Ist ein abgeknickter Lichtwellenleiter automatisch kaputt?

6 Antworten

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Kann man pauschal nicht beantworten. Wenn das Signal noch in Ordnung ist, dann hast du Glück. Dann aber bloß nicht zurückknicken!

Ich mußte es aber wieder begradigen, damit es in der Kabelrinne verlegt werden konnte. Der Knick war übrigens 180°

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@Guennie1568

180° klingt für mich nach "recht wahrscheinlich kaputt". Probiers. Kann aber auch Grütze rauskommen...Du hast den Leiter ja quasi durchgebrochen.

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@Kodak36

Also doch eher flicken (sind halt über 100m)?

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@Guennie1568

Das ist ein "Glasleiter" und das Licht wird durch komplexe Oberflächenstrukturen recht verlustfrei durch den Leiter reflektiert. Wäre mir nicht bekannt, dass du sowas "flicken" kannst. Kaputt ist da kaputt, außer du kennst wen, der dir das Kabel kürzen kann und einen neuen Endverbinder drauf macht. Dann hast du ein kurzes Kabel auf Halde.

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@Kodak36

Man 'flickt' so etwas durch splicen (deutsch auch: spleißen), ist eine Standardtechnik zur Verbindung von Lichtwellenleitern. Gibt halt etwas zusätzliche Dämpfung auf die Verbindung.

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@KarlRanseierIII

Okay, wenn er das kann. Eine professionelle Technik habe ich jetzt unter "flicken" nicht erwartet.

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Nach knicken kommt knacken.

Solange der Leiter nicht überdehnt wurde und in seine Ausgangslage zurück geht, hast Du Glück gehabt. Aber ein dauerhafter Bogen, welcher kleiner ist als der max. zulässige Biegeradius, führt zwangsläufig irgendwann zum Bruch.

Mach mal ein Foto von der Glasfaser.

Ich vermute mal, du machst das Privat für irgend eine Bastelei, denn ein Profi hätte so eine frage erst gar nicht gestellt.

Ohne weitere details und mindestens ein Foto von der Fehlstelle kann man keine verlässliche Aussage treffen.

Bitte auch den Typ des Netzwerkkabels angeben.

Ist es ein Verlege kabel oder ein Patch kabel etc.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Das Kabel war übrigens ein Verlegekabel, 4X50/125 irgendwas, 126m lang und vorkonfektioniert, weil ich sowas nicht kann.. Außerdem hab ich das nicht

Privat für irgend eine Bastelei

verlegt, sondern in unserer Firma, weil man ja Kupferkabel nicht länger als 100m verlegen soll wegen des zu großen Verlustes.

Es ist außerdem richtig, dass ich kein Netzwerkspezialist bin, sondern nur ein einfacher Elektriker, der das Kabel alleine verlegen musste. Zu zweit wäre mir das auch nicht passiert, weil ich ja dann eine Meldung bei zu geringem Radius bekommen hätte.

Weiterhin muss ich aber sagen, dass das Kabel entgegen aller hier gemachten Verlautbarungen NICHT gebrochen ist, sondern ganz normal funktioniert. Ich habe beide Switches miteinander verbunden und unseren Netzwerkadministrator angerufen. Dieser hat mir via Fernwartung mitgeteilt, dass alles in Ordnung ist.

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@Guennie1568

Hallo nochmal, die vorgeschrieben Kabellänge hat nichts mit Dämpfung zu tun, sondern mit der Übertragung und der sicheren Erkennung von Kollisionen. Je nach Übertragungsgeschwindigkeit ergibt sich eine Maximale Leitungslänge nach der der Sender im Netzwerk noch sicher Kollisionen erkennen kann. In der Norm hat man sich auf eine Segmetlänge von 100m geeinigt und kann aber trotzdem mit einfachen repeatern die maximallänge verlängern. Heutzutage wird das immer noch so gehandhabt um bestimmte normen zu erfüllen. Deshalb wird bei der Verkabelung die 100m für die Verkabelung immer als Planungsgrundlage genommen und entsprechend die Verteilerräume geplant um die 100 m nicht zu überschreiten. Wobei 100m immer die max Länge ist inkl. Patchkabel im Verteiler schrank. So wird sichergestellt das z.B. für Gigabit Cat 6 Verkabelung die Norm eingehalten wird und die Messprotokolle den Vorschriften entsprechen.

Ein Repeater an passender Stelle hätte evtl. Dämpfungsprobleme Gelöst,

In der Praxis, wird da Kollisionen heutzutage keine Rolle mehr spielen in geswitchten Netzen, für solche Anwendungsfälle durchaus eine Ausnahme gemacht. Es ist immer eine Frage der Kosten Nutzen Rechnung. Denn die 100m ist keine magische Grenze. Da sieht man mal wieder wie schlecht ausgebildet der Planer ist, wenn er dich ein Vor konfektioniertes Glasfaser Kabel verlegen lässt ohne dich darauf vorzubereiten. (Auszubilden) Außerdem finde ich den Elektriker Beruf nicht einfach sonder er ist sehr hoch angesehen. Und die Planer denken das Glasfaser einfach nur ein weiterer Kabeltyp ist wie ein normale NYM-Leitung und der Elektriker damit schon ohne Vorwissen klar kommt . Mach dir keine sorgen wenn du z.b.so ein Verlegekabel verwendet hast https://www.comstern.de/Value-LWL-Kabel-4-x-50-125ym-LC-LC-1-Meter-3a17951409.htm

dann kann ein kleiner knick im mantel nicht sofort eine Beschädigung bedeuten allerdings sollte bei Inbetriebnahme immer ein Messprotokoll gefertigt werden.

Die einzelnen Glasfasern im Kabel liegen frei beweglich in kleinen Plastikröhrchen und sind dort auch noch etwas gestaucht(andersgesagt im Kable länge als der Außenmantel) Damit gerade beim Verlegen diese gegen Zugschäden geschützt sind Wenn du mal so ein Kabel durchschneidest dann wirst du feststellen das die Faser langsam aus dem Mantel sich zu verlängern scheint.

Auch eine Angabe des mindest Biege Radius wie manche hier angeben mit 2cm ist falsch. Der Hersteller sollte auf Wunsch dir eine Datenblatt mitschicken das dir solche Informationen Genau mitteilt. Das was du als Kabel bezeichnest ist eher zu sehen als ein ganzes System. die Faser darin ist so winzig und dünn, du könntest sie um einen Bleistift wickel und sie würde nicht brechen. Was dabei dann aber Passiert ist ein anderes Phänomen das die meisten nicht kennen. Es wird z.b. genutzt um Glasfaser ohne Beschädigung abzuhören. Das licht wird innerhalb der Faser unendlich reflektiert so ähnlich ist auch Wasser wenn man ganz flach auf eine Wasseroberfläche schaut reflektiert diese das Licht wie ein Spiegel. Wenn man nun die Faser eng biegt tritt ab bei einem Bestimmten Biege Radius ein Teil des Lichtes aus der Faser aus und man kann es von der Faser Detektieren und so ohne die Faser zu unterbrechen abhören. Dabei entsteht dann eine Dämpfung wenn man es übertreibt.

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@willieweise

Danke für die ausführliche Beschreibung. ättest du das früher geschrieben, hättest du den gelben Stern bekommen.

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Kannst Du getrost in die Tonne kloppen. Der Knick ist eine extreme Störstelle.

Aber: Versuch macht klug.

Splicen geht natürlich, sofern Du Equipment und Zubehör zur Hand hast.

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@Guennie1568

Spleißen ist nicht so günstig (Gerätschaft ist in der Anschaffung nicht ganz so günstig, außerdem braucht es Platz für die Muffe). Alternativ: Stecker für Feldkonfektionierung + Kupplung zum Flicken nutzen. Das dürfte vermutlich günstiger kommen, zumindest günstiger als ein neuer LWL. Vorraussetzung: die Dämpfung der Kupplung ist auf Deine Gesamtstrecke gesehen noch im Rahmen des machbaren. (Kupplung hat in der Regel eine höhere Dämpfung als ein Spleiß)

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@KarlRanseierIII

Es geht mir auch etwas um die Zeit. Ein neues Kabel konfektionieren zu lassen würde ca. 2 Wochen Lieferzeit dauern (wo wir es bestellen) Ich habe aber nur noch eine Woche zeit bis das Büro bezogen werden soll.

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