Ich möchte wieder Fleisch essen, aber habe Ekel, was tun?

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9 Antworten

Zunächst einmal mußt du nicht alles glauben, was so behauptet wird (auch wenn "doku" drauf steht).

Dann besorg dir Fleisch, welches auf eine Weise gewonnen wird, mit der du keine Probleme hast. Das mag bei dem einen irgendwas regionales sein, bei dem anderen evtl. Fleisch aus extensiver Tierhaltung.

Als praktischr Tipp: Iß deutsches Wildfleisch, die Transportwege sind kurz (Frische), die Tiere haben nie einen Stall gesehen, wurden nie gefüttert und haben auch von ihrem Tod weniger mitbekommen, als jedes Tier, welches zum Schlachter kommt.

totes Gewebe ist totes Gewebe. Und das durch Jäger erschossene Tiere kaum leiden ist natürlich nicht wahr. Die meisten machen noch eine gute Wegstrecke, deshalb ja die Hunde.

Und die umstehenden Rehe, Wildschweine etc. verfallen in Panik ... Es gibt keinen humanen Tod, am Ende ist es eben ein gewaltsamer Akt.

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@TheVega

Ja, so funktioniert das. Allerdings liegen die meisten Stücke im Schuß. Hunde werden zwar zur Nachsuche eingesetzt, doch die Nachsuche selber ist bei weitem nicht die Regel. Auch verfallen die umstehenden Tiere nicht in Panik, sie erschrecken sich, flüchten ein paar Meter in eine Deckung und kurze Zeit später stehen sie schon wieder ganz ruhig auf der betreffenden Fläche.

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@tryanswer

Zum Vergleich:

Auch die meisten sog. "Nutztiere" sind nach dem Bolzenschuss oder der Elektrozange "ordnungsgemäß" derart betäubt, dass sie nix spüren (wissen wir es wirklich ?) - der Rest landet lebendig im Brühbad und/oder blutet bei vollem Bewusstsein aus oder/und wird währenddessen sogar aufgesägt...

Dieser Rest ist übertragbar auf diejenigen Wildtiere, die angeschweißt dorthin flüchten, wo kein Jäger und kein Jagdhund sie aufstöbert, die mit zerschossenen Kiefern, Pansen und herausquellenden Gedärmen über Tage elend und qualvoll krepieren oder verhungern...

Versteh mich nicht falsch:

Ich bin durchaus dafür, dass Menschen, die Fleisch essen, dasjenige kaufen, das am wenigsten Leid nach sich zieht...

Mich stört nur, dass Wildfleisch so häufig als "qualfrei" propagiert wird, was das Töten angeht - das stimmt so nicht ! 

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@MissPommeroy

Den Begriff "qual" bringe ich zunächst mit keiner dieser Gewinnungsmethoden in Verbindung. Das nun der Prozeß des Todes grundsätzlich gewisse unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringt, ist nicht zu leugnen und liegt in der Natur der Sache.

Wenn wir nun beide Verfahren vergleichen, müssen wir zunächst von einer ordnungsgemäßen Durchführung ausgehen. Ich sehe nun keinesfalls einen Grund darin, die Nutztierhaltung zu verteufeln, muß aber auch zu dem Schluß kommen, daß ein Wildtier sich zeitlebens in seinem natürlichen Lebensraum aufhält (mit allen Vor- und Nachteilen, die daraus resultieren).

Die Verfahrensfehler, die du ansprichst (fehlende Betäubung im Schlachtbetrieb oder Fehlschüsse und mangelhafte Nachsuche bei der Jagd) sind jeweils auf menschliches Versagen zurückzuführen und müssen daher auch den jeweilig Verantwortlichen angelastet werden. Da ist einfach der Verbraucher gefragt, indem er auf die Herkunft seiner Nahrungsmittel achtet (ein Grundsatz, der nicht nur für Fleisch gilt). Dabei spielt es in erster Linie eine Rolle, wie lang die Distributionskette zwischen Erzeuger und Verbraucher ist!

Ich habe in meiner Antwort bewußt "deutsches Wildfleisch" geschrieben, da dieses in der Regel direkt an den Endverbraucher abgegeben wird. Das Pendant, wäre ein Landwirt, der selber schlachtet oder beim "Dorfschlachter" schlachten läßt. Für die meisten Verbraucher dürfte es aber schwer sein an solches Fleisch zu gelangen.

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@tryanswer

Auch verfallen die umstehenden Tiere nicht in Panik, sie erschrecken sich, flüchten ein paar Meter in eine Deckung und kurze Zeit später stehen sie schon wieder ganz ruhig auf der betreffenden Fläche.

Das bezweifle ich doch stark, wenn das Tier da noch liegt oder sich eine Blutspur da entlangzieht. Das mag sein, wenn ein Knall ohne Folge kam. Ist ein Tier getroffen, fliehen "seine" Leute panisch. Natürlich kommt dann noch der Faktor Familie hinzu. Das fehlende Tier wird ja auch vermisst. Gäbe es keinen Zusammenhalt, der ja etwas voraussetzt, gebe es keine Gruppen die länger zusammen sind.

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@tryanswer

Den Begriff "qual" bringe ich zunächst mit keiner dieser Gewinnungsmethoden in Verbindung. Das nun der Prozeß des Todes grundsätzlich gewisse unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringt, ist nicht zu leugnen und liegt in der Natur der Sache.

Ich werde morgen mal meinen Neffen tot hauen und dann meiner Schwester sagen, dass sie sich nicht so haben soll, er hat sich nicht geqält, das war einfach nur etwas unangenehm. Halt ne Begleiterscheinung  XD

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@TheVega

Du setzt hier Mensch und Tier gleich, damit verläßt du aber den Pfad einer sachlichen Diskussion und argumentierst Emotional. 

Dein Neffe gilt wohl kaum als Schlachtvieh oder ist in irgendeiner Weise sonst zum Verzehr vorgesehen. Ich kann dir aber versichern, das selbst das abstellen von lebenserhaltenden Maschinen in einem Krankenhaus nicht ohne qual von sich geht.

Was nun den vermeintlichen Familienzusammenhalt von Tieren angeht, empfehle ich dir die Beobachtung von Wildschweinen, es kommt nicht selten vor, das ein erlegtes Stück, welches nachgesucht werden muß bereits von seinen Verwandten angefressen wurde. Du kannst beruhigt davon ausgehen, das Tiere hier im Vergleich zu uns Menschen eine andere Sichtweise auf die Dinge haben.

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Gegen Kopfkino hilft nur ablenken. Mach was anderes nebenbei. Kauf gutes und hochwertiges Fleisch wo du weist wo es herkommt. Dann ist dein Gewissen vielleicht beruhigt. 

Und habe zu viele Dokus darüber geguckt -.-

Das ist das problem. Die meisten Menschen schauen irgendwelche Dokus, welche komplett die realität verzerren.

Ich möchte wieder Fleisch essen, aber habe Ekel, was tun?

Ganz einfach: Geh zu deinem Fleischer des Vertrauens und frag ihn woher er seine Schweinehälften, Rinderhälften oder sonst was bekommt. Dann rufst du da an und schaust dir das an. An Viehzucht ist nichts auszusetzen.

Zweitens kannst du mal am Tag des offenen Hofes teilnehmen. Ich finde das immer sehr spannend und schau mir gern an wie man Tiere züchtet. Ich bin aber vorbelastet, da wir selbst mal eine private Kaninchenzucht hatten. Ich bin halt mit Tieren groß geworden.

http://www.die-deutschen-bauern.de/tag-des-offenen-hofes-580138

Weiterhin kannst du ja einen Anglerschein machen. Selbst gefangene Fische und selbst geschlachtete Fische schmecken natürlich immer besonders gut :-)

Wer sich neutral mit dem Thema Viehzucht und Fleischerzeugung befasst, der braucht keinen Ekel zu haben.

Du schaffst das schon.

Gruß
Omni

Also ich wusste nach spätestens 6 Jahren ohne Fleisch nicht mehr, wie das schmeckt...

Mach es halt wie der vegane US-Musiker Moby, der den Tieren in die Augen schaute und sinngemäß sagte:

"Ich esse dann Fleisch, wenn mir mein Appetit wichtiger ist als dein Leid !"

Er hat es gelassen und das fand ich sehr konsequent...

Wenn du "es" nicht selbst töten kannst, solltest du "es" auch nicht essen - so einfach ist das !

Ich weiss, jetzt kommen gleich wieder die ach so konsequenten Pflanzen- und Insekten-Bemitleider auf den Plan, die keiner Fliege und keinem Salatkopf was zuleide tun können, aber trotzdem Fleisch und Tierprodukte essen, als gäb`s kein Morgen...:(

 

Mhm hab das gleiche problem, kann i.wie nur Döner und Burger mit fleisch essen 😂 Ich bin zwar dagegen das man Tiere tötet, aber stell dir das anderst vor, du hast die ja nicht getötet und wenn dus nicht isst, landet es im Müll oder in nem anderen Magen. mhm :c

Okay danke 🙏

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Das ist doch totaler Quatsch. Nehmen wir mal an weitere Leute würden sich entscheiden vegetarisch zu ernähren, und später noch viele mehr und würden dann auch kein Fleisch mehr kaufen. Da merkt die Fleischindustrie schon, dass die Nachfrage an Fleischprodukten gesunken ist und somit wird weniger produziert.

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Wieso willst du dich ablenken lassen? Das ist was du isst, dein Kopfkino ist sozusagen die Wahrheit. Das haben auch viele Fleischesser, es ist dir überlassen ob du dich davor ekelst oder nicht. Und wenn du dich ekelst und dennoch weiter isst, ist das irgendwie unlogisch, aber ist ja deine Entscheidung.

Dann hol dir doch Fleisch, das vom Bauernhof stammt und nicht von den schrecklichen Verhältnissen.

Für manche Menschen reicht es aus, dass es überhaupt ein Tier ist, was sterben musste, für uns Menschen.

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Stimmt:

Z. B. durch die Lektüre des Videos der Fleischlobby:

Schweinchen Lilly, das in der Ausbildung lernt, wie man völlig artgerecht und human zum rosa Schnitzel mutiert und auch noch seine Artgenossen überzeugt und indoktriniert....;)

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Ich liebe auch den Geschmack, also gibt es hin und wieder einmal Seitan oder Pilze. Das, was der Mensch vermisst ist die Geschmacksrichtung umami ... das ist eine der Basisgeschmäcker...Sauer, Salzig usw.

Umami ist der Fleischliche Geschmack der auch sehr stark in Sojasoße und Pilzen ist.

Dein Gaumen will also kein Fleisch, sondern deftig. Also mach deftiges. Das du dich vor Fleisch ekelst ist ganz normal. Es ist ja auch eklig. Also bleib vernünftig.

Den Widerpruch in Dir kannst nur Du auflösen. Warum etwas essen, wovor man sich ekelt? Vielleicht gehen ja Deine Assoziationen mit der Zeit weg. Das Ziel, sich nicht einseitig zu ernähren ist ja sehr positiv.

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