Ist ein Baum ein Lebewesen?

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10 Antworten

Hier mal die gängigen 5 Kennzeichen des Lebens: (www.biologie-lexikon.de/lexikon/leben.php)

  • Lebewesen können Informationen (Reize) aus ihrer Umwelt aufnehmen (diese wahrnehmen) und auf diese reagieren (Reizbarkeit)
  • Lebewesen sind in der Lage, sich fortzupflanzen und sich zu vermehren (Fortpflanzung und Vermehrung)
  • Lebewesen besitzen zum Aufbau und Aufrechterhaltung ihres Körpers und seiner Funktionen einen (eigenen!) Stoffwechsel
  • Lebewesen wachsen und entwickeln sich (Wachstum und Entwicklung)
  • Lebewesen können sich selbst bewegen oder zeigen zumindest innerhalb ihres Körpers (bzw. innerhalb ihrer Zellen) Bewegungen (Bewegung, Beweglichkeit bzw. Motilität)

Alle diese Punkte treffen auch auf Pflanzen und damit Bäume zu. Sie können auf Reize wie z.B. Licht, Temperatur, pH-Werte und Verletzungen reagieren, auch können sie sich bewegen, zwar sind sie an einen Standort geunden, aber sie können z.B. ihre Blattstellung verändern. Die anderen Punkte sollten eigentlich klar sein.

Zur Definition s. z. B.: http://www.biologie-lexikon.de/lexikon/leben.php

Vergleiche dies mit dem, was ein Baum so im Laufe seiner Existenz tut.

Interessanterweise soll das Baskische zwischen belebten und unbelebten Gegenständen unterscheiden, und fallen auch Pflanzen in die Kategorie "belebt".

(Im Russischen spricht man zwar auch von "belebt", aber die Verwendung entspricht eher "beseelt", bzw. lateinisch "animal", griechisch "zoon", d. h. eine Sonderbehandlung bekommen nur Tiere (einschl. Mensch), aber keine Pflanzen.)

Der Baum ist sogar ein ziemlich entwickeltes Lebewesen, verglichen mit Bakterien und Protisten. Aber auch gegenüber niederen Pflanzen wie Moose, Algen, Bärlappgewächse und Farne, sowie gegenüber Pilzen ist ein Baum klar weiter entwickelt.

Die Kriterien für Leben wurden hier schon genannt, ergo spar ich mir die Aufzählung.

Aufgabe der Schule isses, diese darzustellen.


Sicher! Leben ist alles, was einen Stoffwechsel hat, also alle Pflanzen und alle Tiere.

Nicht-Leben ist alles, was zum Existieren (Da-Sein) keinen Stoffwechsel braucht, also die Elemente, Mineralien etc.

Beispiel aus meinem Biologieunterricht an der Schule: Auch ein Automotor hat Stoffwechsel. Und bewegt sich. Und reagiert auf Umweltreize (Tritt aufs Gaspedal).

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@Bambi201264

Mein Auto lebt:

Es raucht, es stinkt und manchmal bumst es auch ....

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@Bambi201264

Der Schluss ist aber falsch. Der Motor braucht den Stoffwechsel nicht(!) um zu existieren.  Der Motorblock existiert einfach aus sich selbst heraus.

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Aber selbstverständlich ist ein Baum ein Lebewesen!

Er atmet, reagiert auf Umweltreize, ist sogar ein soziales Wesen und hilft anderen Baumkumpels, wenn es denen schlecht geht.

Und er stellt Sauerstoff her :)

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@Bambi201264

Er stellt etwas her, hat einen Stoffwechsel. Dass es ausgerechnet Sauerstoff ist, ist kein Kennzeichen für ein Lebewesen.

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@michi57319

Das stimmt natürlich auch, Michi. Sonst wären wir ja keine Lebewesen, denn wir stellen ja CO² her, soweit ich weiss :)

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@Bambi201264

Nein, er erzeugt Sauerstoff, hauptsächlich als Abfallprodukt.
Selbst wenn er diesen zeit- und teilweise selbst braucht, ist es doch kaum derselbe, sondern der, der grad in der Luft ist.

Du stellst ja auch keinen Urin her. Du erzeugst ihn, oder produzierst ihn.
Das Wort "Herstellen" impliziert immer einen Zweck.

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Welche der Kennzeichen trifft auf den Baum Deiner Meinung nach denn nicht zu? Dass der Baum ein Lebewesen ist, ist allgemein anerkannt und sicher auch für Dich unstrittig.

Wissenschaftler haben entdeckt, daß Bäume sich untereinander helfen. Wenn ein Baum bspw. krank ist, wird ihm von seinem Nachbarn übers Wurzelwerk "Nährlösung" verabreicht.

Auch sorgen Bäume dafür, daß sich ihre eigenen Samen im Boden gut entwickeln, indem Sie den Samen mit feinem Wurzelwerk umgeben und Nährlösung verabreichen. Aber nur dem eigenen Samen! Der Samen vom Nachbarbaum kriegt nix. Interessant, nicht? Denn woher weiß der Baum, daß das sein eigener Samen ist, oder der vom Nachbarbaum? Jedenfalls wurde es bewiesen, und Peter Wohlleben hat dazu auch ein Buch geschrieben (Spiegel Besteller Liste)

Natürlich ist ein Baum ein Lebewesen! Die genauen Merkmale solltest du mal googlen, aber z.B. "Reaktionen auf äußere Reize" ist eins davon.

Da es tote Bäume gibt, wird es vermutlich auch lebendige geben ;)

Lebendig ist alles das, was seine Art erhalten kann.

Diese Definition ist nicht exakt genug.

Können Wasser und Sand "ihre Art erhalten"?

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@Bambi201264

Nö. Deshalb sind weder Sand noch Wasser Lebewesen.
Sand und Wasser existieren und dienen in ihrer Ursprungsform.

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@AnReRa

Nein. Sand und Wasser verändern sich ständig. Sand wird zu Tuff komprimiert und wieder zerrieben. Gebirge falten sich auf und werden durch Erosion zu Sand zerrieben.

Salzwasser verdunstet, wird zu Regen (Süsswasser), fliesst in die Flüsse und wäscht mehr Salz aus.

Du siehst also, ganz so einfach ist es nicht :)

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@Bambi201264

Wasser kann Informationen aufnehmen und abgeben. Das hat der japanische Professor Emoto bewiesen.

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@Bambi201264

Einfach ist es nicht, dass ist richtig.

Aber das Wasser bleibt chemisch immer H2O. Egal ob im See oder in den Wolken. Selbst das Wasser was wir trinken kommt irgendwann wieder zu Vorschein. (Ausnahme: Es wird elektrolytisch gespalten, aber das ist nichts, was das Wasser selbst macht).
Mit dem Sand sieht das zwar etwas anders aus, weil Sand ein Überbegriff ist, aber grundsätzlich kann Sand - auch unter besten Voraussetzungen - keinen neuen Sand schaffen. Er wechselt lediglich die äußere Erscheinungsform.

Das was Wasser bzw. Sand in Deinen Augen lebendig macht ist also nur die Erscheinungsform. Nur weil der Wind die Wasseroberfläche bewegt oder das Wasser verdunstet, so entsteht damit doch kein 'neues' Wasser.

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@AnReRa

AnReRa: Eigentlich fand ich nur Deine Formulierung: Art erhalten nicht so perfekt. Ansonsten ist schon klar... :)

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Also so etwas wie eine von-Neumann-Maschine / ein von-Neumann-Automat aus der Kybernetik?

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@PWolff

Die 'von-Neumann-Maschine' ist nicht selbst reproduzierend.

Bei einer modernen KI versagt aber die Definition tatsächlich, weil diese tatsächlich in der Lage sein kann, ihre 'Art' zu erhalten. Deshalb spricht man dann wohl besser von 'maschinellem' Leben

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