Ist Kommunismus überhaupt möglich?

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19 Antworten

In kleinem, freiwilligem Rahmen schon. Klöster zum Beispiel sind kommunistische Vereinigungen, Kibbuzim ebenfalls. Selbst die meisten Betriebe sind intern - je nach Betrachtungsweise - kommunistisch (die Betriebsmittel gehören dem Betrieb (= dem Kollektiv/Staat), die Mitarbeiter arbeiten nicht auf eigene Rechnung, sondern ebenfalls für den Betrieb, dieser Verteilt hinterher die Einnahmen wiederrum auf die Mitarbeiter)

Allerdings funktionieren solche Modelle irgendwann nicht mehr, denn sobald die Gruppe so groß ist, dass die soziale Kontrolle nicht mehr funktioniert, bilden sich Schichten.

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Ist Kommunismus überhaupt möglich?

Zu Zeiten der Sklavenhaltergesellschaft betrachtete man eine Gesellschaft ohne Sklaven als völlig unmöglich. Absolut ausgeschlossen. Es widerspräche einfach der "natürlichen Ordnung & den grundlegenden Eigenschaften des Menschen", wonach es eben Menschen gäbe, die sich anleiten lassen (müssen) und Menschen die anleiten. Nicht im bösen Sinne; sondern im wohlwollenden, geradezu altruistischen Sinne.

Und man begründete es damit, dass doch irgendwer den armen Sklaven Obdach, Essen und Arbeit geben müsse; anderenfalls sie erfrierend und verhungernd bis zum schnell eintretenden Tod wegen Langeweile vegetieren würden. Und das wäre gesellschaftlich völlig verantwortungslos.

Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das sind Argumente der damaligen Menschen gewesen. Sie betrachteten die Sklaverei als völlig natürliches Selbstverständnis. Nicht als Zwang, sondern als gesellschaftlich höchstmöglich erreichbares Ziel. Es könne nichts besseres danach geben, denn nun seien alle Menschen glücklich und zufrieden. Klar gäbe es Ausnahmen hier und da. Doch die allermeisten Menschen wären die allermeiste Zeit mehr als zufrieden.

... Und? Ist eine Gesellschaft ohne Sklaven denkbar? Vielleicht sogar möglich? Was denkst du, SonoPazzo?

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Nicht anders verhält es sich mit ALLEN Gesellschaftssystemen der Vergangenheit und Gegenwart: Sie sind jeweils ein Fortschritt: Aus der Sklaverei wurde die Leibeigenschaft, daraus der Frondienst und daraus wiederum die lohnabhängige Beschäftigung. 

Jeder einzelne Schritt war eine Erleichterung für die breiten Massen des Volkes; also für die große Mehrheit.

Doch das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Denn es gibt noch weitere Schritte, die man gehen kann (und gehen wird). Ganz egal, ob wir uns das heute vorstellen können/wollen oder nicht.

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Warum sollte also Kommunismus "unmöglich" sein? Weil Kapitalisten behaupten, dass es nichts besseres als Kapitalismus gäbe; und mit dem Kapitalismus nun aber wirklich das Ende der zivilisatorischen Entwicklung erreicht sei? So, wie einst die Sklavenhalter sagten, dass die Sklaverei das Ende aller zivilisatorischen Entwicklung sei?

Zweifellos ist es für viele Menschen heute undenkbar, dass nach dem Kapitalismus der nächste Schritt gegangen werden wird. Sie sind tief in diesem Weltbild verhaftet. Und nichts ist schrecklicher für sie, als darüber hinaus denken zu müssen.

Doch "unmöglich" ist gar nichts. Auch Kommunismus nicht. Im Gegenteil: In Anbetracht der Probleme, die es auf der Welt gibt, und auf die der Kapitalismus auch in rund 200 Jahren seiner Existenz keine Antworten gefunden hat, wird man sich so oder so schon sehr bald nach neuen Systemen umschauen müssen.

Und "Kommunismus" bietet durchaus Möglichkeiten; vor allem aber einen ganzen Haufen mehr Antworten als alle bisherigen Systeme...

Dabei stellt er das aktuelle System genauso in Frage, wie der Kapitalismus die Sklaverei in Frage stellt: Es braucht keine Sklaven, keine Leibeigenen und keine Fronarbeiter im Kapitalismus. Und es braucht keine Lohnabhängigen im Kommunismus. ... Ein logischer Schritt, nicht wahr?!

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Nein, das wußte schon sein Erfinder Karl Marx.
Als er das "Kommunistische Manifest" geschrieben hatte, sagte er zu seiner Frau: "Wenn das wahr wird müssen wir hier verschwinden."

Kommunismus ist eine Utopie.
Diejenigen die es versuchten gingen alle in den Orkus der Geschichte.

China ist nicht kommunistisch, sondern konfuzianisch.
Wäre aber wäre jetzt eine andere Diskussion.
Konfuzius sagte: "Ob Du schnell läufst oder langsam, der Weg bleibt gleich
lang."

Was wäre der Unterschied von Kapitalismus und Kommunismus?
Im Kommunismus haben alle einen Vogel.
Im Kapitalismus hat jeder einen Vogel.

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Nein, weil Du die Millionen Individuen in einem kommunistischen Staat mit Gewalt davon "überzeugen" müsstest.

Oder anders formuliert, die dafür notwenigen Menschen gibt es nicht und wird es auch niemals geben.

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Das ist ungewiß, so viel steht aber fest, kein Kommunismus in der Zukunft und die Menschheit versinkt zusehens in bloße Barbarei.

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Ich denke auch das es prinzipiell möglich ist. Das Problem ist aber die Übergangszeit. Es sind halt immer nur Menschen am Werke und die haben so ihre Probleme und Eigenheiten.

Auch wenn alles was man versucht hat am Ende in einer Katastrophe geendet hat so hatte man eine Vision was man eigentlich mal erreichen wollte. Das hat man heute nicht. Alle wurschteln sich so durch den Tag und haben keinen Plan wozu das alles gut sein soll.

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In der Reinform sicherlich nicht, da er sämtliche Ambition abtöten würde.

Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn man einfach nur die totale Macht des Kapitalismus im Sinne des Gemeinwohls deutlich beschneiden könnte.

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Das steht in den Sternen...

Der Kapitalismus wird aber eher nicht das Ende der menschlichen Geschichte sein. Ob dann das, was danach kommt, mit jenen Vorstellungen zu tun hat, die heutzutage unter "Kommunismus" firmieren, kann man getrost bezweifeln.Zumal diese Vorstellungen sehr abstrakt und wenig praxisnah sind.

"jeder nach seinen Fähigkeiten,jedem nach seinen Bedürfnissen"...  Von uns erlebt das jedenfalls keiner mehr...:-)

Oder wir richten die Erde doch schon vorher zugrunde... Na ja, auch das werden wir persönlich nicht mehr miterleben.

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Generell ja. Aber nur wenn das Volk von Beginn an damit aufwächst. Eine Änderungen heute in Deutschland zb würde nicht gehen

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Ich glaube nicht. Nach meiner Erfahrung widerspricht er in seiner reinen Form der menschlichen Natur. Die Masse der Menschen sucht den eigenen Vorteil und wird im Kollektiv nicht dieselbe Leistung erbringen, wie für den eigenen Vorteil.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich bei Versuchen immer Eliten herausbilden und dass er wirtschaftlich nicht effizient ist. Das wiederum führt dazu, dass der Wohlstand insgesamt sinkt, dass aber auch die Spitzen abgemildert werden.

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Kommentar von atzef
29.08.2016, 15:17

Das läuft auf eine Biologisierung menschlichen Verhaltens hinaus, Tenor "der Mensch ist von Natur x beschaffen"",

Für x könnte man jetzt gut oder böse, utilitaristisch oder altrustisch, egoistisch oder sozial einsetzen.

Da wäre ich ganz bei Marx, die gesellschaft ist nicht bürgerlich, weil der mensch bürgerlich ist, sondern die bürgerliche gesellschaft schafft einen solchen Menschen...:-)

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Im kleinen Rahmen vll., aber nicht als Staatsform in einem größeren Land.

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Nein, der Kommunismus funktioniert einfach nicht nach der Natur des Menschen. Grob gesagt: Jeder bekommt im Kommunismus gleich viel Geld, egal ob man mehr oder weniger arbeitet. Jetzt denkt sich der Mensch:"Ich kann doch gleich weniger als alle anderen arbeiten, weil ich sowieso mein Geld bekomme". Und wenn sich das dann jeder denkt, dann bricht das System zusammen. So sind Menschen nunmal. Der Kapitalismus ist nach diesem Prinzip aufgebaut, "deswegen funktioniert er auch so gut".

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Kommentar von voayager
29.08.2016, 17:05

schon mal falsch, im Kommunismus gibt es kein Geld mehr, ganz so wie in den Urgesellschaften auch.

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Kommentar von jojoToGo
30.08.2016, 00:57

Ja, aber um es indirekt und einfach zu erklären finde ich es einfach so besser. Denk dir halt statt Geld Essen oder so, keine Ahnung...

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Mit der geistigen Reife der Menschheit eventuell.

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Möglich ja, realistisch wohl kaum. Dinge wie den "Allgemeinwillen" wird es wohl nie geben

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Kommentar von voayager
29.08.2016, 17:14

Wieso, den gibt es doch auch jetzt und hier z.B. fast alle wollen se de hiesige Demokratie, den Rechtsstaat, die Verfassung und was weiss ich noch nicht alles.

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Als Philosophie schon. Als Staatssystem nicht.

Denn ebenso wie das Christentum ist der Kommunismus zum Scheitern verurteilt, wenn er nicht aus Vernunft und Überzeugung von allen praktiziert wird. Da man aber nie alle überzeugen kann, ist Kommunismus nicht praktikabel.

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Der Mensch möchte sich von seinem Mitmenschen unterscheiden. Der Kommunismus läuft diesem natürlichen Trieb entgegen.

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Kommentar von voayager
29.08.2016, 17:10

und das sagst du in einer Gesellschaft, die völlig Iso-genormt und stark uniformiert im Verhalten und Denken ist

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Ja, aber es ist langer Weg dorthin.

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Kommentar von SonoPazzo
29.08.2016, 13:53

versteh nicht wieso alle die es versuchen versagen

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Radio Eriwan sagt

im Prinzip ja aber

erst wenn der richtige Typ Mensch geschaffen und geklont ist wird die wunderbare Zeit des K kommen.

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Nicht in der Form dass Ideologie und Praxis übereinstimmen.

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