13 Antworten

Hallo Ausredederyana

Das Video ist sehr populistisch aufgemacht, weil es z.B. Fehlergrenzen nirgends erwähnt.

Das erst später erwähnte Alter des Sterns von 14,27 Mrd. Jahren ist tatsächlich das letzte Ergebnis - allerdings mit einer Fehlerquote, die ein Alter von weniger als 13,8 Mrd. Jahren gestattet.

Außerdem wissen wir nicht völlig exakt, wie die Prozesse im Inneren der verschiedenen Sterne ablaufen. Das betrifft besonders Sterne, die bei ihrer Entstehung nur aus Wasserstoff u. Helium bestanden. Wir kennen auch nicht das Mischungsverhältnis: das wird zwar statistisch bei 3 : 1 gelegen haben, aber die Statistik erlaubt Schwankungen.

Und schließlich können auch Rote Zwerge einen Massenzuwachs erfahren, indem sie z.B. mit Planeten, oder auch mit Braunen Zwergen verschmelzen, was ihre Zusammensetzung verändert.

Alles zusammen bedeutet nur, daß ein typischer Roter Zwerg aus jener Frühzeit das gemessene Alter hat, aber es sagt nicht sonderlich viel über statistische Ausreißer.

Mit genauso wenig Seriösität berichtet das Video über die Hubble-Konstante - von der man nur anfangs annahm, daß sie konstant sei. Inzwischen geht man aber davon aus, daß sie das eben nicht ist, sondern ansteigt. Wie stark, darüber gibt es bisher nur Spekulationen.

Daß zum Schluß auch noch Dunkle Energie ins Spiel gebracht wird ist völlig unseriös. Dunkle Energie ist nämlich nur die Bezeichnung für einen beobachteten Effekt (die Expansionsrate), deren Ursache uns aber bisher völlig unbekannt ist.

Dann noch eine Kleinigkeit, was "älter als das Universum" betrifft:

Das geht grundsätzlich nicht, oder man müßte den Begriff zuvor neu definieren. "Universum" ist nämlich das Synonym für "Alles was ist, war und sein wird". Das schließt letztlich auch irgendetwas ein, was "vor" dem Urknall gewesen sein mag - wobei der zeitliche Begriff "vor" natürlich nicht paßt (es aber veranschaulicht).

Schönen Gruß

Das Video ist sehr populistisch aufgemacht, weil es z.B. Fehlergrenzen nirgends erwähnt.

Das ist ein kürzlich eröffneter Kanal, welcher lediglich die Inhalte von Ridddle ins Deutsche übersetzt, also ohne den Aufwand die Grafiken anzupassen oder alles was sonst anfiele, wie man an den englischen Texten sieht. Der Hauptkanal gehört zum gleichen Netzwerk und dem Erzähler (wohl auch Verfasser der Inhalte) des Kanals "The Infographics Show" und später u.a. "Meet Arnold". Diese Kanäle stehen für Sensationalismus, Effekthascherei und sind eher an jüngeres Publikum ausgerichtet.

Die Uploads enthalten häufig pseudowissenschaftliche Inhalte, wenn auch nicht so extrem wie vieles, was man auf YouTube sonst so finden kann. Problematisch könnte man lediglich sehen, dass eine gewisse Seriosität für Kinder und Laien vorgetäuscht werden kann, für die z.B. Kanäle wie Kurzgesagt - In a Nutshell, welche meist an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte und überprüfte, mit Quellennachweisen versehene Inhalte, so gut es geht vereinfacht an nicht spezialisierte Personen bringen, bekannt sind. Der letztgenannte Kanal, welcher der Reichweitenstärkste (nicht in DE, aber auf YT https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzgesagt_%E2%80%93_In_a_Nutshell ) aus Deutschland ist, hat sogar quasi direkt auf ein viele Fehler enthaltendes Video mit einem korrigierten Beitrag geantwortet.

Dennoch funktioniert die Strategie des Netzwerks von Infographics und der Nebenkanäle auf YouTube, es kommen stets neue Zuschauer hinzu, ob neue Nutzer der Plattform oder durch Querverweise durch Zuschauer der anderen Kanäle, bessere Verbreitung falls der Algorithmus mitspielt oder die Inhalte daran angepasst, Upload-Frequenz, etc.

2

Nein, denn mit dem Universum ist erst dass entstanden, aus dem Sterne bestehen. Also geht das gar nicht. Stell dir vor, der Kuchen ist älter als der Teig, aus dem er gemacht wurde. Oder die Frucht älter als der Samen, der sie gemacht hat. Oder du bist älter als deine Mutter. Geht einfach nicht.

Das Video will eher darauf hinaus, dass das Universum älter sein muss als bisher angenommen, allerdings kann einfach ein Fehler bei den Berechnungen sein.

Nein. Ein Stern kann aber so erscheinen, als ob er älter wäre. Solche Sternchimären entstehen bei der (äußerst seltenen) Verschmelzung von Sternen. In alten Kugelsternhaufen - wo die Sterne typischerweise dicht gedrängt sind - findet man mitunter Sterne, die deutlich jünger erscheinen, als der Zustand des Kugelsternhaufens zulässt. Da findet man gelegentlich blaue Riesen - die normalerweise nur einige zehn Millionen Jahre alt werden - in einer Umgebung, wo der Sternentstehungsprozess seit etlichen hundert Millionen Jahren abgeschlossen ist. Hier sind möglicherweise zwei ältere, kühlere gelbe oder rote Sterne verschmolzen und wirken durch ihre erhöhte Temperatur wie ein heißer blauer Stern.

Umgekehrt kann durch die Verschmelzung eines kleinen gelben Sterns (oder auch roter oder brauner Zwerg) mit einem weißen Zwerg (der hochmetallische Rest eines ehemals großen Sterns) eine deutliche Erhöhung der Metallizität des Sterns verursachen, welche Charakteristikum für alte Sterne ist.

Seitennotiz: Je kleiner ein Stern, um so langsamer altert er. Ein kleiner Stern mit einer hohen Metallizität muss seeehr alt sein.

...Verschmelzung eines kleinen gelben Sterns ... mit einem weißen Zwerg...

Dir ist aber klar, daß das ein sehr exotischer Prozeß sein muß, denn im Normalfall endet sowas in einer SN-1A.

2
@nax11

Sehr sehr exotisch, und auch rein hypothetisch. Meines Wissens wurde kein einziger Stern beobachtet, der älter aussieht, als das Universum sein kann. Es müsste von der Masse her eine sehr ausgewogene Kombination sein aus möglichst kleinem Weißen Zwerg und möglichst metallarmen Gelbem Stern, damit es nicht zur Supernova-Zündung kommt, gleichzeitig aber doch soviel Metallizität, dass der neue Stern als steinalt rüberkommt.

Und auch die Kollision muss geradezu in weichen Wattetüchern gepackt stattfinden.

Alternative Variante: Der weiße Zwerg, der Masse von seinem Begleiter akkretiert, sammelt diese Materie nicht nur in einer Akkretionsscheibe an, sondern nimmt diese auch direkt auf. Bis zum Zünden der Thermonuklearen SN könnte der weiße Zwerg wie ein deutlich älterer gelber Zwerg erscheinen. Älter als das Universum... weiß ich nicht.

1

Hallo und berechtigte frage :) * sry wenn Rechtschreibfehler vorhanden sind, sie heißen ja nich um sonst "Fehler"

Bin kein Astronom/Physiker, aber wir wissen bis heute nicht genau wie groß das Universum ist. Viele sagen es sei 13,8 Milliarden Jahre alt,oder jung, und ein Stern der 14,2 Milliarden Lichtjahre entfernt ist, ist meines Erachtens auch nur reine Spekulation und keine genaue Messung.

Das uns bekannte Universum begann schon bei beginn der entstehung Elemente zu bilden die als Wasserstoff und Helium bekannt sind. Danach folgen komplexere Elemente.

Wie wir wissen besteht ein Stern auch aus x% Wasserstoff und x% helium und noch etwas, was ich allerdings vergessen habe.

Durch rot verschiebung oder ultra Violette Strahlen lassen sich Entfernungen messen. Je dunkler im Farbspecktrum desto weiter bzw "alter" das Objekt von dem es kommt. Es ist wohl sehr Wahrscheinlich das es einer der ersten Sterne jemals war und das Licht das uns heute erreicht liegt ja x Milliarden Jahre zurück.

Da wir es kaum wissen solltest du auch nicht alles glauben, aber was du glauben kannst, ist das dass einer der ersten Sterne überhaupt ist.

alles wissen über das universum nach dem aktuellen stand, ist im großen und ganzen nach plausiblen theorien entstanden, kann aber nicht eindeutig und unwiderlegbar bewiesen werden. nimm nur mal das beispiel der beiden komponenten dunkle materie und dunkle energie.

sogar die urknall-theorie wird unter astrophysikern immer noch diskutiert. auf deine frage zurückzukommen, das ist auch nur spekulation. wenn wir heute strahlung aus der theoretischen frühzeit des universums analysieren können, wie will man daraus auf die existenz einzelner sterne schließen?

bis heute hat man keine vagabundierenden sterne entdeckt, die keiner galaxis angehören. ihre existenz würde auch einen haufen theorien der sternen-entstehung in bezug auf gravitation über den haufen werfen.

wir sind gerade mal in der lage, aus den nachbargalaxien einzelne sterne optisch und in anderen bereichen zu selektieren. aus den milliarden anderer galaxien, die unendlich weiter entfernt sind, kann man nur die gesamte licht- und andere strahlung messen, nicht aber einzelne sterne.

eine andere betrachtungsweise wäre der sternentyp. nimm unsere sonne, dieser ziemlich kleine stern ist zufällig so groß, dass er eine ziemlich lange lebensdauer von ca. 8 miiliarden jahren hat. größere und kleinere haben aber nicht das potential, ihr gleichgewicht zwischen gravitation und strahlungsdruck der kernfusionen so lange aufrecht zu erhalten und sterben schneller als supernova.

Woher ich das weiß:Hobby

Was möchtest Du wissen?