Ist studieren wirklich so hart?

7 Antworten

Ich denke, dass vielen einfach das Lernen im Studium schwerer fällt. Man ist auf sich allein gestellt, von sich selbst abhängig und entweder, die Inhalte sind sehr abstrakt (noch schlimmer als in der Schule) wie in Mathematik, NaWi oder auch VWL oder die schiere Menge an Lernstoff überfordert einen (z.B. Jura). Das bemerken Studienanfänger meistens in den Grundlagenmodulen und sind demotiviert. Oftmals fängt der "spannende" Teil des Studiums erst im höheren Semester an, ab dem dritten oder fünften, wenn man von den Grundlagen in spezifische Fragestellungen übergeht oder auch mal praktisch arbeitet. Wenn man vorher schon aufgegeben hat, bekommt man diesen Teil natürlich nicht mehr mit.

Viele suchen sich auch nicht rechtzeitig Hilfe. Es gibt z.B. neben Lerngruppen meistens auch Kurse an der Uni zu Software, zur Mathe-Vorbereitung oder zum wissenschaftlichen Arbeiten, aber viele informieren sich nicht richtig.

Einige Fächer werden auch mit den falschen Erwartungen studiert oder einfach, "weil die Eltern das so sagen" (z.B. Jura, Medizin, BWL). Da fehlt den Studenten dann oft einerseits die Information über den Studiengang, wie Polarbaum geschrieben hat, und andererseits die intrinsische Motivation. Es ist einfach viel leichter etwas zu lernen, wenn es einen interessiert.

Außerdem, Stichwort Bildungsexpansion, ist einfach nicht jeder Mensch der "Typ" für die Uni. Einigen würde eine duale Ausbildung viel besser tun und mehr bringen (z.B. Fachinformatiker statt Informatik studieren) oder zumindest die FH, aber wir leben leider in einer Zeit, wo ein Studium als "Minimum" gesehen wird mit Blick auf gesellschaftliche Aufstiegschancen.

Hi.

Erst mal zur Statistik: Die Schüler können noch kein selbstständiges Arbeiten (und gewisse Schulreformen erschweren das noch) und kommen vielleicht aus nem Elternhaus, das auf den Lerneffekt geschaut hat. Und jetzt sind sie zum ersten Mal für sich verantwortlich und fangen vielleicht zu spät an zu lernen. Oder gehen lieber feiern und verschlafen dann Vorlesungen. Oder können eigentlich nur auswendig lernen, was zwar für n gutes Abi, aber für viele Studiengänge nicht reicht.

Die fallen raus. Ist auch keine Schande, wenn man bis zum 2. Semester merkt, dass das Studieren nix für einen ist. Beispiel mein Bruder: der ist nicht der Typ für n Studium. Hat ne Banklehre gemacht und sich in der Freizeit immer weiter fortgebildet. Auf Bachelorniveau und sich für n Traineeprogramm qualifiziert. Und das durchgezogen, verdient mehr als seine studierten Kumpels und hat mehr Berufserfahrung. Ist also echt nicht schlimm und sicher nicht das Ende.

Wenn Du mit Plan und Regeln reingehst, dann ist n Studium absolut machbar. Meine Regeln waren:

es ist Dein Job, den machst Du 40h pro Woche. Minimum.

Du gehst in jede Vorlesung (die genaue Vorlesungszeit wird von den 40 Stunden abgezogen, Pausen oder Fahrten nicht).

Der Rest der Zeit ist Selbststudium.

Bei Defiziten (ich hatte recht viel Chemie im Studium, aber nur ein Jahr lang Chemie in der Schule) muss mehr getan werden.

Es gibt generell Studiengänge, die einfacher sind und welche, die schwieriger sind.

Prinzipiell ist jedes Studium zu schaffen, wenn man wirklich möchte. Kommt halt auch immer aufs eigene Engagement an ;) Wer lieber sein „Studentenleben“ genießt und jedes Wochenende feiern geht, wird schnell mal zum Langzeitstudenten...

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Mal etwas gegoogelt: von 2016

https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article155550623/So-schwer-ist-der-Weg-zum-Ingenieur.html

"Die Abbrecherquoten sind seit Jahren hoch. Laut einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) schafft es im Maschinenbau jeder Dritte nicht bis zum Abschluss. In Elektrotechnik und Bauingenieurwesen liegt die Quote sogar bei 41 Prozent."

Heißt dass mein Studienfach, irgendwo in der Mitte liegt zwischen 25 und 50%.

Ich denke was schwer ist, ist mit sehr guten Noten in Regelstudiendauer an Unis den Abschluss zu schaffen. Wenn man sich die Ziele nicht ganz so hoch setzt geht es.

Man muss eben wissen auf welche Art- und Weise die Leute aus dem Studium fliegen. Ist ja nicht so dass man am ersten Tag rein und am 2.Tag wieder rausgescheucht wird. Meist dauert es einige Monate, meist Jahre bis es zum Abbruch kommt. Auch Unterschied ob man selbst das Handtuch wirft oder zwangsexmatrikuliert wird.

Meiner Meinung nach liegt es nicht am Schwierigkeitsgrad des Studiums selbst, sondern daran, dass viele das falsche Fach für sich wählen. Oft wählen sie Fächer, in denen sie in der Schule gut waren - Physik ist mein Lieblingsfach? Dann studier ich Physik! Dabei bedenken sie nicht, dass ein Studium ganz andere Inhalte hat.

Fast kein Schüler schaut mal ins Modulhandbuch des Studiengangs rein (das Modulhandbuch ist so eine Art Lehrplan, worin steht, welche "Module", also im Prinzip Fächer, man belegen muss). Ein Schüler interessiert sich für Psychologie und fängt das Studium an, wird dann aber vollkommen davon überrascht, wie viel Mathe er hat.

Das führt zu hohen Abbruchsquoten. Viele dieser Abbrecher beginnen dann aber ein anderes Studium, das ihnen besser gefällt, was in der Statistik natürlich nicht drinsteht - Abbruch muss also nicht bedeuten, dass das Studieren selbst die Schwierigkeit war.

Wenn du also studieren willst, dann lass dich von der Statistik nicht abschrecken. Wichtig ist, dass du dir ein Fach aussuchst, das dir gefällt. Geh zu den Hochschulinformationstagen. Setz dich einfach mal in einer Vorlesung des gewünschten Studiengangs rein und schau, wie es so ist (Vorlesungsverzeichnis findet man online). Schau dir vor allem das Modulhandbuch des Studiengangs an. Falls du bei manchen Module nicht verstehst, was das ist, dann google das kurz und schau, ob das Thema für dich der Horror wäre oder nicht. Lies die komplette Broschüre zum Studiengang durch, die die Uni anbietet. Informier dich einfach, dann ist die Chance des Abbruchs viel geringer.

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