Jesus starb an einem Pfahl?! Versteh ich nicht!

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Hier ein 1992 veröffentlichter Artikel zur weiteren Information:

Kulturgeschichte der Todesstrafe Von Hauke Brost 1992 Es gibt eine Art der Hinrichtung, die hat jeder von uns schon tausendmal gesehen. Man muss nur in eine Kirche gehen. Es ist die Kreuzigung. Aber diese Hinrichtung, vielleicht die bekannteste der Welt, ist gleichzeitig auch diejenige, die am häufigsten falsch dargestellt wird. Niemand, der jemals die Kreuzigung malte, hat sie persönlich miterlebt. Das hat mehrere Gründe. Zu Jesu Zeiten gab es die Kreuzigung im ganzen Mittelmeerraum schon seit ungefähr 500 Jahren. Abgeschafft wurde sie im römischen Reich um 320 n. Chr. - von Konstanin dem Großen, der zum christlichen Glauben gewechselt hatte. Doch seltsam: Solange im alten Rom gekreuzigt wurde, hat nie jemand eine Hinrichtungsszene gemalt. Erste Darstellungen davon gab erst 100Jahre später! Auch in alten Schriften liest man nichts Konkretes, nichts über Einzelheiten. Wenn es ums Kreuzigen ging, dann hatten die Historiker und Geschichtsschreiber eine seltsame Zurückhaltung. Sie deuteten alIes nur an. Warum nur? Ein Grund dafür war, dass die Kreuzigung schon zu Jesu Zeiten etwas Anrüchiges hatte. Es schickte sich nicht, darüber zu reden oder eine Kreuzigungsszene gar zu malen. Gekreuzigt wurden nur die Ausgestoßenen und Asozialen; Sklaven kreuzigte man; Straßenräuber, Diebe und Gladiatoren, die ihre Ehre verloren hatten. Allein das Zuschauen war ehrenrührig. Rörmischer Henker - ein Ausgestoßener Schon Ciccro, der berühmte römische Philosoph (106-43 v. Chr), schrieb, dass es sich für einen römischen Bürger einfach nicht gehört, bei einer Kreuzigung dabei zu sein. Der römische Henker galt als ein Ausgestoßener. Er lebte außerhalb der Stadt. Bekam seine Delinquenten in ein einem Tor übergeben. Durfte nie ins Zentrum. Dann die Hinrichtungsstätte: Hunde streunten unter den Gekreuzigten umher. Warteten darauf, dass die Vögel ein Stück Fleisch, das sie aus den Leibern rissen, fallen ließen. Finstere Magier suchten auf den Kreuzigungsplätzen, wo nachts die Krähen und Fledermäuse herumflatterten, Knochen für ihre geheimnisvollen Zaubereien. Wo kam diese grausame Sitte her, Menschen ans Kreuz zu nageln, bis sie tot waren? Und war es überhaupt ein Kreuz, so wie wir es aus der Kirche kennen? Wo das Wort Kreutz (lat.:crux) herkommt, ist unbekannt. Gekreuzigt wurde bei den Assyrern und den Babyloniern, bei Persern und Karthagern. Psychologisch betrachtet, steckt dahinter das gleiche Prinzip wie bei dem "Vogelfrei-Erklären" (der Friedlosigkeit): Nicht der Staat tötet - sondern man überlässt den Delinquenten der Natur. so dass am Ende niemand an seinem Tod schuld ist. Ursprünglich war es gar kein Kreuz, sondern nur ein zugespitzter, Baum ohne Äste. Der wurde in die Erde gerammt. Vermutlich wurde auch Jesus an so einem Pfahl befestigt. Die Hände nebeneinander festgenagelt. Die Füße mit einem Strick festgebunden. Erst später, In den Darstellungen, wurde daraus ein Kreuz. Dafür spricht auch, dass die Griechen das Kreuz "Stauros" (- Pfahl) nannten und die Römer die Bezeichnung "arborinfelix" wählten (- unglücklicher Baum). Menschen an einem Pfahl zu töten, war uralte Tradition. Man muss die Geschichte der Geister- Gläubigkeit kennen, um das zu begreifen. Die Menschen vermuten früher, dass Götter und Geister in den Bäumen leben (Zeus wohnt In manchen Darstellungen In einer Eiche; der Gott Odin in einer Esche). Der Baum hatte etwas Heiliges. Darum wurde Baumfrevel auch zu allen Zelten schwer bestraft. In England wurde noch, 1814 ein Mann hingerichtet, nur, weil er einen Kirschbaum gefällt hatte. Und in der Oberpfalz entschuldigten sich die Holzfäller noch Im vorigen Jahrhundert bei einem Baum, bevor sie Ihn fällten. Genauso alt Ist die Sitte, Menschen durch Bäume zu töten. lm Orient wurde den zum Tode Verurteilten ein spitzer Pfahl durch den Anus getrieben, bis er zur Brust wieder herauskam dann wurde der Pfahl -aufgerichtet und in die Erde gesteckt. Manche überlebten das mehrere Stunden, Auch diese brutale Tötungstechnik nannte man "kreuzigen" -genauer: "aufs Kreuz setzen". Es gab diese Hinrichtungsmethode im Orient noch bis ins vorige Jahrhundert.

Das griechische Wort, das gewöhnlich mit „Kreuz“ übersetzt wird, lautet staurós. In seiner Grundbedeutung bezeichnet es „einen aufrecht stehenden Pfahl oder Stamm“. In einer Bibelausgabe heißt es: „[staurós] bedeutet nie zwei in irgendeinem Winkel übereinander angebrachte Holzstücke . . . Es gibt im griechischen N[euen] T[estament] keine einzige Stelle, die auf zwei Stücke Holz schließen ließe“ (The Companion Bible).

An manchen Stellen der Bibel wird für das Hinrichtungswerkzeug, an dem Jesus starb, ein anderes griechisches Wort gebraucht, nämlich xýlon (Apostelgeschichte 5:30; 10:39; 13:29; Galater 3:13; 1. Petrus 2:24). Dieses Wort bedeutet einfach „Holz“, „Baum“ oder „Stange, Stock, Knüppel“.

In dem Buch Das Kreuz und die Kreuzigung von Hermann Fulda wird erklärt, warum bei Hinrichtungen oft einfache Pfähle verwendet wurden, und gesagt: „Bäume gab es aber nicht überall auf den zu öffentlicher Hinrichtung ausgewählten Plätzen. Man grub dann einen einfachen Balken, wie er grade zu finden war, in den Boden. An diesen wurden die Geächteten mit aufwärts gereckten Händen und häufig auch mit den Füßen angebunden oder angenagelt.“

Das überzeugendste Argument ist jedoch in Gottes Wort zu finden. Der Apostel Paulus schreibt: „Christus hat uns vom Fluch des GESETZES losgekauft, indem er an unserer Statt ein Fluch geworden ist, denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jeder, der an einen Stamm [„Pfahl“, Einheitsübersetzung] gehängt ist‘ “ (Galater 3:13). Paulus bezieht sich hier auf 5. Mose 21:22, 23, wo eindeutig von einem Stamm oder einem Pfahl die Rede ist und nicht von einem Kreuz. Da ein Verurteilter durch diese Hinrichtungsart zu einem „Fluch“ wurde, wäre es nicht richtig, wenn Christen ihr Zuhause mit Darstellungen des hingerichteten Christus schmücken würden.

Es liegen keine Beweise vor, dass diejenigen, die sich Christen nannten, in den ersten 300 Jahren nach Jesu Tod bei der Anbetung das Kreuz verwendeten. Nachdem sich der heidnische Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert zum abtrünnigen Christentum bekannt hatte, wurde das Kreuz als Symbol der Christenheit gefördert. Welche Gründe Konstantin auch gehabt haben mag, das Kreuz hatte mit Jesus Christus nichts zu tun. In Wirklichkeit kommt es aus dem Heidentum. In einer katholischen Enzyklopädie heißt es: „Das Kreuz ist sowohl in vorchristlichen als auch in nichtchristlichen Kulturen zu finden“ (New Catholic Encyclopedia). Nach anderen maßgeblichen Quellen stand das Kreuz mit Naturreligionen und heidnischen Sexualritualen in Verbindung.

(Quelle: "Was lehrt die Bibel wirklich?", S. 204-205)

In dem von dir genannten Buch der Zeugen Jehovas wird auch behauptet Jesus wäre Michael der Erzengel und man würde seine Sünden selbst bezahlen. Und Jesus wäre 1914 unsichtbar wiedergekommen.

alles unbiblische Lehren die zeigen deine Quelle ist unglaubwürdig

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Gerade heute hatte ich eine Unterhaltung mit einer Christin, die aufgrund von Recherchen zur Überzeugung gelangte, Jesus hätte am Pfahl gehangen. Sie kannte da noch keine Zeugen Jehoves und auch keine Wachtturmschriften. Ich meinte, ich glaube, es war das Kreuz. Tatsache ist, dass das Kreuz oder auch das T ein Zeichen aus Babylonischer Zeit war, das sich auf Tamuz bezog. Wir kamen beide überein, dass es letztlich nicht die Botschaft verändert, dass Jesus am "Holz" für uns starb, für unsere Schuld, unschuldig litt. Er stand von den Toten auf. Er ist das wahre Opferlamm, das Passahlamm. Und so konnten wir es beide ohne Disput stehen lassen.

Jesus wurde gekreuzigt, das ist richtig. Später soll aber ein Wächter oder so gekommen sein, um zu schauen, ob er wirklich tod ist und hat ihm einen Holzpfahl ins Herz gestochen. Daran ist er gestorben, so heißt es. Meine ich! :'D

ja das ist vollkommend richtig ;)

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Nein nein, der Pfahl, den die Zeugen meinen, ist nicht identisch mit der Lanze des Longinius, der Jesus in die Seite stach.

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@Santiago93

na das solltest Du ja wissen, denn Ihr glaubt ja auch an Jesus!!

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Im Grunde haben die Römer damals die zum Tode verurteilten an alles mögliche genagelt, je nachdem was man zur verfügung hatte. An Böume, Kreuze. Stadtmauern....

In der Zeit und Gegend war es üblich das ein senkrechter Pfahl am Ort der Hinrichung stand und der zum Tode verurteilte mußte den Querbalken hinschleppen.

Deswegen wahrscheinlich die falsche Auslegung der ZJ.

Das dort gekreuzigt wurde beweist u.a. der Römische Hisoriker Josphus Flavius in seinen Schriften "Die jüdischen Kriege"

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