Ich vermisse die alten Zeiten. Die Musik, die Menschen, die Jugend. Ich komme mit dem heutigen Umfeld nicht klar. Was soll ich machen?

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Bei manchen Punkten kann ich dir aufjedenfall zustimmen, vorallem das mit den kleinen Kindern, ich hab mich mit 10 auch nicht getraut einen 16 oder 17 Jährigen überhaupt anzusprechen. Ich glaube, das Kinder heutzutage viel zu sehr "bemuttert" werden und sie von anfang an lernen, sie wären der Mittelpunkt der Welt. Jedoch sind meiner Meinung nach nicht alle so. Vorallem auf dem Land ist es noch etwas "besser", in der Stadt sieht man ja nur noch Jugendliche die 1:1 gleich aussehen, den gleichen Musikgeschmack haben, etc.

Das mit der Musik finde ich auch sehr traurig. Ich selbst höre viel elektronische Musik (kein Mainstream EDM), wo alle sagen dass sich das doch alles gleich anhört. Aber jeder House-Track ist meiner Meinung nach vielschichtiger als die Musik der Charts. 

Das mit den Mädchen sehe ich etwas anders, klar gibt es (wahrscheinlich auch vorallem in Städten) die ganzen "coolen" Mädchen mit 5kg Make Up die total oberflächlich aussehen etc. aber in meinem Umfeld ist die Mehrheit der Mädchen nicht nur auf Aussehen und Geld fokussiert (vielleicht ist das in Hauptschulen etc schlimmer, bin an einem Gymnasium).

Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber entweder du passt dich etwas an oder du könntest ja auch mal versuchen andere Jugendliche davon zu überzeugen, dass es mehr gute Musiker als Ed Sheeran und Justin Bieber gibt. 

Darf ich auch mal was dazu sagen, weil ich ein 39er Jahrgang bin und so die Entwicklung mehrerer nachfolgenden Generationen erlebt habe.

Ganz natürlich, früher war alles anders, man hat sich halt immer an die derzeitigen Gegebenheiten und Möglichkeiten gehalten, aber auch seine Zukunftsvisionen angedacht, die sich mit den weiteren Jahren dann auch einstellten.

Wenn man erkannt hat, daß nur in der ständigen Änderung der Fortbestand des Lebens besteht, dann erklärt sich auch, daß es allzu natürlich ist, daß die jeweils nachfolgende Generation mit neuen Ideen ihre Lebenseinstellung fortführt.

Ich selbst, mittlerweile bereits 78, habe da eigentlich weitgehend mitgehalten, insbesondere durch mein nebenberufliches Engagement, immer Kindern und Jugendlichen eine beratende und auch praktisch tätigende Hilfeleistung zukommen zu lassen.

Ich muß allerdings dazu sagen, daß das mir nur gelang, weil ich als freiheitsliebender Mensch (auch Atheist) nie eine feste Beziehung einging und so alles ohne Beeinflussung eines Partners durchführen konnte. Worüber mich manche beneideten!

Ich habe zuhause Einrichtungen geschaffen, die in vielen Richtungen Kindern und Jugendlichen interessante Beschäftigungen bieten, so in meinem Hobbyraum mehrere Keyboards, eines sogar mit Lernprogramm, für Musikbegeisterte begehrenswert. Dazu eine leistungsstarke Surround-Anlage mit Mischpult und Multifunktions-Mikrofon, worüber sie auch über Bluetooth ihre auf Handy aufgenommenen Songs abspielen lassen können.

Gelegentlich "beschalle" ich sie auch mit meinen aus den 70er Jahren aufgenommenen Klassik-und Jazz- Musikwerken als Kontrast zu dem heute beliebten akustischen Genuß der Jugendlichen. Und oft kann ich dabei feststellen, daß sie das garnicht ablehnen, war halt nur eine andere Zeit.

Gerne beschäftigen sich auch meine jugendlichen Besucher bei mir mit Billard spielen oder Tischtennis oder Scart, aber auch gelegentlich um Schachspielen zu lernen.Also, die heutige Generation, wenn sie nicht durch ihre berufsgestressten Eltern zu sehr vernachlässig wurde, ist eigentlich auch nicht anders als früher.

Sie hat nur immer mehr Freiheit, mittlerweile ihren eigenen Wortschatz, schon gebildet im Umgang der modernen Technik, SmallTalk usw.Aber man kann sich auch als älterer Mensch daran gewöhnen, wenn man nur Willens ist !

dfllothar (Entw,Ing.in Rente).

1. kinder hatten auch "früher" keinen respekt vor den älteren. das hat kurz nach den jahrgängen der frühen 50er aufgehört.

allerdings wurde früher aufgehört, "nachzutreten", wenn einer am boden lag.

2. du hast scheinbar die texte der musik "von früher" nicht verstanden. ich sag mal spider murphy gang und westernhagen... ansonsten ging es viel um drogen und selbstmord...

3. 10-jährige haben früher "cliquen" gegründet. wer nicht irgendwo dabei war, war out und wurde ignoriert oder schikaniert - das wort mobbing gab es noch nicht. handy und internet gab es noch nicht - dafür wurde stundenlang das festnetztelefon blockiert.

4. ähm... die heutigen eltern sind antiautoritär oder annähernd überhaupt nicht erzogen worden. die hatten auch schon keinen respekt vor ihren eltern. jedenfalls die sorte, die du meinst.

5. früher hat dir ein mädchen was an die waffel gegeben, wenn du es gewagt hast, sie anzumachen oder beeindrucken zu wollen. mädchen waren sehr viel selbstbewusster und haben ohne weiteres den ersten schritt gewagt.

an alkohol, rauchzeug und drogen ranzukommen war viel einfacher. eben genau, weil alle draussen waren und nicht daheim gehockt haben. die welt war noch "gross und gefährlich" und ein ort, der erobert sein wollte. mit all den gefahren, vor denen eltern ihre kinder nicht schützen konnten.

du dürftest 15 oder 16 sein. das typische alter, in dem man sich sowas wünscht, wie früher geboren zu sein.

wir haben status quo, smoky, sweet, abba gehört - als mainstream. dann kam alan parsons, barcley james harvest, jethro tull... dann wader, cochise, renaissance, camel... elvis, toto, stones - und DOORS, meat loaf, ACDC, gotthard, scorpiens, hermann brod...

der musiklifestyle wurde gepflegt. die leute hatten erst mofas, dann mopeds, dann motorräder, gründeten gangs, motorradclubs - oder gingen auf demos...

der einzige unterschied: das dritte reich war noch so nah dran, dass rechte der letzte dreck waren und bekämpft wurden, dass es sehr viel mehr aktionismus gab und viel weniger furcht vor dem arm des gesetzes.

wenn du ein richtig typisches beispiel für die "verdorbene musik von heute" suchst - mit den DOORS landest du einen volltreffer.

https://www.youtube.com/watch?v=C2pvQcuRzWY

oder "light my fire", "gloria" uvm.

Ich bin 2000 geboren und was du erzählst ist reiner Dünnpfiff. Das jammern über die Jugend ist so alt wie die Menschheit mein Freund. Früher als mein Vater in die Schule ging gab es jeden Tag eine Schlägerei in der Schule und das war in den 80ern. Nur da hat das keine Sau geschert. Als Fünftklässer wurden wir schon genauso als respektlos beschimpt wie du das jetzt machst. 

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