Import-Postsendungen - Laufzeit im IPZ Frankfurt (FFM)

1 Antwort

Hier handelt es mit Sicherheit um einen - in diesem Fall nicht sehr geschickt lancierten - "Anreiz", der die Kundschaft davon überzeugen soll, gleich den Aufpreis für die Expresssendung zu bezahlen.

Es gibt zwar bei nationalen Sendungen doch öfter mal den Fall, dass man bei hohem Sendungsaufkommen die günstigsten Produkte (Sendungen) lieber bis zum nächsten Tag auf Eis legt (insbesondere Donnerstag auf Freitag ist immer kritisch), aber internationale Sendungen (wir sprechen jetzt doch von der billigsten Postvariante) kommen irgendwo in Europa an, um dann irgendwann mal nach FRA weitergeschickt zu werden. Dort wird dann die Zollabfertigung (grüner Aufkleber, Zollnacherhebungsformular oder Beschlagnahmung) erledigt. Das ist den Beamten vollkommen gleichgültig, wie viel du fürs Porto gezahlt hast - es kommt einfach wie es kommt.

Und sobald die Freigabe vom Zoll (durch den grünen Aufkleber) erteilt wurde, geht's in den Sack oder auf den Wagen für deinen PLZ-Bereich und geht mit der nächsten Fuhre raus.

Du kannst auch Glück haben und das Ding geht nonstop von Tokyo nach Leipzig und ist innerhalb von 72 Stunden bei dir. Ist halt Glückssache bei den Billigdingern, aber du kannst dir sicher sein, dass da nichts für sieben Tage eingemottet wird - woher sollte man auch den Platz nehmen?

Vielen Dank erstmal für die erste ausgiebige Antwort.

Die lancierung eines "Anreizes" für den Kunden halte ich für eher unwahrscheinlich, denn es handelt sich ja hier um dokumentierte tatsächliche Sendungsdaten:

Ausgangsscan Tokio -> Erfassung IPZ-FFM = 4 Tage (=recht zügig)

Erfassung IPZ-FFM -> Erfassung Zollabfertigungsstelle IPZ Niederaula = 7 Tage

Wenn ich davon ausgehe, dass die zolltechnische Einstufung (Freigabe, Postverzollung oder Selbstverzollung am Zielort - oder aber Beschlagnahme ;) erst in Niederaula stattfindet, also dort auch erst fehlende oder fehlerhafte Dokumente festgestellt würden, stellt sich mir immernoch die Frage: Was macht so ein Päckchen 7 Tage lang auf dem Frankfurter Flughafen?

Wohlgemerkt: Das IPZ-Niederaula ist ja nur die Zollabfertigungsstelle für FFM. Das zuständige Zollamt am Zielort wäre Hamburg...

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@pjoerg

Vielen Dank erstmal für die erste ausgiebige Antwort.

Da nich für.

Die lancierung eines "Anreizes" für den Kunden halte ich für eher unwahrscheinlich, denn es handelt sich ja hier um dokumentierte tatsächliche Sendungsdaten:

Ausgangsscan Tokio -> Erfassung IPZ-FFM = 4 Tage (=recht zügig)

Erfassung IPZ-FFM -> Erfassung Zollabfertigungsstelle IPZ Niederaula = 7 Tage

Sorry, da haben wir uns missverstanden. Ich hatte es so verstanden, dass du dich über die Regellaufzeit, die als Richtwert angegeben wird, gewundert hast.

Wenn wir hier aber von einer konkreten, ganz echten Sendung sprechen, die einen Barcodeaufkleber trägt, an jedem Umschlagort gescannt wird und du über die Tracking-ID (die früher einfach Frachtbriefnummer hieß) siehst, dass die Sendung ohne erkennbaren Grund in Frankfurt ein längeres Päuschen einlegt, ist es absolut legitim, nach 12 Stunden beim Frachtführer (DHL?) nachzufragen. Auch wenn es wirklich nicht passieren darf, passiert es bei einer von 250.000 Sendungen halt doch, dass sie nach dem Ausgangs-Scan sonstwo landet, nur halt nicht im Wagen bei den anderen Sendungen. Der absolute Klassiker dürfte da wohl der Feueralarm sein.

Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem der Verbleib der Sendung nicht innerhalb von allerhöchstens 15 Minuten geklärt werden konnte. Falls die Sendung tatsächlich "vergessen" (bzw, übersehen) wurde, wird jeder halbwegs normale DIsponent dafür sorgen, dass (wenn man das Ding dann hinter dem Packtisch gefunden hat) die Sendung unverzüglich (also noch am selben Tag) zugestellt wird. (Natürlich ist die Zieladresse dann immer irgendwo auf Helgoland oder in einem eingeschneiten Dorf in den Alpen.)

Fast alle Logisitker schlagen irgendwo zwischen Bad Hersfeld, Niederaula und Kirchheim (wo das große Autobahnkreuz ist), weil es halbwegs in der Mitte des Landes liegt und aus allen RIchtungen hervorragend erreichbar ist. Da auf der letzten Meile (Einfuhr -> Empfänger) bzw. bei nationalen Sendungen ohnehin viele kleinere Dienstleister kooperieren, darf so ziemlich jede Overnight-Sendung, die nicht mit DHL unterwegs ist, nachts mal in Bad Hersfeld/Niederaula vorbeischauen, In deren Logistikzentrum (GLS, Amazon und viele andere sitzen direkt nebenan) hat man dann notgedrungen dem Zoll ein kleines Kämmerchen eingerichtet, wo dann im Prinzip erst die EInfuhr in die EU erfolgt (dahin geht's ab FRA per Transporter mit verplombter Zollleine).

Die Zollkontrolle erfolgt aber wirklich bei Ankunft in der EU (in diesem Fall halt Frankfurt bzw. dieser netten Außenstelle). Wäre anders ja auch gar nicht machbar, da Passagiere und Fracht nach Passieren der Zollabfertigung innerhalb des Schengenraums unterwegs sind (wenns nach Hamburg geht, sowieso nur noch im Inland). Und da gelten dann die Regeln des freien Waren- und Personenverkehrs.

Weshalb die Sendung eine Woche in FRA bleiben durfte, kann ich dir leider auch nicht sagen. Aber ruf in Zukunft bitte bei Verzögerungen an. Das ist durchaus legitim, nicht ungewöhnlich und oft sehr aufschlussreich.

Have a good day,

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