöne Zeit. Von 1945 bis 1950 gab es manche Engpässe in der Schule. Das war auch kein Wunder, denn die alten Nazipauker konnten nicht mehr in der Schule bleiben, von denen wurden wir oft verprügelt, mußten Schikanen ertragen und wir wußten nicht warum. Das Prügeln wurde sofort abgeschafft, obwohl mancher Lehrer es sich nicht verkneifen konnte. Aber der bekam Ärger mit dem Direktor. Ich hatte keine Probleme einen Beruf zu ergreifen. Als ich ausgelernt hatte, wurde ich von meinem Betrieb zum Studium delegiert, das heißt, ich wurde gefragt, ob ich etwas studieren will und ich habe eingewilligt.. Nun etwas zum FDJ-Hemd.. Die Jugend war begeistert als es zum 1. Deutschlandtreffen 1950 nach Berlin ging. Ein jeder trug das öffentlich durch Tragen des Blauhemdes zur Schau (die Straßen der Städte waren blau). Ich sebst war zum 1., zum 2.Deutschlandtreffen und zu den III. Weltfestspielen in Berlin und zum IV. Parlament der FDJ in Leipzig und auch zum III. Deutschen Turn- und Sportfest. Außerdem habe ich zwei Ferienlager besucht. All diese Ereignisse habe ich noch in guter Erinnerung und denke gern an diese Zeit zurück. Diese glückliche Stunden würde ich meinen Enkeln und Urenkeln auch wünschen. Aber das wird ihnen wohl versagt bleiben.

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