Hyrdrostatischer Antrieb - funktionsweise - ist das korrekt?

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Hallo! Diese Vorstellung ist nicht ganz korrekt. Als Antriebsquelle (Motor) kann ein Verbrennungsmotor, wie Dieselmotor, Benzinmotor oder Gasmotor aber natürlich auch ein Elektromotor (eher selten) dienen. Dieser Motor treibt dann eine in der Regel verstellbare (Förderstrom = Fördermenge ist verstellbar) Hydraulikpumpe, in der Regel Axialkolbenpumpe an. Diese Pumpe förder nun Hydrauliköl in ie Druckleitung (Schlauch oder Rohr) und dieses fließt dann zum Hydromotor welche in der Regel wieder ein Axialkolben oder Radialkolbenmotor ist. Durch den Fahrwiederstand, welcher diesem Motor entgegenwirkt baut sich nun ein Druck auf, welcher so hoch wird, dass sich der Motor zu drehen beginnt. Dieser Motor dreht sich nun so schnell, bis er in der Lage ist, das gesamte von der Pumpe angebotene Hydrauliköl zu "schlucken". Ist der Hydraulikmotor regelbar, so ist bei gleicher angebotener Ölmenge der Hydraulikpumpe die vom Motor abgegebene Drehzahl variabel. Das vom Hydraulikmotor zurückfleißende Hydrauliköl gelangt direkt (über Rohre oder Schlaäuche) auf die Niederdruckseite der Hydraulikpumpe und wird durch dies unter Inanspruchnahme des Drehmomentes des Antriebsmotors (z.B. Dieselmotor) wieder auf die Hochdruckseite der Pumpe gefördert.

Die übertragene Leistung ist ein Produkt der geförderten Ölmenge x Druck x einer Konstanten. Durch verstellen der Pumpe wird mehr oder weniger Öl gefördert, dadurch kann die Drehzahl des Hydraulikmotors beeinflußt werden. Die zur Fortbewegung benötigte Kraft bestimmt den sich einstellenden "Systemdruck". Kann auch der Motor verstellt werden, so kann damit bei konstanter angebotener Hydraulischer Leistung (Ölmenge x Druck bleibt kosntant) die Motordrehzahl oder das Drehmoment auch von dieser Seite verändert werden (Drehzahl mal Drehmoment x Konstante entspricht der Leistung). Durch die Verstellung von Pumpe und Motor ergibt sich ein extrem großer Regelbereich.

Dies ist ganz vereinfacht ausgedrück, ohne Berücksichtigung von Wirkungsgrad und Lecköl (interne Verluste bei der Leistungsübertragung) die Funktionsweise eines Hydrostatischen (Fahr-)Antriebes.

Wenn zu unklar, kannst du natürlich Fragen stellen, werde mich bemühen diese verständlich zu beantworten. Das thema ist leider sehr komplex

karl

Es ist richtig, dass der Hydraulikdruck auf den jeweils mit Öldruck beaufschlagten Kolben wirkt. Dabei ist die Kraft gleich dem Druck mal der Kolbenfläche. Nun weicht der Kolben aus, indem er beispielsweise bei einer Schrägscheibenpumpe auf der Schräge abgleitet, also dabei eine Hubbewegung macht. Dadurch wird nun die Scheibe in Drehung versetzt. ab etwa dem unteren Totpunkt wird das Drucköl abgelassen und die Ölzufuhr geschlossen. Dann läuft der Kolben quasi durcklos wieder in die Stellung oberer Totpunkt, während andere Kolben auf der Scheibe den gleichen Vorgang durchlaufen und damit die Scheibe weiterdrehen. Ab etwa dem oberen Totpunkt steht dann wieder der Hydraulikdruck des Systems an. In gleicher Weise funktioniert übrigens auch die Pumpe, wenn es sich ebenfalls um eine Schrägscheibenpumpe handelt. Die Fördermenge wird dabei dann durch die Schrägstellung der Scheibe, also den Kolbenhub reguliert, was bei einem Antrieb mit E-Motor und konstanter Drehzahl zur Steuerung der Menge und damit der Drehzahlregelung des Axialkolbenmotors genutzt wird.

Der Begriff Hydrostatik ist in dem Zusammenhang total falsch. Du beschreibst die Funktionsweise eines sogenannten Hydromotors. Hydrostatik hingegen ist das Verhalten von nicht fließenden (statischen) Flüssigkeiten, wie man sie z.B. in speziellen hydrostatischen Lagern benutzt.

Hydrrostatischer Antrieb: In der Pumpe wird durch Volumenverringerung Druckflüssigkeit in die Druckleitung verdrängt. Die druckflüssigkeit wiederum übt im Motor kraft auf das Arbeitselement (kann Flügel, Zahnrad , Kolben usw sein) aus. die Kraft wird dann über eine entsprechende Getriebekonstruktion zB Kurbelwelle in Drehmoment umgewandelt. Fliesst Flüssigkeit gibt es Bewegung. Strom spielt keine Rolle, vielleicht meintest du Volumenstrom. Der erzeugt dann die Bewegung.

Hallo,

Das Öl wird im eigentlichen Sinne nicht entspannt, da es nicht komprimabel ist. Vielmehr wird der Druck von der Pumpe über das Öl auf die Kolben des Axialkolbenmotors übertragen und treibt diese durch Volumenverdrängung an. Der Öldruck auf der Pumpenseite ergibt sich aus der Betätigungskraft der Kolben auf die Motorwelle und das daran gegenstrebende Drehmomet.

Einzig der Rücklauf in den Öltank erfolgt dabei drucklos.

mfg

Parhalia

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