Höherer Spritverbrauch durch Turbo?

6 Antworten

Überlegen wir mal:

Du willst mehr Leistung durch einen Turbo. Wie bekommen wir mehr Leistung? Durch mehr Verbrennung. 

Wenn ich 1 Liter Benzin anzünde, habe ich weniger Feuer-und damit weniger Energie als wenn ich 2 Liter Benzin anzünde. 

Da Luft nicht brennt, brauche ich also mehr Kraftstoff für mehr Leistung. 

Klingt logisch, oder?

Und um wie viel sich der Verbrauch erhöht, liegt daran, wie viel mehr Leistung du willst.

und ob du diese nutzt. Wenn du den Motor nur noch bis 2000 Touren hochdrehst, wird der Turbo gar nicht angesprochen-->Kein Mehrverbrauch, da keine Mehrleistung. 

War des jetzt so kompliziert?

LG

Einig. Aber das mag für Nichtexperten und Leute, die nicht überlegen schon etwas kompliziert sein ;)

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@GGraf

Ja, aber ich denke tatsächlich, dass die meisten schon Wissen, dass mehr Leistung=Mehr Verbrauch bedeutet. Mir ist noch niemand übern Weg gelaufen, der das nicht wusste (Und ja, das gilt natürlich nur für Motoren die ähnlich modern sind....)

LG

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Hey,

der Turbolader ist ja theoretisch nur da , um mehr Luft als den Umgebungsdruck von ca 1 Bar in den Brennraum zu befördern. Jetzt mal abgesehen von der Effizienz und dem ganzen Kram...

Umso mehr Luft du also jetzt verdichten kannst, desto mehr Kraftstoff kannst du ja auch einspritzen, damit das Gemisch noch auf Lambda 1 bleibt. 

Und anhand der Fingerformel kann man dazu sagen, Umso mehr Kraftstoff, desto mehr Leistung :D 

Um es mal ganz krass auszudrücken.. Stell dir vor du zündest einen Benzintropfen an und zünde danach einen Kanister an. Der Unterschied ist enorm und somit auch schon die Erklärung :p 

Hoffe ich konnte dir helfen :)

Lg Lukas

Ist doch egal würrd eh alles mit ,tuning übabewertet hauptsache ,ein wagen hat genuG PS!!!!

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Nein, im Gegenteil.

Mit meinem Turbodiesel verbrauche ich im Schnitt etwa sechs Liter (auf 100 km). Als der Turbo mal defekt war, stieg der Verbrauch auf rund acht Liter...

Man braucht weniger Hubraum sowie Drehzahl bei gleicher Leistung im Vergleich zum Saugmotor. 

Das kann man so generell nicht beantworten.

Durch den Turbolader wird die Leistung eines Motors erhöht, aber auch der Wirkungsgrad. D.h., bei gleicher abgerufener Leistung verbraucht man weniger. Eventuell muß man auch weniger schalten, was insbesondere bei Lkw bei Bergfahrt deutliche Kraftstoffeinsparungen ermöglicht. Beim Pkw wird dieser Effekt kaum relevant sein.
Durch die mögliche höhere Leistungsabgabe wiederum steigt der mögliche Maximalverbrauch. Wenn dies dann auch noch dazu führt, daß man mehr bremsen muß, dann steigt der Verbrauch noch mehr.

Handelt es sich denn um eine Nachrüstung oder um den Vergleich eines Grundmotors, der vom Hersteller mal mit und mal ohne Turbo angeboten wird? In diesem Fall ist der Turbomotor sicher zu empfehlen, bei einer Nachrüstung kann durch die höhere Beanspruchung des Materials die Lebensdauer drastisch zurückgehen.

Um wieviel der Verbrauch steigt oder sinkt, das hängt sehr von der individuellen Fahrweise ab. Der Mehrverbrauch kann sich in etwa in den gleichen Prozent wie die Leistungssteigerung auswirken, also bei Tuning von 100 auf 120 kW um 20 %. Aber er könnte auch um geschätzt 3 bis 5 % sinken.

Ein Problem: Turbomotoren ab Werk sind meist nicht gut. Ein richtig gut aufgebauter Turbomotor hat ein geschmiedete Innereien-also Kolben, Pleuel, Nockenwellen,...

Bei Turbos ab Werk heißt es meist: Turbo drauf und fertig, also genau das, was man nicht will-viel kürzere Lebensdauer.

Und das sieht man auch. Turbomotoren ab Werk erreichen nie Laufleistungen wie ihre Saugmotor-Brüder. 

Denn am Ende sollte man-außer man ist am Tunen und weiß, was man macht, immer noch Leistung aus Hubraum holen, das hält am längsten. 

LG

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@roboboy

"... ab Werk nicht gut": diese Aussage ist ein bißchen pauschal.

Ich habe lange Jahre in der Motorenentwicklung gearbeitet und Dauerläufe begleitet, bei denen die Turbos nicht schlechter wegkamen als die Saugnotoren. Eher besser, da das Drehzahlniveau deutlich niedriger lag durch die höhere Leistung.
Und bei den höheren Leistungen wurden tatsächlich andere Lager und teilweise auch Kolben verbaut, die den höheren Mitteldrücken standhielten.

Ok, das waren Nfz-Motoren ...

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@GGraf

Sicherlich war diese Aussage pauschal und auch etwas provozierend.

Dennoch:

Ja, du vergleichst einen 1,2 Liter mit 80 PS ohne Aufladung mit einem 1,2 Liter und aufgeladenen 150PS-nur mal Beispielzahlen.

Ich würde einen 1,4 Turbo mit 140PS mit einem 1,8 140PS vergleichen-auch mal Beispielzahlen.

Und hier sieht es eher anders herum aus-der 1,8 Liter liefert mehr Drehmoment untenrum, der Turbo kommt erst mit 2000 Touren, +-etwas.

Außerdem: Ja, es werden andere Lager verbaut, aber eben nicht geschmiedete Teile, welche ich in einem Turbomotor immer verbauen würde, würde ich ihn Tunen-nur das garantiert eine hohe Langlebigkeit.

Außerdem: Ja, Turbomotoren können haltbar sein, werden sie richtig benutzt. Hier kommt aber die Menschliche Komponente ins Spiel, und die ist unberechenbar. Einen Turbomotor Kaltzufahren ist essentiell notwendig, wenn du im Motorenbau tätig warst, muss ich dir ja nicht erzählen, was sonst mit so einem Auto nach einer Vollgasfahrt passiert. Nicht selten erlebe ich es aber, dass die Fahrzeuge bis auf den letzten Meter getreten werden. 

Auch höre ich immer wieder, dass Motoren heutzutage ab der ersten Umdrehung Vollgasfest sind. Starten und mit Vollgas den Motor ausdrehen-im ersten Gang. Zwar nicht so häufig, aber immer wieder sieht man das. 

Ein Sauger nimmt das übel, aber immer noch nicht so übel wie ein Turbomotor.

Und zu guter letzt: Saugmotoren sind einfacher aufgebaut-bzw. es gibt einfach weniger Teile, die kaputt gehen können.

Aber ja, ein guter Turbo, der richtig gefahren wird, kann auch hohe Laufleistungen erreichen.

Dennoch ist die Tendenz klar zu erkennen, bei Dieselfahrzeugen sieht man sie sehr gut:

Ein alter Wirbelkammerdiesel aus den 60ern von Mercedes erreicht Problemlos Laufleistungen über eine Millionen Kilometer, moderne Diesel haben damit schon öfters Probleme, Motorschäden nach weniger als 300.000 Kilometern sind keine Ausnahmen mehr.

LG

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@roboboy

Das ist alles richtig, doch man kann moderne Motoren nicht unbedingt mit den alten vergleichen.
Heute werden andere Materialien verwendet und durch verbesserte Fertigungstechnik (Oberflächen, Toleranzen etc.) stimmt es schon, daß Motoren "vollgasfest" sind. Dieser Begriff steht aber nicht zwangsläufig auch für "drehzahlfest". Das beinhaltet auch das nicht mehr unbedingt notwendige Abkühlen, Du nennst es "Kaltfahren", nach einer scharfen Fahrt.
Aber klar, ein schonender Umgang mit Gegenständen, Autos und Motoren ist immer hilfreich und einer längeren Lebensdauer zuträglich.

Daß Motoren mit mehr Hubraum in der Regel ein höheres Anfahrdrehmoment haben als solche mit kleineren Hubräumen, das ist unbestritten, das stand aber nicht im Fokus der Fragestellung.

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