Hohe Luftfeuchtigkeit in Kellerwohnung?

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6 Antworten

Die Lüftung eines normalen (Lager-)Kellers unterscheidet sich von der Lüftung einer Kellerwohnung. In einem normalen Keller geht man davon aus, dass die Temperaturen immer möglichst niedrig gehalten werden sollen. Normal dürfte der Bereich zwischen 10 und 15 °C sein im Winter eher noch kühler.
In einer Wohnung dagegen will man doch ständig um die 20 °C oder etwas mehr haben, um es komfortabel zu finden.

Kelleraußenwände sind normalerweise aus anderem Material, als normale Außenwände. Schließlich geht es dabei auch darum, ob und wie die Kelleraußenwände isoliert, bzw. gedämmt sind. Wurde eine Kellerwohnung in ein älteres Haus nachträglich eingebaut, darf man davon ausgehen, dass die Außenwände immer deutlich kühler sind, als die Raumluft, was die Gefahr birgt, dass Feuchtigkeit kondensiert. Es gibt Möglichkeiten, das zu beeinflussen, aber die hat man kaum als Mieter. Eher noch der Hauseigentümer.

Lüfte also am besten so, wie Du nach Deiner Erfahrung meinst, dass es am besten ist. Ein Luftentfeuchter auf Salzbasis reisst nicht wirklich viel. Es müßten mehrere sein. Um wirklich in relativ kurzer Zeit nennenswert Feuchtigkeit aus der Luft raus zu bekommen, habe ich mir beispielsweise ein Gerät angeschafft, das ähnlich wie ein Kühlschrank funktioniert und damit in kurzer Zeit einen Kellerraum trocken bekommen, der ansonsten immer Probleme bereitet hat.

http://www.voelkner.de/products/266254/Klima1stKlaas-Luftentfeuchter-30-m-260-W-0.42-l-h-Weiss-Blau-5006.html

Natürlich verbraucht das Gerät ordentlich Strom, aber auch wiederum nicht so viel und wenn man die Feuchtigkeit erst einmal im Griff hat, läuft es nicht mehr oft und nie lange. Schau Dir das mal an. Du könntest es z. B. immer dann einschalten, wenn Du nicht in der Wohnung bist und es läßt sich so regeln, dass es bei Erreichen einer bestimmten Luftfeuchtigkeit (nach unten) von allein abschaltet. Der Wasserbehälter muss nur immer wieder kontrolliert und geleert werden. Ich halte das nach meinen Erfahrungen für die einzige Chance, einen Kellerraum auch mal wieder trocken zu bekommen, (so lange die Wände nicht komplett durchfeuchtet sind, denn sonst nützt das auch nichts mehr.)

Fang nicht damit an, mit Deiner Vermieterin darüber zu verhandeln. Frag sie, ob sie es bezahlt oder mitbezahlt. In erster Linie ist es Deine Verantwortung, sind es Deine Klamotten und Deine Luft, die Du atmen sollst. Somit sollte es Dir die Anschaffung schon wert sein und ebenso die Ausgaben für den Strom, den es braucht.

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Die relatve Luftfeuchtigkeit ist stark temperaturabhängig. Daher rät man, in den kühlen Abend- oder Morgenstunden die Wohnung zu lüften, wenn es draussen kälter als in der Wohnung ist. Nur so kann sich die Luft im Wohnraum erwärmen, was ein Sinken der rel. Luftfeuchte der eingelüfteten Luft zur Folge hat.

Diese Erwärmung der frisch in die Wohnung gelüfteten Luft funktioniert in Kellerwohnungen nur bedingt, da die erdberührten Wände in der Regel sehr kalt sind. Hier kommt es oft trotzdem zur Luftauskühlung, was die rel. Luftfeuchte wandoberflächennah ansteigen lässt.

Die temperaturabhängigen Luftfeuchten kann man sehr gut im Mollier-h-x-Diagramm (mal googeln) ablesen. Bosy-Online bietet gute Diagramme im pdf-Format an.

Oben im Diagramm stehen die spezifischen Luftfeuchtewerte in g/kg (Wasser/Luft). Dieser Wert läuft senkrecht durch das Diagramm. Eine räumlich begrenzte, stehende Luftmasse hat durch Feuchteausgleich überall diesen spezifischen Luftfeuchtewert.

Durch Temperaturänderung der Luft verändert sich jedoch der relative Luftfeuchtewert, der an den schrägen leicht gebogenen Linien im Diagramm abzulesen ist.

Gibt es draussen bei 25°C Lufttemperatur eine rel. Luftfeuchte von 80% so sollte man diese Luft nicht in die kühle Kellerwohnung lüften, denn eine Abkühlung dieser Luftmasse auf unter 21,3°C bedeutet eine Luftfeuchte von 100%. Ist die Luftfeuchte draussen bei 25°C 70%, so liegt der Taupunkt bei 19°C.

Da Wärme immer nach oben steigt, ist es im Raum unten am kühlsten. Hier findet man demzufolge auch die höchste rel. Luftfeuchte und es kommt hier als erstes zur Schimmelbildung oder zu Kondensatausfall.

Oft wird das im Keller / in Kellerwohnungen mit undichter Abdichtung verwechselt und falsche Maßnahmen ergriffen. Gegen Kondensatbildung helfen warme Oberflächen. Diese bekommt man durch Beheizung. Eine Kellerwohnung sollte wegen der kalten erdberührten Wände auch im Sommer über eine wärmestrahlungsintensive Heizmöglichkeit (Flächenheizungen/Heizleisten) verfügen, die die kühlen Wandoberflächen leicht erwärmt.

Da die kalten Wände Feuchtigkeit aus der Raumluft "fangen" und einspeichern führen die aufgefeuchteten Wände durch Feuchteausgleich wiederum auch zu einer hohen Raumluftfeuchte.

Der Wassergehalt in einem Kubikmeter Luft beträgt wenige Gramm, der Wassergehalt in einem Kubikmeter Mauerwerk beträgt viele Kilogramm. Feuchte Wände durch gezielte Lüftungsmaßnahmen zu trocknen ist eine langwierige Angelegenheit. Ein Wärmeeintrag direkt auf die Wandoberfläche der feuchten Wand ist hier sehr hilfreich, die Trocknung massiv zu beschleunigen.

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Wie man halt so von den "Experten" hört. n Wirklichkeit haben diese Menschen keinen blassen Schimmer von den tatsächlichen Vorgängen beim Raumklima. Das kommt nicht daher,dass sie dumm wären, oder sich nicht informieren wollten. Im Gegenteil. Was hier passiert, ist eine große Verdummung der Öffentlichkeitdurch die Lobby der Bauindustre. Das geht sogar soweit, dass renommierte Institute Arbeiten zurückhalten, die für die Industrie negativ sind. Als einzigstes Land in der EU hat Deutschland durchgesetzt, daß Poystyrole )Styropor) für Wanddämmungen verwendet werden dürfen. Überall sonst ist es mit gutem Grund verboten.
Was nun deine feuchte Kellerwohnung betrifft, so ist ganz offensichtlich die Drainage nicht in Ordnung. Auch beim Keller haben die Experten die irrige Meinung, ein Keller sei preiswert erstellter Raum. Irrtum. Ein guter Keller kann teurer werden als das Erdgeschoss. Wenn du eine trockene Wohnung haben willst, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als da Haus bis mindestens 400mm unter den Kellerboden aufzugraben.Dann kommen 100 mm Kies, darauf das 200 mm Drainagerohr. Das muss an den Kanal angeschlossen werden. Dann wird die Hauswand neu isoliert. Auf das Drainagerohr kommt Kies bis zur Erdoberfläche. Schlägt ein Experte Sand vor, hättest du dir alles sparen können. Sand verstopft die Drainage sofort. Wenn du dann noch für gute Zu- und Abluft sorgst
(in jedem Raum), dann hast du eine Wohnung, in der du unbedenklich auch über lange Zeiträume wohnen kannst.

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Kommentar von bwhoch2
20.07.2016, 12:15

Oder andersrum gesagt, eine Kellerwohnung ist keine Wohnung, wenn der Keller nicht wirklich gut und genau für diesen Zweck gebaut wurde. Als Mieter hast Du es also ganz schwer, ein Raumklima herzustellen, das dauerhaft stabil und gesund ist.

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Es ist richtig: Bei heißem Wetter hat die heiße Luft mehr Feuchtigkeit im Gepäck, als früh morgens, wenn es noch kühler ist. Deshalb in der Nacht oder in der Früh lüften. Derzeit ist die Luftfeuchtigkeit eigentlich seit vielen Wochen sehr hoch, daran läßt sich im Moment nicht viel ändern.

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Die Luftfeuchtigkeit in Prozent ist immer an die Temperatur gekoppelt. D.h. zum Beispiel, wenn draußen 28 °C ist und die Luffeuchtigkeit draußen 35 % beträgt kann sie insgesamt immer noch viel Wasser enthalten. Nämlich genau soviel wie Luft mit 15 °C und 80 % Luftfeuchtigkeit. Siehe:

http://www.gerd-pfeffer.de/images/Taupunktkurve\_gr.jpg

Aber es gibt eine einfache Regel. Wenn die Außenluft am kältesten ist, dann ist auch wenig Wasser (absolut) in der Luft. Das ist zur Zeit kurz vor Sonnenaufgang der Fall.. Also am besten lüftest Du jetzt vor 5:40 Uhr (= Sonnenaufgangszeit), also z.B. von 5:10 Uhr bis 5:40 Uhr. Und dann den ganzen Tag nicht mehr.

Und 75 % Luftfeuchte sind nicht ungesund. Diese Luft darf nur nicht an kalte Stellen kommen. Sonst wirds feucht.


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Der kommetar zur Antwort trifft den Nagel auf en Kopf.

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