Ich will Soldat werden!? Gute Idee oder Dummheit?

10 Antworten

Ich finde deine Entscheidung bewunderswert, da es eben eine einfache ist, die man da trifft. Ich denke, wenn du es aus den Gründen tust, die du genannt hast, ist es genau das richtige und du wirst ein guter Soldat. Ich hoffe du erreichst dieses Ziel und auch wenn dir jemand anderes sagt, du sollst es leiber lassen, tu einfach das, was du für Richtig hälst. Soldaten werden immer und überall gebraucht und wie ich bereits zu Beginn sagte ist es eine bewunderswerte Entscheidung. 

Respekt: Soldaten, Armeen sind "Handwerkszeug", Arbeitsmittel von Leuten, die auch nur Perspektiven einnehmen, bestimmte Ideologien und Weltbilder verfolgen. Respekt im besten Sinn ist hier nur sehr schlecht zu "verdienen". Tritt einen Schritt neben die Perspektive, die Du brauchst, um Soldat werden zu wollen, und die Sache kann sich ins Gegenteil verkehren.

Gemeinschaft: Mann bringe einen Haufen Männer unter dasselbe harte Reglement, vermittle ihnen dieselben Haltungen, dieselben Blickwinkel und Werte und schicke sie dann gemeinsam in druckvolle Situationen mit der Option der Lebensgefahr. Das ist Notgemeinschaft. Gemeinschaft in positivem Sinn kannst Du besser in Freiheit und Frieden und ausserhalb von Kompanien und ihrer "speziellen" Sozialgefüge und "Gruppendynamiken" erleben.

Herausforderung: Ja, sicher. Das kann man unterschiedlich sehen. Manche finden die Herausforderung umso größer, je weniger Bewaffnung in einem Bereich angesagt ist. Das Leben hält so viele Herausforderungen bereit.

Das Schießen: Ich schieße ganz passabel mit Pfeil und Bogen und musste in keinen Krieg ziehen, um das zu lernen. Das ist also kein Argument - es sei denn, Du möchtest wissen, wie es ist, auf Menschen zu schießen. Soldaten im Einsatz kommen eher regelmäßig in Situationen, in denen das "Schießen-Sollen" mit großem inneren Zwiespalt einhergeht - weil das Ziel wie ein großes Kind aussieht - oder wie zwei Frauen, die irgendwelche Dinge zum Markt tragen - oder wie ein freundlicher junger Mann, den nur jemand zu eventuell dubiosen Aktionen vorgeschickt hat und der selbst ängstlich wirkt. Wir sind die Guten und die Richtigen und die dort sind "der Feind" und falsch - das löst sich manchmal erschreckend schnell auf. Von solchen und anderen Erlebnissen bringen Soldaten ihre Traumata nach Hause. 

Etwas erreichen: Das ist eine alte Geschichte. Auch vor beinahe 1000 Jahren haben sich diejenigen, die etwas gut oder "besser" zu machen hatten und bisher "nichts geworden waren", den Kreuzzügen angeschlossen. Ich halte das für so ziemlich die schrecklichste und unsinnigste Art über die Welt und andere Menschen und Kulturen zu lernen. Streng Dich mehr an und hole nach, was Dir fehlt. Wer meint, dies sei ein Weg, den man STATT Lernen einschlagen könnte, hat noch nicht genug Überblick über die Welt. Wenn Du viel mehr verstehen würdest, könntest Du die Unsinnigkeit Deiner Idee erkennen.

Interesse: Keine weiteren und anderen Interessen?

Angst: Das sind bisher nur Gedanken. Wie Du am Leben hängst, würde Dir die Realität zeigen. Ist das ein unbewusster Reiz an der Sache? Einmal so weit gehen zu dürfen, bis die Angst doch einsetzt - damit Du endlich eine Wertschätzung Deines Lebens in Dir selbst erfahren kannst? Und was machst Du dann mit der fatalen Kopplung dieser Erfahrung mit dem Sterben eines anderen Menschen - sollte dies so geschehen? Menschen unter massivem Druck, mit Waffen in der Hand und ohne Angst vor dem Tod sind Killermaschinen, die in Kriegssituationen nichts zu suchen haben. Soldat-Werden ist kein Ersatz für eine gute Psychotherapie. im Gegenteil: Wer vorher keine gemacht hat, obwohl er so dastand wie Du, wird spätestens hinterher eine brauchen.

Ich habe eine Bekannte, die eine erwachsene Tochter hat. Der Mann der Tochter musste mit 24 Jahren frisch verheiratet zu seinem ersten Einsatz nach Afghanistan. Während er dort war, wurde in Deutschland seine Tochter geboren. Als er nach 8 Monaten zurück kam, konnte er sie nicht einmal auf den Arm nehmen. Er war nicht mehr er selbst, er hatte sich verändert, hatte posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Alpträume, massive Selbstzweifel und quälende Scham über das, was er gesehen und getan hat. Sein "Kamerad" hatte auf eine Gruppe Kinder geschossen, es war ein "Versehen". Er ist bis heute nicht Vater für seine Tochter geworden, fühlt sich nicht "würdig", ein Kind zu haben. Er ist seit 5 Jahren in Therapie, Seine Frau wartet immer noch darauf, dass er "zurück kommt". 

Was ich davon halte? "Soldat sein" KANN, psychologisch betrachtet, gar nicht gutgehen. Es ist eine Illusion zu glauben, dort würde vor allem Ruhm, Stolz, Ehre verteilt. Männer haben auch nur eine Psyche, Und nicht wenige von ihnen können schon im Alltag nicht unbedingt sehr "virtuos" mit dieser händeln. Deine ist nicht stabil, Du kämst dort nicht gesünder raus, als Du hinein gegangen bist. Unterschätze das nicht.




Okay danke für den Text :)

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Deine Gründe sind leider keine besonders ''guten Gründe'', teilweise sogar eher bedenkliche. Bei der Armee gibt es eigentlich ähnliche ''Zwangsgemeinschaften'' wie in der Schule es die ''Klassengemeinschaften'' sind und damit auch ähnliche Probleme. Die Wahrscheinlichkeit, dass du auch dort eher ganz unten in der Hackordung landest und mehr dazu dienst den Frust der anderen abzubekommen denn ihre ''Freundschaft'' dürfte recht hoch sein. Denn erstens, wenn du es drauf hättest dich in solchen Strukturen durchzusetzen, so wärst du auch jetzt in der Klasse schon der, der das sagen hat und zweitens spricht aus deinen anderen Fragen eine gewisse Unsportlichkeit bzw. Neigung zum Übergewicht. Was glaubst du was deine Kameraden sagen werden, wenn ihnen wegen dir die Vergünstigungen verwehrt werden die sie bekommen hätten, hättest du das Zeitlimit nicht überschritten?

Was den Respekt angeht, solltest du dir bewusst machen das ''respektiert werden'' und ''gefürchtet werden'' zwei Paar Schuhe sind. Zweiteres kann man natürlich mit einer Waffe in der Hand erwarten ob es einem jedoch echten Respekt ersetzen kann, das ist eine andere Frage.

Mein Rat wäre zunächst mal einem Schützenverein beizutreten. Da kannst du Spaß am Schießen haben, du bekommst Einblick in eine ähnlich strukturierte Gemeinschaft (zumindest bei den meisten Vereinen), sowie in die Welt des Waffenöls und der peniblen Sorgfalt. Vielleicht findest du sogar Freunde und du kannst vor allem deine Vorstellung von dem was dich erwarten könnte überprüfen ehe du dich für Jahre verpflichtest.

Mit Noten zwischen zwei und vier kann man jedenfalls noch ganz andere Berufe ergattern. Erst letztens kam ein Bericht über Handwerksbetriebe die gerne Lehrlinge einstellen würden, würde es denn welche geben die wenigstens in den drei Kernfächern eine drei haben und interessiert sind, der Rest wäre ihnen egal. Selbst wenn du in einem dieser Fächer auf vier stehen solltest auch das könnte man noch ''schönquatschen'', kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen.

Okay danke ._. ich bin grade so sehr am kämpfen mit einem abschluss hab bald eine ZAP (zentralleabschlussprüfung) und Englisch und Mathe steh ich 5 und 4 die Zap wird mich wohl "umbringen" ;( ich weiß nicht was ich machen soll ich hab so angst das ich nie was bekomme :( ich will eigentlich Polizist werden doch ich krieg ja vlt nicht mal einen Abschluss .. Ich hasse es so sehr zu leben jeder kann alles besser als ich in der Schule das einzige wo ich gut bin ist Sport da ich da 1 stehe .. Man macht sich in der Klasse auch lustig über mich und nennt mich "dumm" weil ich nicht mehr kann wie früher ich will einfach nicht mehr ich geh langsam echt kaputt an der Schule Ich habs mir einfach so vorgestellt Soldat zu wwerden das vlt alle diese Probleme beseitigt werden das mein Leben einen Sinn hat irgentwie nutzvoll eingesetzt werden kann für andere Menschen vlt um sie zu schützen das mir Kameraden die Freundschaft zeigen den zusammenhalt einfach alles was ich brauche :( Aber fast jeder hier sagt ich bin ungeeignet Ich hab manchmal echt Selbstmordgedanken dann denk ich mir schenk dein leben lieber deinem Land es kann es gebrauchen um andere zu schützen es ist einfach schwer für mich ich wette keiner versteht hier wie ich mich fühle und sagt deshalb du bist ungeeignet Ich will für etwas da sein für etwas wofür man mich loben kann für menschen da sein ich möchte helfen können und nicht der dumme sein dernichts kann .. Übergewicht hab ich nicht ich bin schon recht nah dran wegen dieser frust in mir seit monaten nehm ich zu weil mich das alles so sehr bedrückt stress und so weiter :(

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@soeinmistxD1234

OK, da hab ich ein paar Dinge falsch verstanden aber zunächst mal sry. für die späte Antwort, die Mailbenachrichtigung funktioniert nicht, das muss einem doch gesagt werde aber ok, jetzt bin ich ja da.

Das ich Bedenken habe, dass du gut in eine militärische Struktur passt, hat nichts damit zu tun das ich dich generell für ungeeignet halte. Für eine militärische Karriere muss man sehr hart sein, von sich selbst überzeugt und darf sich Kritik nicht so zu Herzen nehmen, alles Dinge worin du jetzt nicht so stark bist. Du hast in einer deiner anderen Fragen das Stichwort Altenpflege ins Spiel gebracht, da sieht die Sache schon anders aus. Auch das ist ein Job in dem man für Menschen da ist, ihnen hilft und wofür man kein Held der Mathematik sein muss und englisch ist da auch nicht ganz so wichtig. Der Job wird von manchen (gefühllosen) Menschen gering geachtet aber auch Soldaten werden nicht von allen geachtet, wichtig ist, dass du hinter dem stehen kannst was du tust.

Schlechte Noten bedeuten noch lange nicht das man ''dumm'' wäre, gut es zeigt, dass man - mal - nicht intelligent genug war einzusehen, dass man etwas tun muss wenn man etwas erreichen will. Unglücklicherweise liegt dieses ''mal'' oft schon länger zurück. Wenn du in der 7. dir einen lauen Lenz gemacht und damit den Anschluss verpasst hast, dann wirkt sich das in der 7. noch nicht so schlimm aus, in der 8. kannst du vielleicht auch noch ne 4 halten und in der neunten kommt der Absturz. Dummerweise hat man dann aber schon über 2 Jahre aufzuholen, allein auf sich gestellt eine Herkulesaufgabe. Die Zahlen sind natürlich nur willkürlich gewählte Beispiele. Manchmal ist es dann auch besser eine Klasse zu wiederholen um den Anschluss wieder zu finden, funktionieren kann das natürlich nur wenn man das auch nutzt und - obwohl man das alles schon mal gehört hat - doppelt so viel macht wie die anderen um das Jahr davor auch noch mit aufzufangen.

Wenn ich dich richtig verstanden habe und du in 4 Mathe besser bist als in Englisch, dann habe ich so den Verdacht, dass da schon mal etwas zu viel Bequemlichkeit im Spiel war, das muss nicht in diesem Jahr gewesen sein, wäre aber mit viel Engagement und auf dich speziell zugeschnittener Nachhilfe vermutlich korrigierbar. Ja und was die Idee mit der Polizei angeht, da habe ich mir sagen lassen kommt viel auf den Einstellungstest an, danach könntest du mal googlen und wer weiß, wenn du dich sehr sorgfältig darauf vorbereitest könnte das deine Noten ausgleichen. Obwohl mir persönlich ein engagierter Altenpfleger, der den Menschen wirklich helfen will und idealistisch ist, wichtiger wäre als ein weiterer Polizist. Polizist wollen sie alle werden, die alten Menschen mag kaum einer pflegen.

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@soeinmistxD1234

Hab ich doch glatt noch den Punkt Freundschaft/Kameraden/Zusammenhalt vergessen. Da würde ich dir wirklich jetzt gleich, spätestens morgen dazu raten es zunächst mal mit einem Verein zu versuchen. Da brauchst du nicht zu warten bist du einen Job bekommst. Wenn das Schießen nicht ganz so wichtig ist wäre da auch noch die freiwillige Feuerwehr. Die suchen händeringend nach Nachwuchs, da geht es auch ums helfen aber dafür nicht so sehr um Macht und Aufstieg, daher würde ich erwarten das dort noch mehr Kameradschaft zu erwarten ist, da weniger Konkurrenzdruck bestehen dürfte. Dazu kommt, da hilfst du direkt, den Leuten in deiner Umgebung, damit ist die ''Dankbarkeit'' natürlich auch viel direkter als wenn du tausende von Kilometern entfernt irgendwelche Kastanien aus fremden Feuern holst.

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Also ich finde es toll! Frauen stehen auf Soldaten ;) aber nicht nur deswegen finde ich es toll. Du als Soldat stehst zu deinem Land und in diesem Job wird es dir sicher nicht langweilig. Mach das.. Da kannst du gut aufsteigen und das ist auch wichtig :)

Ja, genau, Frauen stehen auf Soldaten :D - mit denen hat man nämlich keine Scherereien, weil sie das Gehorchen gelernt haben und nicht ewig ihren eigenen Willen durchsetzen wollen. Die haben nämlich keinen eigenen Willen mehr. - Nur, kann mit der Zeit langweilig werden so ein Hampelmann :(

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Du bist geradezu prädestiniert Soldat zu werden. Alle deine Gründe ergeben ein Persönlichkeitsprofil für den willigen Befehlsempfänger und -ausführer.

Du hättest auch gute Perspektiven, irgendwo in der Welt, nur nicht in Deutschland, Deutschlands Sicherheit zu verteidigen. Mit etwas Glück gelingt dir auch das Töten eines dort Einheimischen, der in seinem Land Deutschland angreift.

Wenn du dich bewirbst, solltest du aber die Sachen mit der Schule, die du nicht gebacken bekommst, deiner Todesverachtung und dem Leben, das du bescheiden findest, für dich behalten.

Stattdessen solltest du erzählen, dass du der Gesellschaft etwas zurückgeben willst, du die Welt sicherer machen möchtest und du deinen Beitrag für die Bewahrung und Verteidigung der Freiheit gegen äußere Bedrohungen, wie Russland und die Islamisten, leisten möchtest. Das hören die dort gerne.

Und vielleicht spielt für dich ein mittelmäßiger Trompeter auch mal "Ich hatt' einen Kameraden." Diesen feierlichen und bewegenden Moment würden die anderen nicht vergessen.


Ja das mit dem Leben egal ist nur wegen diesen Problemen :) Und Noten sind geht so 2-3-4 Noten :)

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@soeinmistxD1234

Perfekt! Damit wirst du zwar nicht General, aber zum Schießen wird's reichen.

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@PeVau

Danke für deine Antwort soetwas zu hören freut mich sehr :)

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@PeVau

Au weia. Er bringt auch noch die Naivität mit. Ich möchte von solchen Leuten nicht in Afghanistan verteidigt werden.

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@PeVau

Oh man dass war dovh extra das ich so geantwortet habe Wer kann sowas Ernst nehmen Wenn ich Tod bin interessiert mich das nicht mal wer hinter mir mit einer trompete spielt bin doch weg bringt nichts oder das ich geboren wäre ein Soldat zu sein sehr lustig

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Du bist geradezu prädestiniert Soldat zu werden. 

Das klang für mich eher so, als würde er auf einen IS Werbefilm reagieren. Die suchen solche Leute. Für die Bundeswehr wäre er noch zu "eigenständig" im Denken.

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@Abahatchi

Für die Bundeswehr wäre er noch zu "eigenständig" im Denken.

Das würde sich schnell geben, sobald er einen Helm tragen würde. Militärs im Allgemeinen und deutsche Militärs im Besonderen haben damit Erfahrung.

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