Ist das Universum ein sich selbst erfüllendes geistiges Prinzip?

 - (Schule, Mathematik, Physik)

10 Antworten

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft werden aber Quarks als Materie angesehen. Aus ihnen setzen sich Protonen und Neutronen zusammen, wobei die Quarks davon weniger als 1% der Masse*** ausmachen, der Rest ist Energie.

***Masse ist also genau genommen die "Summe aus Energie und Materie", die man nun in Einheiten der Energie oder der Masse ausdrücken kann. Auch die Energie in Protonen und Neutronen trägt zur Masse (gemessen in kg oder Bruchteilen davon) bei und ist für die Anziehungskraft der Körper mitverantwortlich.

vgl.:

https://de.wikipedia.org/wiki/Materie_(Physik)#Grenzen_des_klassischen_Materiebegriffs

Wenn nun die Quarks wiederum aus noch kleineren Teilchen zusammengesetzt sein sollten (was man nicht weiß), dann könnte es auch tatsächlich keine Materie geben - wobei ich annehme, dass auch dann noch ein wenig Materie übrig bliebe, nur eben noch weitaus weniger, als man bisher annimmt. Ich sage öfter mal:

"Das Universum ist die Materialisation der Mathematik". Das hört sich gut an, aber ob es so ist, weiß ich nicht.

Dürr war ein toller Mensch und in seiner Hochzeit sicher ein hervorragender Physiker. Ich hatte selbst die Gelegenheit einen seiner Vorträge zu hören. Er war einer der Grundpfeiler der wissenschaftlichen Friedensbewegung in der BRD in den 80ern. Aber, wie so viele, wurde er im Alter ein wenig wunderlich und esoterisch. Eventuell ein Fall von

https://rationalwiki.org/wiki/Nobel_disease

auch wenn er nie einen erhalten hat.

Zusätzlich noch die Antwort von @RoentgenXRay beachten. Alles in der Physik ist letztlich mathematisches Modell, und diese Modelle müssen sich im Labor beweisen.

Nebenbei ist Dürr, und insbesondere ein über 70 Jahre alter Dürr, nicht "DIE WISSENSCHAFT".

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Dipl.Math.

Man sollte es so sagen:

  • Da unsere Sinne die Wirklichkeit nicht so wahrnehmen können, wie sie wirklich ist, ersetzt unser Denken sie durch ein geeignetes "Bild" (= unsere Auffassung der Wirklichkeit, die wir dann Realität nennen).
  • Materie ist Teil dieser Realität.

So wie unterschiedliche Farben letztlich nur unterschiedliche Wellenlängen elektromagnetischer Strahlung sind, ist Materie nur eine bestimmte Verteilung von Kräften, die uns makroskopisch als etwas Anfassbares erscheint.

Was Dürr mit seiner Aussage gemeint hat, war schlicht und einfach die Warnung: Passt auf, Materie ist nicht das, was sie zu sein scheint.

Und natürlich weiß wirklich jeder Quantenphysiker dass z.B. jedes Atom oder Molekül letztlich nur Kraftfeld ist.

Mit Esoterik (die so mancher Dürr unterstellt), hat all das rein gar nichts zu tun.

Super. Danke. Esoterik ist für mich auch nur ein Wort, genauso wie Religionen mit Geschichten Geist erklären wie das alte Indische Wissen von Tao, Urgrund und Nirvana. Es geht doch eigentlich überall um ein und dasselbe, dass Geist über Materie steht, alles Energie ist und alle Gedanken gespeichert sind. Und das Tao Universum uns so gibt wie wir selber geben. Dass wir das Universum sind.????? Ich wurde all eins und musste 120 Bücher lesen über Wissenschaft, Anatomie und Religionen, um die wieWunder zu verstehen. __ Nochmals danke für deine Bestätigung.

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Ach, das ist eine Aussage, die seine Gedanken über Physik und Mystik ausdrückt. Mit Augenmerk speziell auch auf Mystik. Sowas gibt natürlich Vorschub für die String-Theorien, die vermeintlich alles besser zu erklären scheinen als andere Theorien. Doch das liegt wohl eher daran, dass mit Freude und Energie an den String-Theorien rumgebastelt wird, sobald sich ein Widerspruch durch sie ergibt. Daran krankt auch unser Standardmodell. Vor allem an den vielen Singularitäten, die sich daraus ergeben. Statt zu verstehen, dass Schwarze Löcher eine ziemlich normale Erscheinung in der Natur sind und gar nix exotisches, sondern dass sie milliardenfach (völlig natürlich) vorkommen, erhebt man sie als exotische Gebilde, in denen die Physik nicht mehr gilt, statt zuzugeben, dass die Physik so schlecht ist, dass sie einen Großteil der Natur, die sie beschreiben soll, einfach nicht erklären kann. Das ist exotisch. Und zwar exotisch dumm. Natürlich braucht man völlig neue Ansätze. Doch die werden durch die Anhänger des Standardmodells niedergebügelt. Leider sind Genies wie Einstein, Newton & Co. nur selten. Und somit sitzen wir mit der "Balkonisierung" (ständige Ergänzungen der Modelle und Theorien und damit Anpassungen, die zu völlig unübersichtlichen und chaotischen, sich teilweise widersprechenden Behauptungen führen und in sich selbst verwobene Aussagen ergeben) in einem unlösbaren Knoten, bis ihn jemand durchschneidet und – wie Einstein – ein völlig neues Weltbild erschafft, das in der Lage ist, auch die "Singularitäten" mit in eine homogene, völlig normale und konsistente Theorie zu überführen, denn die Natur zeigt all diese Erscheinungen, die von der heutigen Wissenschaft als exotisch dargestellt werden. Exotisch ist aber nicht die Wahrheit, sondern die Physik, die damit nicht klar kommt.
Dieses ganze Rumgefummle und künstliche HInzufügen von Ansätzen, die etwas erklären sollen, erinnert mich stark an die Zeit, in der versucht wurde, die scheinbaren Hin- und Her-Bewegungen von Planeten nach dem Weltbild von Tycho Brahe zu erklären, der versuchte, die Bahnabweichungen durch komplexe Scheinbewegungen (entspricht der "Balkonisierung") zu erklären, bis Johannes Kepler dann endlich die Positionen der Himmelskörper in die richtige Ordnung brachte.
Unser derzeitiges Weltbild weist so viele Lücken (Singularitäten) auf und wir sind nicht in der Lage, die fehlenden Erklärungen für dunkle Energie, das Wesen der Schwerkraft (über Masse und das Higgs-Boson und die entsprechenden Felder brauchen wir hier nicht zu diskutieren, denn das was als Beweis für das Higgs-Feld angesehen wird, gründet sich auf die eigens dafür entstandene Theorie (selbsterfüllende Prophezeiung – welch ein billiger Trick), wobei im Higgs-Mechanismus die Masse der Elementarteilchen als Folge einer neuen Art Wechselwirkung gedeutet wird. Nur der Ursprung der Higgs-Masse selbst entzieht sich dieser Deutung, er bleibt weiter ungeklärt. Was ein Chaos!
Dass man in solchen Zeiten, in denen konkurrierende Theorien, die allesamt nicht den Kern der Natur (nämlich die Einbeziehung der Singulatitäten, etc) behandeln,
Nicht die Natur verhält sich exotisch, sondern der Theoretiker, der dies als exotisch bezeichnet weil er nicht in der Lage ist, völlig normale Vorgänge und Tatsachen (zum Beispiel den Hauptteil der im Universum vorhandenen Masse) erschöpfend zu erklären.
Solange niemand mal in diesem Chaos gründlich aufräumt und eine wirklich gute Idee hat, wie man völlig normale, da milliardenfach in der Natur auftretende Erscheinungen, ordentlich in den Griff bekommt, werden wir kein neues Weltbild erhalten. Wenn es denn aber einst passieren sollte und es wirklich in sich schlüssig und einfach (wie die Natur selbst) ist, dann findet es auch rasch Eingang in die Lehre an Schulen und Universitäten.
Die Leistung von Hans-Peter Dürr will ich dabei überhaupt nicht schmälern. Im Gegenteil. Er hat schon als Mitarbeiter von Werner Heisenberg und nicht zuletzt als geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik hervorragende Leistungen vollbracht, doch auch er musste aus Mangel an anderen Theorien als Basis für seine Arbeit das Standardmodell und die String-Theorien nutzen, was seinen Erfolg naturgemäß auf die damit verbundene Erkenntnis begrenzt hat. Damit lösen wir den Knoten nicht und müssen weiter auf ein neues Genie hoffen. Wann das soweit sein wird, können wir naturgemäß nicht vorhersagen, denn außer vagen Ansätzen in der Quantengravitation, die in Richtung Weltformel/Theorie von allem (ToE) zielt, kristallisiert sich derzeit keine Lösung in Richtung aus dem herrschenden Teufelskreis heraus. Doch auch hier ist das Problem, dass sich Quantenfeldtheorien nicht unmittelbar auf die allgemeine Relativitätstheorie übertragen lassen, was natürlich auch daran liegen könnte, dass die Quantenfeldtheorien selbst (noch?) nicht völlig konsistent sind. Wir müssen auf die Antworten auf solche Fragen bis zum nächsten Genie warten.

Danke. Das erklärt mir wunderbar meine Vermutungen. Vielen Dank!!! ⭐⭐⭐⭐⭐

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Wenn man so eine These zitiert, sollte man sich vielleicht erst mal fragen, was "Materie" überhaupt bedeutet und in welchem Sinne das Wort in der zitierten Aussage verwendet wird. Das steht höchstwahrscheinlich in dem Buch, aus dem die Aussage stammt. Ich hab's nicht gelesen, du vielleicht? In dem Fall beschreibe doch in welchem Kontext diese Aussage gefallen ist.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Masterabschluss Theoretische Physik

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